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Mehr als 22.000 Wildunfälle in Rheinland-Pfalz: LKA warnt vor erhöhter Gefahr im Herbst

Mehr als 22.000 Wildunfälle in Rheinland-Pfalz: LKA warnt vor erhöhter Gefahr im Herbst
Besonders in der Dämmerung und nachts besteht auf Straßen entlang von Wäldern und Feldern erhöhte Wildunfallgefahr. Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz rät zu angepasster Geschwindigkeit und erhöhter Aufmerksamkeit. Symbolfoto: Pixabay

Gerade im Herbst steigt für Autofahrer die Gefahr, plötzlich auf Wildtiere auf der Fahrbahn zu treffen. Besonders in der Dämmerung am Morgen und Abend sind viele Tiere aktiv. Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz (LKA) ruft deshalb zu erhöhter Aufmerksamkeit auf und gibt Tipps zum richtigen Verhalten vor und nach einem Wildunfall.

Wie groß das Risiko ist, zeigen die Zahlen aus dem vergangenen Jahr: 2025 ereigneten sich nach Angaben des LKA allein in Rheinland-Pfalz mehr als 22.000 Verkehrsunfälle aufgrund von Wildtieren auf der Fahrbahn.

Besonders aufmerksam sollten Autofahrer in Waldgebieten und entlang von Feldern sein. Das LKA empfiehlt, bei schlechter Sicht, in der Dämmerung und nachts die Geschwindigkeit zu reduzieren und jederzeit bremsbereit zu bleiben. Warnschilder vor Wildwechsel sollten ernst genommen und die Straßenränder aufmerksam beobachtet werden. Reflektierende Augen können frühzeitig auf Tiere am Fahrbahnrand hinweisen.

Wildtier auf der Straße: Bremsen statt ausweichen

Taucht ein Tier auf, sollten Autofahrer sofort kontrolliert abbremsen, das Fernlicht ausschalten und hupen. Dabei ist zu beachten, dass einem einzelnen Tier weitere folgen können.

Von abrupten Ausweichmanövern rät das LKA ausdrücklich ab. Dadurch könne die Gefahr entstehen, mit dem Gegenverkehr, einem Baum oder anderen Hindernissen zusammenzustoßen. Stattdessen sei in vielen Situationen ein kontrolliertes Abbremsen entscheidend.

Was nach einem Wildunfall zu tun ist

Kommt es dennoch zu einem Zusammenstoß, sollte zunächst die Unfallstelle abgesichert werden. Dazu gehören Warnblinkanlage, Warnweste und das Aufstellen des Warndreiecks in ausreichender Entfernung.

Sind Menschen verletzt, muss über die 112 der Rettungsdienst verständigt und Erste Hilfe geleistet werden. Auch ohne Verletzte sollte ein Wildunfall der Polizei unter 110 gemeldet werden. Die Polizei kann anschließend den zuständigen Jagdpächter beziehungsweise Jäger informieren und eine Wildunfallbescheinigung für die Versicherung ausstellen.

Verletzte Wildtiere sollten keinesfalls angefasst werden. Aus Angst oder aufgrund von Schmerzen können sie sich heftig wehren. Auch einem geflüchteten Tier sollte nicht gefolgt werden. Die weitere Suche übernehmen die zuständigen Jäger.

Wenn es gefahrlos möglich ist, empfiehlt das LKA außerdem, Fotos vom Fahrzeugschaden, der Unfallstelle und vorhandenen Spuren anzufertigen sowie Ort und Uhrzeit zu dokumentieren. Betroffene sollten anschließend an einem sicheren Ort bleiben, bis das weitere Vorgehen mit Polizei, Rettungsdienst oder Jägern geklärt ist.

Mit angepasster Geschwindigkeit, erhöhter Aufmerksamkeit und vorausschauendem Fahren lasse sich das Risiko eines Wildunfalls reduzieren, so das Landeskriminalamt.

Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz