Dr. Marc Szczyrba Foto: Klinikum Worms /pakalski

Worms, 24. Juli 2023 – Im Sommer haben Bakterien und andere Keime Hochsaison. Die heißen Temperaturen bieten Salmonellen und sonstigen Erregern idealen Nährboden, um sich schnell zu vermehren. Wenn die Temperaturen steigen, ist Hygiene deshalb besonders wichtig. Welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um gesund durch die heißen Tage zu kommen, weiß Dr. Marc Szczyrba, der Ärztlicher Leiter der Krankenhaushygiene am Wormser Klinikum ist.

„Insbesondere die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung ist im Sommer hoch, wenn Speisen nicht ausreichend gekühlt werden“, erklärt der Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin. „Bereits bei Temperaturen von rund 20 Grad sind aus 10 einzelnen Salmonellen schnell einige tausend geworden.“ Besonders kritisch sind Lebensmittel mit einem hohen Eiweiß- oder Wassergehalt wie etwa gehaktes Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier oder Eis. „Und natürlich die allseits bekannte Mayonnaise, die immer nur direkt aus dem Kühlschrank verzehrt werden sollte“, so Dr. Szczyrba. Selbiges gilt auch für Grillgut, das niemals längere Zeit ungekühlt neben dem Grill liegen, sondern direkt zubereitet und gut durchgegrillt werden sollte. Übrig gebliebenes gerilltes Fleisch sollte nicht lange bei den hohen Temperaturen auf dem Esstisch liegend verharren, sondern schnellstmöglich in den Kühlschrank verbracht werden. „Warten Sie nicht bis das Fleisch abgekühlt ist. Legen Sie es noch warm in den Kühlschrank, dieser geht dabei nicht kaputt. So kann der kritische Temperatur-Bereich von 20 bis 40 Grad Celsius, in dem sich Bakterien schnell vermehren können, zügiger durchschritten werden.“

Wichtig sei außerdem die Kühlkette beim Transport der Lebensmittel nicht zu unterbrechen. „Verderbliche Ware sollte stets in einer Kühltasche gelagert und auf direktem Wege nach Hause in den Kühlschrank gebracht werden“, so der Hygieniker weiter. Besondere Wachsamkeit sei auch in der eigenen Küche angebracht: „Schneidebretter sind wahre Brutstätten für Bakterien und sollten nach jeder Nutzung intensiv gereinigt werden“, erklärt Dr. Szczyrba weiter. „Gleiches gilt für Spülschwämme oder Arbeitsflächen. Wichtig ist außerdem, die Hände nach jedem Kontakt mit rohem Fleisch sorgfältig zu waschen.“ 

Auch im Trink- oder Mineralwasser können Keime lauern. „Im Innenraum eines Autos steigen die Temperaturen im Hochsommer schnell auf über 50 Grad Celsius. Wenn angebrochene Wasserflaschen dort gelagert werden, können diese schnell verkeimen und das Wasser dann zum Beispiel Durchfallerkrankungen hervorrufen.“ Vorsicht ist auch am Urlaubsort geboten: „Mit dem Beginn der Sommerferien sollten Sie unbedingt im Hotel oder der Ferienunterkunft die Wasserhähne im Bad und in der Dusche aufdrehen und ungefähr drei bis fünf Minuten heißes Wasser durchlaufen lassen. Stagnierendes Wasser verkeimt sehr schnell. Auch wenn es sich nicht um Trinkwasser handelt, können sich dort schnell Legionellen und andere Krankheitserreger bilden.“

Wichtig zu wissen ist laut Dr. Szczyrba auch, dass viele Erreger im Essen nicht unbedingt am Geruch oder am Geschmack zu erkennen sind. „Im Zweifel sollten wir den über längere Zeit in der Sonne gestandenen Kartoffelsalat oder das Tiramisu lieber nicht mehr essen.“ Ein deutliches Warnzeichen sei, wenn Lebensmittel unangenehm riechen oder schmecken. „Hier gilt es kein Risiko einzugehen und die Speisen direkt zu entsorgen.“

 

Über uns:

Das Klinikum Worms ist ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit 696 Betten, verteilt auf 12 Hauptfachabteilungen und Fachbereiche sowie eine Belegabteilung. Aktuell kümmern sich über 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um jährlich rund 30.000 stationär und über 40.000 ambulant behandelte Patientinnen und Patienten. Das Klinikum Worms gehört damit zu den fünf größten Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz.

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