Lufthansa Technik baut Triebwerksstandort in den USA aus – Mehr als 100 neue Arbeitsplätze geplant

Lufthansa Technik erweitert seinen Standort in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma und baut damit sein internationales Triebwerksgeschäft weiter aus. Die Kapazitäten für Wartungs- und Reparaturarbeiten werden deutlich erhöht. Gleichzeitig investiert das Unternehmen in die Ausbildung neuer Fachkräfte. Bis zum Jahr 2030 sollen durch das Gesamtprojekt mehr als 100 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.
Mit der Erweiterung reagiert Lufthansa Technik Engine Services (LTES) auf die steigende Nachfrage nach Triebwerksdienstleistungen in Nord-, Mittel- und Südamerika. Die Zahl der sogenannten Triebwerksbays, also der Arbeitsplätze für Wartungs- und Reparaturarbeiten an Flugzeugtriebwerken, steigt von derzeit 28 auf 46.
Dadurch entstehen zusätzliche Kapazitäten für verschiedene Triebwerkstypen, darunter V2500-, CFM56-5B/7B-, Rolls-Royce-Tay-611-8/8C- und GTF-Triebwerke.
Neuer Modulshop soll Reparaturen beschleunigen
Neben der Erweiterung der bestehenden Kapazitäten plant das Unternehmen den Aufbau eines zusätzlichen Modulshops. Dieser soll das Leistungsspektrum erweitern und die Bearbeitung einzelner Triebwerksmodule ermöglichen.
Ziel ist es, interne Abläufe zu vereinfachen, Reparaturzeiten zu verkürzen und die betriebliche Flexibilität zu erhöhen. Damit möchte Lufthansa Technik Fluggesellschaften und andere Betreiber künftig noch schneller und effizienter unterstützen.
Der Standort Tulsa ist bereits heute ein wichtiger Bestandteil des internationalen Wartungsnetzwerks von Lufthansa Technik. Ursprünglich unter dem Namen BizJet International bekannt, war das Werk vor allem auf die Instandhaltung von Rolls-Royce-Triebwerken für Geschäftsreiseflugzeuge spezialisiert.
Mittlerweile werden dort auch weitere Triebwerkstypen betreut. Darüber hinaus verfügt die Niederlassung über einen modernen, vollständig digitalisierten Triebwerksprüfstand.
Tulsa gewinnt für internationales Netzwerk an Bedeutung
Eine zentrale Rolle spielt das sogenannte Mobile-Engine-Services-Netzwerk (MES). Dieses ermöglicht gezielte Reparaturen an Triebwerken, ohne dass in jedem Fall eine vollständige Überholung notwendig ist.
Solche kurzfristigen Reparatureinsätze können dazu beitragen, die Standzeiten von Flugzeugen zu reduzieren und die Wartungskosten für Betreiber zu senken.
Harald Gloy, Chief Operations Officer von Lufthansa Technik, betont die Bedeutung des Ausbaus für das internationale Geschäft. Mit den zusätzlichen Kapazitäten in Tulsa könne das Unternehmen Flugzeugbetreiber auf dem amerikanischen Markt künftig noch besser unterstützen.
Gemeinsam mit den Standorten in Calgary und Montreal bildet Tulsa einen wichtigen Bestandteil des regionalen Triebwerksgeschäfts.
Mehr als 100 neue Arbeitsplätze bis 2030
Die Erweiterung soll nicht nur zusätzliche technische Kapazitäten schaffen, sondern auch neue Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen. Bis zum Jahr 2030 plant Lufthansa Technik im Rahmen des Gesamtprojekts mehr als 100 zusätzliche Arbeitsplätze.
Um den langfristigen Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu decken, hat Lufthansa Technik Engine Services bereits Anfang 2025 ein duales Ausbildungsprogramm gestartet.
Die rund 18-monatige Ausbildung kombiniert praktische Erfahrungen im Betrieb mit einer strukturierten theoretischen Qualifizierung. Nach erfolgreichem Abschluss können die Teilnehmer die Prüfung für das sogenannte Powerplant Certificate ablegen. Dabei handelt es sich um eine von der US-Luftfahrtbehörde FAA vergebene Qualifikation für Triebwerksmechaniker.
Bislang haben sich 24 Mitarbeiter für das Programm eingeschrieben. Zehn von ihnen haben die Qualifikation bereits erfolgreich erworben.
Deutsches Ausbildungssystem als Vorbild
Mit der Ausbildungsinitiative möchte das Unternehmen dem Fachkräftemangel in der Luftfahrttechnik entgegenwirken und gleichzeitig hohe Qualitätsstandards sicherstellen.
Michael Scheferhoff, President und CEO von Lufthansa Technik Engine Services, sieht darin einen wichtigen Bestandteil der langfristigen Unternehmensstrategie. Durch die Verbindung von praktischer Erfahrung und theoretischer Ausbildung werde ein bewährtes Element des deutschen dualen Ausbildungssystems auf den amerikanischen Standort übertragen.
Die gezielte Förderung lokaler Fachkräfte soll das weitere Wachstum unterstützen und Tulsa langfristig als wichtigen Standort für die Instandhaltung von Flugzeugtriebwerken stärken.
Auch Wartung von Flugzeugkomponenten wird ausgebaut
Neben dem Triebwerksgeschäft spielt Tulsa auch für andere Bereiche der Lufthansa Technik Gruppe eine wichtige Rolle.
Die ebenfalls dort ansässige Lufthansa Technik Component Services (LTCS) hat ihre Kapazitäten für die Wartung und Reparatur von Flugzeugkomponenten erweitert. Das Unternehmen ist unter anderem auf die Instandhaltung von Avionik, Hydraulik, Pneumatik, Kraftstoffsystemen und Sicherheitsausrüstung spezialisiert.
Lufthansa Technik Component Services beschäftigt mehr als 730 Fachkräfte an elf Standorten in Nord-, Mittel- und Südamerika.
Der gesamte Lufthansa Technik Konzern zählt mit rund 23.000 Beschäftigten weltweit zu den führenden Anbietern von Wartungs-, Reparatur- und Überholungsdienstleistungen für Flugzeuge.
Mit dem Ausbau in Tulsa möchte das Unternehmen seine Position auf dem amerikanischen Markt weiter stärken und auf die steigende Nachfrage nach spezialisierten Triebwerksservices reagieren.
Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: Lufthansa Technik
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