Foto: Jan Metzler

Herausforderungen in Rheinhessens Apotheken

MdB Jan Metzler besucht Seebach Apotheke in Westhofen und diskutiert aktuelle Branchenprobleme mit Inhaber Dr. Illy

WESTHOFEN/RHEINHESSEN. Die Apotheken in Rheinhessen sehen sich mit einer Reihe von Hürden konfrontiert – vom bürokratischen Aufwand durch neue Vorschriften, über die mangelnde Anerkennung der Leistungserbringer im Gesundheitswesen, bis hin zu den Komplexitäten, die die Umsetzung elektronischer Prozesse wie Rezepte und Krankmeldungen mit sich bringen. Im Rahmen seines Besuchs in der Seebach-Apotheke in Westhofen erörterte der Bundestagsabgeordnete Jan Metzler diese Themen mit dem Apotheker Dr. Heinrich Illy.

Dr. Illy betonte besonders: „Die Leistungserbringer im Gesundheitswesen werden in Deutschland nicht gerecht entlohnt! Die Bürokratie wird für die Betriebe immer komplizierter, teurer und zeitaufwendiger. Für die Zukunft sehe ich hier keine Besserung.“ Und weiter erklärte er: „Beim elektronischen Rezept verschwenden wir weiterhin wertvolle Arbeitskraft zur Vermeidung von Formfehlern anstatt für die Beratung von Patienten.“

Jan Metzler sagte: „Es wirft Fragen auf, unter welchen Umständen Apotheker aktuell tätig sind.“ Er und Dr. Illy diskutierten mögliche Lösungen, wobei beide den Austausch von wirkstoffgleichen Medikamenten als vorteilhaft ansahen.

Angesprochen auf das Thema Medikamentenengpässe meinte Dr. Illy: „Die Belieferung von Arzneimitteln lohnt sich für die Firmen wegen der niedrigen Erlöse in Deutschland oft nicht. Dann liefert man eben in andere Länder.“ Eine Rückverlagerung der Medikamentenproduktion nach Deutschland, wie von Metzler vorgeschlagen, sieht Dr. Illy allerdings skeptisch: „In dem aktuellen Umfeld ist das nicht möglich und wird es auch zukünftig nicht mehr in nennenswertem Umfang geben.“

Bezüglich des Fachkräftemangels betonten beide die Wichtigkeit der Ausbildungsförderung und der Schaffung von Anreizen. Jan Metzler schloss mit der Anerkennung der unerlässlichen Rolle der Apotheken: „Sie sind ein Grundpfeiler der Gesundheitsversorgung in Rheinhessen.“