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Osthofen greift nach der Krone: Kathrin Knierim steht im Finale der Deutschen Weinmajestät

Osthofen greift nach der Krone: Kathrin Knierim steht im Finale der Deutschen Weinmajestät
Große Bühne für Rheinhessen: Die Osthofenerin Kathrin Knierim hat sich bei der Vorentscheidung in Neustadt an der Weinstraße gegen starke Konkurrenz durchgesetzt und gehört zu den fünf Finalistinnen bei der Wahl zur 78. Deutschen Weinmajestät. Am Freitag, 25. September, fällt ab 20.15 Uhr im SWR die Entscheidung. Foto: Mirco Metzler/Die Knipser

Große Freude in Osthofen und ganz Rheinhessen: Kathrin Knierim hat den Sprung ins Finale der Wahl zur 78. Deutschen Weinmajestät geschafft. Die amtierende Rheinhessische Weinkönigin setzte sich am Samstag 19.09.2026 bei der anspruchsvollen Vorentscheidung in Neustadt an der Weinstraße durch. Am kommenden Freitag, 25. September, steht für die Osthofenerin nun der entscheidende Abend im Saalbau bevor.

Insgesamt waren zehn Kandidatinnen und ein Kandidat aus den deutschen Weinbaugebieten zur Vorentscheidung angetreten. Fünf Frauen überzeugten die Fachjury und lösten das Ticket für das Finale: Anna Antonia Cölsch aus der Pfalz, Lena Roie aus dem Rheingau, Kathrin Knierim aus Rheinhessen, Paula Löber aus Saale-Unstrut und Natalie Schäfter aus Württemberg.

Für Knierim ist der Finaleinzug ein weiterer Höhepunkt ihres bisherigen Weges als Weinbotschafterin. Die Osthofenerin kam bereits früh über die Betriebe ihrer Großeltern mit dem Weinbau in Kontakt. Prägend für ihre berufliche Entscheidung wurde später ein einjähriger Aufenthalt auf einem Weingut in Kanada. Anschließend wechselte sie vom Studium der Getränketechnologie in den Bachelorstudiengang Weinbau und Oenologie an der Hochschule Geisenheim. Diesen schloss sie 2024 erfolgreich ab.

Als Rheinhessische Weinkönigin vertritt sie derzeit eines der größten deutschen Weinanbaugebiete. Dabei geht es ihr nicht allein um die Präsentation von Wein. Nach Angaben des SWR möchte Knierim auch stärker vermitteln, welche Bedeutung der Weinbau für die Kulturlandschaft besitzt. Wein verständlich zu erklären und Menschen für das Kulturgut zu begeistern, gehören zu ihren Beweggründen für die Bewerbung um das Amt auf Bundesebene.

Dass der Weg ins Finale kein Selbstläufer war, zeigte die Vorentscheidung am vergangenen Samstag. Die Kandidierenden mussten ihr Wissen in verschiedenen Disziplinen unter Beweis stellen. Gefragt waren Kenntnisse aus Weinbau, Kellerwirtschaft und Marketing. Die Themen reichten vom Minimalschnitt und Weintourismus über den CO₂-Fußabdruck einer Weinflasche bis zum Einsatz von Drohnen in Steillagen und zur Wasserversorgung im Weinberg.

Auch Englischkenntnisse waren gefragt. So mussten beispielsweise die Herstellung von Bioweinen erläutert und fachliche Zusammenhänge rund um deutsche Burgundersorten erklärt werden. Hinzu kamen Gruppenaufgaben mit verdeckten Weinproben, bei denen Rebsorten erkannt und die Weine fachlich beschrieben werden mussten. Neben Wissen waren damit auch Sensorik, Kommunikationsfähigkeit und Teamarbeit gefragt.

Eine rund 70-köpfige Jury aus Fachleuten aus Weinwirtschaft, Politik und Medien bewertete die Auftritte. Am Ende gehörte Kathrin Knierim zu den fünf Kandidatinnen, die sich für die entscheidende Runde qualifizierten.

Damit richtet sich der Blick nun auf Freitagabend. Am 25. September treten die fünf Finalistinnen im Saalbau in Neustadt an der Weinstraße erneut gegeneinander an. Das Finale beginnt um 20.15 Uhr und wird live im SWR Fernsehen übertragen.

Die Entscheidung im Finale erfolgt nach Angaben des Deutschen Weininstituts durch eine Kombination aus Jury-Urteil und Publikumsvoting. Auch Zuschauerinnen und Zuschauer können während der Live-Übertragung online mitentscheiden. Die entsprechenden Informationen und der Abstimmungslink sollen zum Finalabend auf der offiziellen Internetseite der Deutschen Weinmajestät bereitgestellt werden.

Für Osthofen und Rheinhessen dürfte der Finalabend damit besonders spannend werden. Die Stadt Osthofen hat bereits dazu aufgerufen, Knierims Weg zu verfolgen und sie im Falle einer möglichen Zuschauerabstimmung zu unterstützen.

Bei der Wahl geht es um ein Amt mit weitreichenden Aufgaben. Die Deutschen Weinmajestäten vertreten die deutsche Weinwirtschaft bei Veranstaltungen im In- und Ausland, auf Fachmessen, bei Wirtschaftsreisen und bei überregionalen Weinveranstaltungen. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts sind die Weinmajestäten als Botschafterinnen des deutschen Weins bei mehr als 300 Anlässen im Einsatz.

Aktuell trägt Anna Zenz von der Mosel die Krone der Deutschen Weinkönigin. Gemeinsam mit den Deutschen Weinprinzessinnen Emma Meinhardt und Katja Simon geht ihr Amtsjahr mit der Wahl am Freitag zu Ende. Die drei absolvierten während ihrer Amtszeit mehr als 200 Termine und zahlreiche Reisen.

Für Kathrin Knierim ist zunächst bereits der Einzug unter die letzten fünf ein großer Erfolg. Aus elf Kandidierenden hat sie sich mit ihrem Fachwissen und ihrem Auftritt für die entscheidende Runde qualifiziert. Nun trennt die Rheinhessische Weinkönigin nur noch der Finalabend von einem möglichen Amt als Deutsche Weinmajestät.

Am Freitag wird sich im Neustadter Saalbau entscheiden, welche Rolle Kathrin Knierim künftig auf Bundesebene übernehmen wird. Sicher ist bereits jetzt: Osthofen ist bei der Wahl der 78. Deutschen Weinmajestät im Finale vertreten – und damit steht Rheinhessen beim großen Wahlabend am 25. September weiter im Rampenlicht.

Text: VM/Redaktion Die Knipser