Politik

Kreiselternausschuss kritisiert fehlenden Verfahrenslotsen im Kreis Alzey-Worms

Kreiselternausschuss kritisiert fehlenden Verfahrenslotsen im Kreis Alzey-Worms
Der Kreiselternausschuss der Kitas fordert eine zeitnahe Besetzung der Stelle eines Verfahrenslotsen im Landkreis Alzey-Worms. Dieser soll Familien mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen bei der Suche nach den passenden Hilfen unterstützen. Archivfoto: Mirco Metzler/Die Knipser

Der Kreiselternausschuss der Kitas (KEA) kritisiert die Situation bei der Unterstützung von Familien mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen im Landkreis Alzey-Worms. Im Mittelpunkt steht die nach Angaben des KEA bislang unbesetzte Stelle eines sogenannten Verfahrenslotsen.

Verfahrenslotsen sollen junge Menschen mit einer bestehenden oder drohenden Behinderung sowie deren Familien unabhängig dabei unterstützen, Leistungen der Eingliederungshilfe zu beantragen und ihre Ansprüche wahrzunehmen. Ein entsprechender gesetzlicher Anspruch besteht seit dem 1. Januar 2024.

Nach Darstellung des Kreiselternausschusses erleben betroffene Familien im Landkreis weiterhin langwierige Klärungen darüber, ob Jugend- oder Sozialamt für eine benötigte Unterstützung zuständig ist. Der KEA befürchtet, dass sich dadurch notwendige Hilfen für Kinder verzögern könnten.

„Familien brauchen keine Diskussionen darüber, welche Behörde zuständig ist. Sie brauchen kompetente Beratung, Orientierung und schnelle Hilfe“, erklärt KEA-Vorsitzende Anna-Maria Liebing-Zimmermann. Gerade bei kleinen Kindern könnten frühzeitige Fördermaßnahmen für die weitere Entwicklung von Bedeutung sein.

KEA fordert Besetzung der Stelle

Kritik übt der Kreiselternausschuss auch am bisherigen Umgang des Landkreises mit dem Thema. Nach Darstellung des KEA habe Landrat Heiko Sippel in einem Gespräch unter anderem auf zusätzliche Kosten und derzeit vorrangige Stellen hingewiesen. Der Ausschuss widerspricht dieser Einschätzung.

„Die Größe einer Verwaltung darf nicht darüber entscheiden, ob Familien die Unterstützung erhalten, die der Gesetzgeber vorgesehen hat“, betont Liebing-Zimmermann.

Nach Angaben des KEA ist eine Stelle für einen Verfahrenslotsen beim Landkreis seit April ausgeschrieben. Der Kreiselternausschuss fordert, die Position möglichst zeitnah zu besetzen und damit eine zentrale Anlaufstelle für betroffene Familien zu schaffen.

Verfahrenslotsen haben dabei nicht nur eine beratende Funktion für Familien. Sie sollen den örtlichen Träger der Jugendhilfe auch bei der Zusammenführung der unterschiedlichen Leistungen der Eingliederungshilfe für junge Menschen unterstützen.

Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: Kreiselternausschuss Alzey-Worms