Beim Poetry-Slam-Workshop am UNESCO Welterbe Kloster Lorsch entwickeln Jugendliche mit Alex Dreppec eigene Texte und entdecken neue Wege, sich kreativ auszudrücken. Fotos: Florian Saum, Staatliche Schlösser und Gärten
Mit Kreativität, kultureller Bildung und gemeinsamer Begegnung möchten zwei neue Projekte am UNESCO Welterbe Kloster Lorsch Kindern und Jugendlichen neue Perspektiven eröffnen. In Kooperation mit dem Verein zur Förderung des UNESCO Welterbes Kloster Lorsch konnten zwei Bildungs- und Integrationsangebote umgesetzt werden, die Sprache, Kulturvermittlung und kreative Selbstverwirklichung miteinander verbinden.
Den Auftakt machte am 6. August ein Poetry-Slam-Workshop unter dem Titel „Poetry Slam trifft Bienensegen“ mit dem Künstler, Autor und Poetry Slammer Alex Dreppec. Ein zweiter Workshop widmet sich unter dem Titel „Wohin des Weges, Digga?“ der darstellenden Kunst und dem historischen Schauplatz des Frühen Mittelalters im Freilichtlabor Lauresham.
Initiiert wurden die Projekte von der Vereinsvorsitzenden Eleonore Jungmann-Ginkel und der Leiterin der Lorscher Museumspädagogik Claudia Götz. Unterstützung erhalten die Vorhaben durch das Programm Kultur macht stark (KUMASTA), eine Förderung des Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sowie durch die Initiative JEP3 – jung-engagiert-phantasiebegabt. Weitere Unterstützung leisten das Paritätisches Bildungswerk Bundesverband e.V. und Sponsor Langnese.
„Als ehemalige Schulleiterin einer Beruflichen Schule ist und war es mir wichtig, geflüchtete Jugendliche und Jugendliche mit Migrationshintergrund zu integrieren“, erklärt Jungmann-Ginkel. Gerade die Verbindung von Sprache und Kultur biete dabei eine besondere Möglichkeit, Begegnung und Teilhabe zu schaffen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden über die Werner-von-Siemensschule Lorsch erreicht. Schülerinnen und Schüler aus benachteiligten Familien erhielten dadurch die Möglichkeit, kostenfrei an den Workshops teilzunehmen und eigene kreative Fähigkeiten zu entdecken.
Kreatives Schreiben und Poetry Slam im Mittelpunkt
Beim ersten Workshop-Tag stand zunächst die Auseinandersetzung mit Literatur im Mittelpunkt. Gemeinsam beschäftigten sich die Jugendlichen mit verschiedenen deutschen Textbeispielen und diskutierten darüber, welche Elemente einen gelungenen Bühnentext ausmachen. Anschließend entwickelten sie mit kreativen Schreibübungen eigene Gedichte, Kurzgeschichten und Rap-Texte.
Dabei ging es nicht nur um sprachliche Fähigkeiten, sondern vor allem um Mut zur eigenen Stimme und den Austausch untereinander. Humorvolle wie ernste Texte entstanden, die in einer offenen Atmosphäre gemeinsam besprochen und weiterentwickelt wurden.
Am Freitag, 10. Juli, werden die entstandenen Texte erstmals öffentlich präsentiert. Die Veranstaltung findet um 11 Uhr in der Zehntscheune auf dem Klosterhügel statt und ist für interessierte Besucherinnen und Besucher kostenlos zugänglich.
Mittelalterliche Geschichte trifft Theater
Das zweite Projekt „Wohin des Weges, Digga?“ richtet den Fokus auf Theater und historische Vermittlung. Gemeinsam mit dem Theaterpädagogen, Musiker und Mitglied des Theaterlabor INC Christopher Daniels erkunden die Jugendlichen die Möglichkeiten darstellender Kunst.
Ausgangspunkt ist die Welt des Frühen Mittelalters, wie sie im Freilichtlabor Lauresham dargestellt wird. Nach einer Einführung in die historische Epoche durch die Museumspädagogik entwickeln die Teilnehmenden eigene Texte und Szenen. Ziel ist es, historische Themen spielerisch mit der Lebenswelt der Jugendlichen zu verbinden und daraus eine gemeinsame Performance entstehen zu lassen.
Die Ergebnisse dieses Workshops werden am Freitag, 17. Juli, um 11 Uhr im Freilichtlabor Lauresham öffentlich präsentiert. Auch diese Veranstaltung kann kostenfrei besucht werden.
Mit den beiden Projekten setzt das UNESCO Welterbe Kloster Lorsch ein Zeichen für kulturelle Teilhabe und Integration. Sprache, Geschichte und Kunst werden dabei zu Werkzeugen, um Begegnung zu ermöglichen und jungen Menschen Raum für eigene Ideen und Ausdrucksformen zu geben.
Text: LC/Redaktion Die Knipser/UNESCO-Welterbestätte Kloster Lorsch





























