BUND warnt vor Baumsterben in Worms: Trockenheit setzt Stadtgrün massiv zu

Verdorrte Baumkronen, vorzeitiger Laubfall und geschwächte Gehölze: Die anhaltende Trockenheit hinterlässt nach Einschätzung der BUND-Kreisgruppe Worms deutliche Spuren im Stadtgebiet. In einer Mitteilung vom 22. September 2026 warnt der Umweltverband vor zunehmenden Schäden an Bäumen und Sträuchern. Selbst die Pfrimmaue und der Pfrimmpark seien betroffen.
„Wir erleben derzeit einen alarmierenden Zustand im gesamten Stadtgebiet“, erklärt Michael Leukam, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Worms. Der derzeit zu beobachtende Laubfall sei nach seiner Einschätzung kein Zeichen eines frühen Herbstes, sondern eine Folge akuten Trockenstresses.
In den vergangenen Wochen habe Leukam die Entwicklung mit Fotos dokumentiert. Zu sehen seien unter anderem vertrocknete Baumkronen, absterbende Gehölze und frühzeitiger Laubfall.
BUND verweist auf geringe Niederschlagsmengen
Als einen wesentlichen Grund nennt die Kreisgruppe die ohnehin geringen Niederschlagsmengen in Worms. Unter Berufung auf Daten des Deutschen Wetterdienstes gibt der BUND das langjährige Jahresmittel für Worms mit 535 Millimetern Niederschlag an. Im besonders trockenen Jahr 2018 seien es lediglich 444 Millimeter gewesen.
Für 2026 zeichnet sich nach Angaben des Umweltverbandes erneut ein sehr trockenes Jahr ab. Bis zum 22. September seien in Worms rund 280 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen. In den Monaten Juni, Juli und August habe die Niederschlagsmenge teilweise nicht einmal die Hälfte des üblichen Wertes erreicht.
Zusätzlich verschärfe sich die Situation dadurch, dass Regen häufiger in Form von punktuellem Starkregen falle. Das Wasser könne dann teilweise nicht ausreichend in tiefere Bodenschichten gelangen. Im Stadtgebiet kämen versiegelte Flächen und eine stärkere Aufheizung hinzu.
Schäden auch entlang der Pfrimm
Nach Beobachtungen des BUND sind mittlerweile auch Bereiche betroffen, die eigentlich vergleichsweise gut mit Wasser versorgt sein sollten. Im Pfrimmpark zeigten zahlreiche Bäume und Sträucher Trockenschäden.
Ähnliche Beobachtungen macht der Verband auf seiner Streuobstwiese in Worms-Pfiffligheim unmittelbar an der Pfrimm. Vor allem junge Bäume seien mittlerweile auf eine kontinuierliche Bewässerung angewiesen. Aber auch ältere Bäume zeigten laut BUND deutliche Vitalitätsverluste.
Schwarzer Rindenbrand an Apfelbäumen festgestellt
Auf der Streuobstwiese hat die BUND-Kreisgruppe nach eigenen Angaben zudem Schwarzen Rindenbrand an Apfelbäumen festgestellt. Der Pilz tritt demnach insbesondere bei bereits geschwächten Bäumen auf.
Die langanhaltende Trockenheit könne die Widerstandskraft der Obstbäume reduzieren und damit einen Befall begünstigen. Als mögliche Folgen nennt der Verband das Abplatzen der Borke und das Absterben einzelner Baumteile.
BUND fordert mehr Klimaanpassung in Worms
Die Kreisgruppe fordert angesichts der beobachteten Entwicklung verstärkte Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung der Stadt an Hitze und Trockenheit. Dazu zählt der BUND unter anderem eine stärkere Entwicklung von Worms nach dem Prinzip einer „Schwammstadt“, bei der Regenwasser möglichst vor Ort gespeichert und versickert wird.
Darüber hinaus nennt der Verband die Entsiegelung von Flächen, die Nutzung erneuerbarer Energien, Baumpatenschaften und die Pflanzung trockenheitstoleranter heimischer Gehölze wie Feldahorn oder Hainbuche als mögliche Maßnahmen.
„Bäume sind unsere natürlichen Klimaanlagen – sterben sie, wird die Hitze unerträglich“, warnt Leukam.
Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: BUND Kreisgruppe Worms
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Fotos: Michael Leukam
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