Georg-Scheu-Plakette in Alzey: Jean-Claude Juncker als erster Nicht-Deutscher ausgezeichnet

Eine Premiere bei der Georg-Scheu-Plakette: Der frühere Präsident der Europäischen Kommission und langjährige luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker ist als erster Nicht-Deutscher mit dem Alzeyer Weinkulturpreis ausgezeichnet worden. Am Samstag, 19. September 2026, nahm der 71-Jährige die Auszeichnung im Rahmen der repräsentativen Weinprobe beim Alzeyer Winzerfest entgegen. Rund 550 Gäste verfolgten die Veranstaltung auf der Wein- und Sektterrasse.
Juncker ist der 25. Träger der Georg-Scheu-Plakette. Verliehen wird die Auszeichnung gemeinsam von der Stadt Alzey, der Interessengemeinschaft Wein- und Sektterrasse, dem Landkreis Alzey-Worms und der Allgemeinen Zeitung Alzey.
14 Weine begleiten die Preisverleihung
Durch die Weinprobe mit insgesamt 14 Weinen aus dem Alzeyer Land führten Thomas Ehlke und René Harth. Für die musikalische Begleitung sorgte die AZ Big Band. Als diese die Europahymne spielte, erhoben sich nach Angaben der Stadt die rund 550 Gäste auf der Wein- und Sektterrasse.
Die Laudatio auf Juncker hielt Udo van Kampen. Der langjährige EU-Korrespondent wurde selbst bereits 2002 mit der Georg-Scheu-Plakette ausgezeichnet und blickte in seiner Rede unter anderem auf seine langjährige Bekanntschaft mit Juncker zurück.
Juncker spricht über Wein und Europa
In seiner Rede verband Juncker die Auszeichnung mit Gedanken zur europäischen Zusammenarbeit. „Europa und der Wein brauchen beide das Gleiche: Hege und Pflege“, sagte der frühere EU-Kommissionspräsident. Er rief dazu auf, die Errungenschaften eines geeinten Europas und insbesondere den Frieden nicht als selbstverständlich anzusehen.
Dabei sorgte Juncker auch mit persönlichen Anekdoten und seinem Verhältnis zum Wein für Unterhaltung. Noch vor der Preisverleihung hatte ihn eine Delegation aus Rheinhessen in Luxemburg besucht und zwölf Flaschen Wein aus dem Alzeyer Land mitgebracht. Seit er von der Auszeichnung erfahren habe, trinke er Wein, erzählte Juncker den Gästen mit einem Augenzwinkern.
Bürgermeister spricht von „europäischem Moment“
Alzeys Bürgermeister Steffen Jung bezeichnete die Preisverleihung im Anschluss als besonderen Moment für die Stadt. Mit Juncker als erstem internationalen Preisträger habe die Georg-Scheu-Plakette eine neue Dimension erhalten.
Zum Abschluss stellte Juncker zudem eine Rückkehr nach Alzey in Aussicht. Besonders gerne würde er nach eigenen Worten zur 100. Verleihung der Georg-Scheu-Plakette wiederkommen – die allerdings erst in 75 Jahren ansteht.
Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: Stadtverwaltung Alzey
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Fotos: Carsten Selak Fotografie
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