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Drogenschmugglerbande zerschlagen: Ermittler nehmen mutmaßlichen Kopf in Sarajevo fest

Drogenschmugglerbande zerschlagen: Ermittler nehmen mutmaßlichen Kopf in Sarajevo fest
Zollfahndung und Polizei haben umfangreiche Mengen an Drogen und Bargeld sichergestellt. Im Zuge der Ermittlungen wurden insgesamt acht Tatverdächtige in Deutschland, der Schweiz und Bosnien festgenommen. Foto: Zollfahndungsamt Frankfurt am Main

Zollfahndung und Polizei haben eine mutmaßliche Drogenschmugglerbande aus dem Rhein-Main-Gebiet zerschlagen. Nach umfangreichen Ermittlungen wurden insgesamt acht Tatverdächtige in Deutschland, der Schweiz und Bosnien festgenommen. Der mutmaßliche Kopf der Gruppierung wurde am 17. Juli 2026 in Sarajevo lokalisiert und durch die dortigen Strafverfolgungsbehörden festgenommen.

Die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) Hessen des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main und des Hessischen Landeskriminalamts ermittelt seit Frühjahr 2025 im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wiesbaden gegen die Gruppierung. Den Beschuldigten wird bandenmäßiger Einfuhrschmuggel und der Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen.

Ermittlungen führten zu weiteren Verdächtigen

Ausgangspunkt des Verfahrens waren umfangreiche Drogenfunde im April 2025. In vier leerstehenden Immobilien in Frankfurt am Main, Trebur, Niedernhausen und Walluf, die den Ermittlern zufolge als illegale Drogenlager genutzt wurden, stellten Zollfahnder und Polizeikräfte mehr als 600 Kilogramm verschiedener Betäubungsmittel sicher.

Darunter befanden sich rund 350 Kilogramm Marihuana, mehr als 200 Kilogramm Amphetamin und rund 186 Kilogramm Codein. Im Zusammenhang mit diesen Sicherstellungen wurden zunächst vier Personen festgenommen. Die weiteren Erkenntnisse aus den Ermittlungen führten die GER Hessen anschließend auf die Spur einer weiteren Schmugglergruppe.

Mutmaßlicher Kopf in Sarajevo festgenommen

Der mutmaßliche Hauptverantwortliche der Gruppierung konnte schließlich durch die Zielfahndung des Hessischen Landeskriminalamts in Sarajevo ausfindig gemacht werden. Der 34-Jährige wurde am 17. Juli durch die örtlichen Behörden festgenommen. Bei der Durchsuchung seiner Aufenthaltsräume wurden zudem drei scharfe Schusswaffen samt Munition sichergestellt.

Nach Angaben der Ermittler steht der Mann im Verdacht, die Einfuhr von mindestens 88 Kilogramm Kokain, unter anderem aus den Niederlanden nach Deutschland, organisiert zu haben. Dabei sollen sogenannte Rauschgiftkuriere eingesetzt worden sein. Deren Fahrzeuge waren den Ermittlungen zufolge mit professionellen Schmuggelverstecken ausgestattet. Das geschmuggelte Rauschgift soll für die weitere Verteilung in Europa bestimmt gewesen sein.

Der Tatverdächtige soll zur Strafverfolgung nach Deutschland überstellt werden.

Weitere Festnahmen und große Drogenmengen

Bereits im Mai 2026 hatten Zoll- und Polizeikräfte im Rahmen der Ermittlungen umfangreiche Maßnahmen durchgeführt. In München, Frankfurt am Main und der Schweiz wurden dabei rund 88 Kilogramm Kokain sowie Crystal Meth und Amphetamin im einstelligen Kilogrammbereich sichergestellt. Zusätzlich beschlagnahmten die Einsatzkräfte rund 145.000 Euro Bargeld.

Bei den Maßnahmen wurden zwei Frauen und fünf Männer im Alter zwischen 23 und 39 Jahren festgenommen. Sie befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.

Die Ermittlungen der GER Hessen richten sich gegen schwere und organisierte Rauschgiftkriminalität. Die gemeinsame Ermittlungsgruppe von Hessischem Landeskriminalamt und Zollfahndungsamt Frankfurt am Main besteht seit 2012 und hat sich auf umfangreiche Verfahren gegen grenzüberschreitend agierende Drogenbanden spezialisiert.

Für die Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: Zollfahndungsamt Frankfurt am Main/Hessisches Landeskriminalamt