Wormser Unternehmen aus dem BGM-Netzwerk-Worms informieren sich in der Fachklinik Eußerthal zur Möglichkeit der Suchttherapie. Foto: BGM-Netzwerk Worms
Quartalstreffen mit Experteninputs und Wanderung zur Eußerthal Fachklinik
Das BGM-Netzwerk Worms hatte für den 22. August zu seinem Quartalstreffen eingeladen, das diesmal ganz im Zeichen der „Suchtprävention“ stand. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wormser Unternehmen, Institutionen und Organisationen nutzten die Gelegenheit, um sich über aktuelle Entwicklungen, Präventionsstrategien und nachhaltige Ansätze im betrieblichen Gesundheitsmanagement auszutauschen. Die Themenschwerpunkte reichten von frühzeitiger Erkennung problematischen Konsums über wirksame Präventionsmaßnahmen bis hin zu praxisnahen Handlungsempfehlungen für Führungskräfte und Personalverantwortliche.
Ziel einer Wanderung war die „Fachklinik Eußerthal“, die sich seit vielen Jahren auf die Behandlung und Prävention von Suchterkrankungen spezialisiert hat. Dort empfing Chefarzt Dr. Thomas Korte mit seinem Team die berufliche Wandergruppe, um das Klinikkonzept und die Therapiemöglichkeiten aufzuzeigen. In diesem Rahmen konnte die bereits bestehende Kooperation mit der Fachklinik wieder aufgefrischt werden. „Die kurzen Wege in die Therapie, sind für manche Betroffene das entscheidende Kriterium, wenn sie sich auf den steinigen Weg raus aus dem Suchtverhalten machen“, so Christiane Brandt, Koordinatorin des BGM-Netzwerk-Worms.
Im Mittelpunkt der Wanderung standen vier hochkarätige Expertinnen, die – anstelle von Vorträgen – mit dem Format „Walk & Work“ auf Austausch in Bewegung setzten: wandern, diskutieren, Perspektiven wechseln und gemeinsam praxisnahe Wege entwickeln. So regten sie während der Wanderung durch die idyllische Umgebung rund um Eußerthal gezielt den Austausch an und gaben den Teilnehmenden die Möglichkeit, in kleinen Gesprächsgruppen individuelle Fragen zu stellen und praxisnahe Tipps zu erhalten.
Manuela Vietze, Fachkraft für Suchtprävention, machte deutlich „Suchtprävention im Betrieb wird oft erst ernst genommen, wenn es akut wird. Wichtig ist, eine Kultur zu schaffen, in der Mitarbeitende offen über ihre Probleme sprechen können, ohne Angst vor negativen Konsequenzen. Was uns belastet, begleitet uns immer, denn Probleme gibt man nicht am Eingang des Betriebes ab und holt sie abends wieder.“
Die BGM-Managerin Christiane Brandt nahm die Rolle und Handlungsmöglichkeiten der Führungskräfte unter die Lupe: „Auch wenn es schwerfällt, müssen die Fakten auf den Tisch. Führungskräfte tragen eine hohe Verantwortung im Bereich des Arbeitsschutzes. Eine gute Betriebsvereinbarung bietet einen klaren Handlungsrahmen im Umgang mit auffälligen Beschäftigten.“
Evgenia Reimer zeigte aus Sicht des Coaches, wie wichtig es ist, vor und bei Gesprächen unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Sucht und das Gegenüber einzunehmen. „Schwierige Gespräche scheitern selten an Argumenten, sondern an Haltung und Vertrauen. Ohne Vertrauen öffnen sich die Betroffenen nicht und Maßnahmen greifen ins Leere“, so die Expertin für gesunde Führung und Teamkommunikation.
Ilena Horn, Präventionsfachkraft bei der Caritas Worms, zeigte auf, wie wichtig es ist, Betroffene nicht alleine zu lassen, sondern Brücken zu Beratung, Selbsthilfegruppen und regionalen Unterstützungsangeboten zu bauen: „Unternehmen glauben, nur der Weg in eine Therapieeinrichtung sei der richtige, das stimmt aber so nicht, manchmal braucht es andere Maßnahmen zum Erfolg.“ Sie zeigte auf, welche Beratungsstellen Betroffene auf ihrem individuellen Weg unterstützen können.
Das BGM-Netzwerk Worms setzt mit Veranstaltungen wie dem Quartalstreffen ein klares Zeichen für die Bedeutung von Prävention und Austausch. Ziel ist es, Betriebe in der Region zu unterstützen, gesundheitsfördernde Strukturen aufzubauen und langfristig das Wohlbefinden der Beschäftigten zu stärken.




























