Foto: ÖPNV/Stadt Worms

Ab 2024 deutliche Angebotsausweitung: Neue Linien und Elektrobusse für Worms

Oberbürgermeister Adolf Kessel, Stadtentwicklungsdezernent  Timo Horst, Annett Böttner – Abteilungs­leiterin Verkehrsinfrastruktur und Mobilität der Stadt Worms, Torsten Filsinger, Sachbearbeiter ÖPNV bei der Stadt Worms, Sabine Eichhorn – Abteilungsleiterin Aufgabenträger­betreuung und Vergabe beim Verkehrsverbund Rhein-Neckar und ihr Kollege Dennis Ulas stellten am 24. Mai im Rahmen eines Presse­gesprächs die Ausschreibung für den Wormser Stadtbusverkehr vor. Gegenstand der Ausschreibung ist der Busverkehr in den Linienbündeln Worms und Wonnegau-Altrhein. Betroffen sind die derzeitigen Buslinien 401 bis 410 sowie 430 bis 435. Der bisherige Konzessionsvertrag läuft im Juni 2024 aus.

Timo Horst führte aus: „Mit dem Fahrplanwechsel im Juni 2024 wird sich das Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr in Worms nachhaltig verbessern. Wir streben in der Nutzung des ÖPNV eine Verdoppelung von derzeit 7 auf 14 Prozent an.“ Stolz ist der Dezernent, der selbst Diplom-Ingenieur ist, vor allem auf den umfangreichen Beteiligungs­prozess, den es im Vorfeld gegeben hatte und dessen Ergebnisse sich deutlich in den Planungen abbilden. So konnte, wie Horst ausführte, dem aus der Bevölkerung vielfach vorgetragenen Wunsch nach einer Anbindung des Wormser Tiergartens an den Stadtbusverkehr entsprochen werden.

„Zentrales Element der Neuplanung ist die Schaffung zweier Ringlinien“, erklärte Horst. „Die „große“ Ringlinie verbindet die Stadtteile miteinander, die „kleine“ Innenstadtringlinie steuert unter anderem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an und erleichtert durch die Parkhaus­nähe den Umstieg vom PKW auf den ÖPNV“, so Horst weiter. Auch eine bessere Anbindung der Wormser Schulen, vor allem der IGS, sowie des Klinikums an den Stadtbus­verkehr würden erreicht. Und schließlich verbessere sich auch die Taktung der Linien und das Angebot in den Abendstunden und an den Wochenenden. „Das hilft vor allen Dingen Schichtarbeitern und Menschen, die bis in den späten Abend noch Arbeiten müssen“, erklärte der Dezernent. Im Innenstadtbereich setzt die neue Stadtbusplanung auf E-Mobilität und wird damit sowohl dem Klimaschutz- wie auch dem Mobilitätskonzept der Stadt gerecht. Die Stadtverwaltung habe hier sehr akribisch und zielgerichtet gearbeitet, lobt Horst Annett Böttner und ihr Team.

Die bisherigen Linien bleiben mit kleinen Änderungen erhalten. Gänzlich neu hingegen sind die Linien 411 und 415, welche als Ringlinien konzipiert sind. Während die „große“ Ringlinie 415 eine Verbindung der Ortsteile untereinander herstellt und somit den Fahrgästen die Möglichkeit gibt, von Stadtteil zu Stadtteil zu gelangen, ohne den zum Teil umständlichen Weg über den Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) wählen zu müssen, wird die „kleine“ Ringlinie 411 überwiegend entlang des Innen­stadtrings verkehren und soll Besucherinnen und Besucher u.a. zu touristisch wichtigen Punkten bringen. Die Linie 415 wird in beiden Richtungen täglich im Stundentakt verkehren und das Fahrplanangebot in den Stadtteilen deutlich erhöhen. Die Innenstadt-Ringlinie 411 verkehrt während der Geschäftsöffnungs­zeiten montags bis samstags alle 20 Minuten. Neu ist ebenfalls das Linienkonzept der Linie 406. Während diese bisher nur zu den Haupt­verkehrs­zeiten zwischen Hauptbahnhof und der Hollerhecke verkehrte, erschließt diese künftig montags bis samstags tagesdurch­gängig die Hafenstraße und führt weiter über Am Gallborn und Fahrweg durch Neuhausen-Nord (Nordendsiedlung) bis zum Nahversorgungs­zentrum und den Ortskern Herrnsheim.

Änderungen

Änderungen hingegen gibt es bei der Linie 405, die künftig nicht nur Pfeddersheim mit der Innenstadt verbindet, sondern ab Hauptbahnhof bzw. Marktplatz zusätzlich im Stundentakt die Bürgerweide und den Tiergarten anbinden wird. In der Sommersaison samstags sowie sonn- und feiertags wird der Tiergarten sogar alle 30 Minuten angefahren.

Weitere Änderungen gibt es zudem bei den Linien 434, welche künftig von Mörstadt über Pfeddersheim nach Worms verkehren wird, sowie der Linie 435, die von Osthofen kommend über Abenheim und Herrnsheim den ZOB anfahren wird. Abenheim erhält somit eine direkte Verbindung nach Osthofen. Zudem wird die Linie 403 künftig bis nach Abenheim verlängert und die Linie 430 im Abschnitt Westhofen – Worms auf einen 30-Minuten-Takt verdichtet. Dadurch ergibt sich zwischen Abenheim, Herrnsheim und der Innenstadt etwa ein 15-Minuten-Takt.

Die Linie 431 wird in den Abendstunden ausgedehnt und ergänzt sich in der Hauptverkehrszeit mit der Linie 432 zu einem 15-Minuten-Takt zwischen Hauptbahnhof und Procter & Gamble.

Ebenso wird es Verbesserungen beim Takt sowie in der Ausweitung der Fahrzeiten geben. Der 30-Minuten-Takt auf allen Stadtbuslinien (außer 406) wird montags bis freitags bis etwa 21 Uhr ausgedehnt. Zudem werden die Bedienzeiträume abends generell verlängert: sonntags bis donnerstags erfolgen die letzten Abfahrten ab Hauptbahnhof gegen 23 Uhr, freitags und samstags gegen 2 Uhr. Bei der Fahrplangestaltung konnten oftmals auch die Schichtzeiten der großen Industrieunternehmen berücksichtigt werden.

Die Änderungen und Angebotsausweitungen sind ein Ergebnis aus der Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Ortsbeiräte, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen sowie der Schulen. Mehr als 200 Vorschläge gingen im vergangenen Jahr bei der Stadtverwaltung ein, wurden ausgewertet und zu einem großen Maße in das neue Konzept eingearbeitet. Zudem kann die Angebotsausweitung auch mit einer eindrucksvollen Zahl hinterlegt werden: ab Juni 2024 wird es alleine im Stadtbusverkehr Worms (Linien 401-415) eine Steigerung von 42% an gefahrenen Fahrplankilometern geben.

Neue Bushaltestellen

Um das Angebot entsprechend umsetzen zu können und eine bessere Erschließung herzustellen, müssen neue Haltestellen eingerichtet, an manchen Stellen – wie dem Bahnhof in Pfeddersheim, dem Willy-Brandt-Ring und dem Tiergarten – sogar neue Haltestellen gebaut werden (s. Pläne). Dem Bahnhof in Pfeddersheim wird damit zukünftig verstärkt die Funktion eines Knotenpunktes zukommen. Die neuen Haltestellen werden barrierefrei gebaut.

E-Mobilität

Doch damit nicht genug: der ÖPNV ist nicht nur ein wesentlicher Baustein zum Gelingen der Verkehrswende, er soll künftig in Worms auch selbst sauberer werden. So ist geplant, 45 % der eingesetzten Fahrzeuge künftig mit batterieelektrischen Bussen zu betreiben. Damit wird auch den gesetz­lichen Vorgaben der Clean Vehicles Directive bzw. dem Gesetz über die Beschaffung sauberer Straßenfahrzeuge Rechnung getragen. Auf den Linien 401, 405, 407, 409 und 411 sollen ausschließlich batterieelektrisch betriebene Busse eingesetzt werden. Zur Umsetzung hat das zu beauftragende Verkehrsunternehmen eine Übergangsfrist bis Anfang 2025.

Die Voraussetzungen zum Laden der Busse werden durch die EWR auf dem Betriebshof in der Kloster­straße geschaffen. Durch die Bereitstellung der Infrastruktur wird die Teilnahme an der Ausschreibung für interessierte Verkehrsunternehmen leichter zugänglich, was – so die Hoffnung von VRN und Stadtspitze für einen größeren Wettbewerb sorgt.

Die Ausschreibung wurde am 8. Mai veröffentlicht, die Angebotsfrist endet am 26. Juni – Betriebsaufnahme ist am 09.06.2024. Die Vergabe erfolgt erneut für einen Zeitraum von zehn Jahren, um interessierten Verkehrs­unternehmen ausreichend Planungssicherheit für nötige Investitionen zu verschaffen. Die gesamten Vergabeunterlagen finden sich auf der VRN-Homepage unter VRN | Aktuelle Vergaben.