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Komikerin und Schauspielerin Mirja Boes ist im aktuellen Kinderfilm „Kannawoniwasein!“ als Zugschaffnerin zu sehen. „Ich bin ja nur ein kleines Mini-Rädchen in diesem Film. Er ist wirklich toll geworden, er hat auch ernstere Töne – aber man kriegt gute Laune davon.“ Ihre beiden Söhne (10 und 12 Jahre) waren beeindruckt. „Obwohl der Tag nicht einfach begann. Sie durften nicht mit auf den roten Teppich und dann später auch nicht bei der Verlosung mitmachen. Aber danach haben sie Miran (Hauptdarsteller Miran Selcuk) kennengelernt und waren ganz begeistert. Sie wollen jetzt auch einen Kinofilm drehen“, erzählt sie in der FFH-Sendung „Silvia am Sonntag“.

Mirja Boes möchte, solange es geht, ihre Kinder aus der Öffentlichkeit heraushalten. „Am liebsten wäre mir, sie würden ganz normal groß werden, das ist ja schon schwer genug mit mir als Mutter.“ Sie will zwar nicht, dass ihre Kinder fotografiert werden, aber spricht von ihnen in Interviews und auf der Bühne. „Ich habe auch mal ihre Namen genannt. Ja, sie haben Namen, sie heißen ja nicht Kind 1 und Kind 2.“ Aber auch das habe Grenzen. So würde sie sich nicht auf der Bühne über die Pubertät ihrer Söhne lustig machen. „Also drehe ich den Spieß um und zeige, wie unfassbar unperfekt und peinlich ich als Pubertäts-Mama bin.“ Dazu findet sie Inspirationen im Alltag. „Beide meiner Söhne spielen Fußball, und wir haben ja den Band-Bus vor der Tür stehen und da passen acht Jungs rein. Ich darf auch fahren, aber mein Sohn meinte zu mir: ‚Könntest du einfach still fahren.‘ Da war mir sehr langweilig.“

Die aus einem Lehrerhaushalt stammende Boes hat großen Respekt vor der Arbeit der Lehrer. „Es wird so unfassbar auf die Lehrer eingeschlagen, das finde ich so unfair. Ich würde mit keinem von ihnen tauschen wollen. Ich habe mich noch nie mit einer Lehrerin meiner Söhne angelegt. Ich glaube; der große Feind der Lehrer sind die Eltern.“ Sie ist auch was Noten angeht eine entspannte Mutter: „Klar möchte ich, dass meine Kinder unbeschadet durch die Schule kommen, aber ich nehme auch mal eine 4 oder 5 hin.“

Am allerwichtigsten ist Mirja Boes: „Dass ich meinen Kindern eine positive Einstellung zum Leben mitgeben kann. Das finde ich total wichtig.“ Die 51-Jährige, die früher auch als Partysängerin Möhre aufgetreten ist und mit ihrer Band „Die Honkey Donkeys“ auf Tour ist, muss nicht immer im Mittelpunkt stehen. „Ich kann auch mal schweigen. Bei der Premiere des Kinofilms meinte Stefan (Regisseur Stefan Westerwelle) zu mir: ‚Bist du schüchtern?‘ Wenn viele da sind, warte ich erst mal ab, was passiert und ich wollte auch den Kindern ihren großen Auftritt lassen.“

Auch wenn sie privat viel redet – „mein Freund hört nur die Hälfte, aus Sicherheitsgründen, wie er sagt“ – kann sie aber auch mal ganz ruhig sein. „Wir haben im Garten so eine Hängeschaukel und da bommel ich sehr gerne so vor mich hin.“ Besonders, um Ideen und Stichworte zu sammeln, liebt sie diese Entspannung. „Ich bin der Block- und Stifte-Typ. Habe so ein kleines Notizbuch in meiner Tasche und schreibe da rein, wenn mir eine Idee kommt.“

Die Musiker aus ihrer Band überrascht sie immer wieder gern. „Wenn ich sage, ich habe eine Idee, bekommen die Angst.“ Ganz oft entschuldige sie sich bei ihnen. „Das sind ja so tolle, gestandene Musiker und bei mir müssen sie immer so dumme Sachen machen, wie in Abendkleidern auf der Bühne stehen oder sich jetzt für das neue Programm in Ringelbadeanzügen fotografieren lassen.“ Deshalb bemüht sie sich, dass es ihnen sonst gut geht. „Ich bringe ihnen Kaffee beim Soundcheck, wasche ihre Klamotten. Ich glaube, die wissen, wie viel mir an ihnen liegt – also außerhalb der Bühne behandele sie sie richtig gut.“

„Silvia am Sonntag – der Talk“ läuft sonntags zwischen 9 und 12 Uhr mit Moderatorin Silvia Stenger. Das komplette Gespräch mit Mirja Boes sowie alle anderen Interviews, können in voller Länge bei FFH in Web und App und überall dort, wo es Podcasts gibt, gehört werden.