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Mehrere Kundgebungen am 22. August in Worms angekündigt

Mehrere Kundgebungen am 22. August in Worms angekündigt
Für den 22. August sind rund um den Wormser Hauptbahnhof und in der Innenstadt mehrere Versammlungen angekündigt. Gegen eine geplante rechtsextreme Gedenkveranstaltung für Rudolf Heß wollen verschiedene Organisationen mit Demonstrationen und Kundgebungen protestieren. Archivfoto: Mirco Metzler/Die Knipser

Am Samstag, 22. August, könnte die Wormser Innenstadt zum Schauplatz mehrerer politischer Versammlungen werden. Anlass ist eine angekündigte Veranstaltung zum Gedenken an den nationalsozialistischen Funktionär Rudolf Heß. Gegen die rechtsextreme Veranstaltung formiert sich Protest: Mehrere Organisationen und Bündnisse haben eigene Demonstrationen und Kundgebungen angekündigt.

Den ersten Gegenprotest plant das Offene antifaschistische Treffen Alzey. Die Demonstration soll um 11.30 Uhr am Wormser Hauptbahnhof beginnen und anschließend durch die Innenstadt führen. Sie steht unter dem Motto „Kein Gedenken den Tätern“.

Eine weitere Kundgebung ist für 13 Uhr auf dem St.-Albans-Platz vor dem Hauptbahnhof vorgesehen. Zu dieser rufen unter anderem das Bündnis gegen Naziaufmärsche Worms, der DGB-Stadtverband Worms, der Runde Tisch gegen Rechtsextremismus an der Lutherkirche sowie die VVN-BdA auf.

Rechtsextreme Veranstaltung sorgt für Gegenproteste

Auslöser für die verschiedenen Protestaktionen ist eine angekündigte Gedenkveranstaltung der rechtsextremen Gruppierung „Initiative Mord verjährt nicht“. Im Mittelpunkt steht Rudolf Heß, der während der NS-Diktatur zu den führenden Funktionären des nationalsozialistischen Regimes gehörte und zeitweise Stellvertreter Adolf Hitlers war.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Heß im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher zu lebenslanger Haft verurteilt. Er starb 1987 im Kriegsverbrechergefängnis Berlin-Spandau. Sein Todestag wird seit Jahrzehnten von Teilen der rechtsextremen Szene für Gedenkveranstaltungen und Aufmärsche genutzt.

Auch Worms war in der Vergangenheit bereits Schauplatz entsprechender Veranstaltungen. Die angekündigten Gegenproteste sollen verhindern, dass ein solches Gedenken ohne öffentlichen Widerspruch stattfindet.

Forderungen nach Verbot der Veranstaltung

Das Bündnis gegen Naziaufmärsche Worms fordert von den zuständigen Behörden, die rechtsextreme Veranstaltung beziehungsweise einen möglichen Aufmarsch zu untersagen. Die Forderung wurde auch gegenüber der Stadtspitze und dem Ordnungsamt deutlich gemacht.

Ob es am 22. August tatsächlich zu einem Demonstrationszug der rechtsextremen Teilnehmer durch Worms kommen wird, ist bislang allerdings noch nicht abschließend geklärt.

Die konkreten Abläufe und mögliche behördliche Auflagen stehen ebenfalls noch nicht fest. Stadt und Polizei befinden sich nach den vorliegenden Informationen in Abstimmung über die geplanten Versammlungen.

Damit dürfte sich erst näher am Veranstaltungstag zeigen, welche Demonstrationsrouten zugelassen werden, welche Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind und mit welchen Einschränkungen möglicherweise in der Wormser Innenstadt zu rechnen ist.

Text: ML/Redaktion Die Knipser