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Schon wieder ein Erdbeben bei Worms: Erde bebt erneut nahe Bobenheim-Roxheim

Schon wieder ein Erdbeben bei Worms: Erde bebt erneut nahe Bobenheim-Roxheim
Erneut wurde nahe Bobenheim-Roxheim ein Erdbeben registriert. Der Erdstoß mit einer Magnitude von 2,3 ereignete sich in rund neun Kilometern Tiefe und dürfte in der Region Worms nur vereinzelt spürbar gewesen sein. Foto: www.lgb-rlp.de

In der Region rund um Worms hat erneut die Erde gebebt. Nachdem bereits im September mehrere Erdstöße registriert worden waren, zeichneten die Messstationen am Dienstag 13.10.2026, ein weiteres Erdbeben nahe Bobenheim-Roxheim auf. Mit einer Magnitude von 2,3 fiel die Erschütterung zwar deutlich schwächer aus als das Beben vor rund fünf Wochen, dennoch zeigt das jüngste Ereignis, dass die Region weiterhin seismisch aktiv ist.

Nach den offiziellen Aufzeichnungen des Landeserdbebendienstes Baden-Württemberg ereignete sich das Beben um 13:12 Uhr. Das Epizentrum lag im Bereich von Bobenheim-Roxheim im Rhein-Pfalz-Kreis, südlich von Worms. Der Erdbebenherd befand sich etwa neun Kilometer unter der Erdoberfläche. Die Messung wurde auch vom Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz erfasst.

Für die meisten Menschen dürfte die Erschütterung kaum wahrnehmbar gewesen sein. Bei einem Erdbeben dieser Stärke sind allenfalls leichte Vibrationen möglich, die je nach Standort, Untergrund und Gebäude unterschiedlich wahrgenommen werden können. Vereinzelte Wahrnehmungen wurden gemeldet. Hinweise auf größere Auswirkungen liegen bislang nicht vor.

Erinnerungen werden dabei an den 10. September wach. Damals hatte ein deutlich stärkeres Erdbeben die Region erschüttert. Mit einer Magnitude von 3,5 war der Erdstoß nicht nur in Worms und Bobenheim-Roxheim, sondern auch in weiteren Teilen von Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg zu spüren.

Das damalige Epizentrum lag ebenfalls bei Bobenheim-Roxheim, in etwa acht Kilometern Tiefe. Nach Angaben des Landeserdbebendienstes waren die Erschütterungen in einem Umkreis von rund 30 Kilometern wahrnehmbar, vereinzelt sogar darüber hinaus. Mehr als 100 Meldungen aus der Bevölkerung wurden bei der fachlichen Auswertung berücksichtigt.

Auf das stärkere Septemberbeben folgten mehrere kleinere Erdstöße. Sie erreichten nach den vorliegenden Angaben Magnituden zwischen 0,8 und 1,5. Das jüngste Ereignis vom Dienstag war mit 2,3 somit stärker als diese Nachbeben, blieb jedoch deutlich unter der Stärke des ursprünglichen Bebens.

Dass es ausgerechnet in dieser Region immer wieder zu solchen Erschütterungen kommt, hat geologische Ursachen. Worms und Bobenheim-Roxheim liegen im Bereich des Oberrheingrabens, einer geologisch aktiven Zone, die sich über weite Teile Südwestdeutschlands erstreckt.

Die Erdkruste ist dort von zahlreichen Störungen und Bruchzonen durchzogen. Entlang dieser Strukturen können sich über längere Zeit Spannungen aufbauen. Wenn sich diese plötzlich lösen und Gesteinsbereiche gegeneinander verschieben, entstehen Erdbeben.

Eine Rolle spielen dabei auch großräumige Bewegungen der Erdplatten. Die afrikanische und die eurasische Platte bewegen sich im Mittelmeerraum aufeinander zu. Die dadurch entstehenden Spannungen wirken sich auch auf weiter entfernte Bereiche der europäischen Erdkruste aus und können vorhandene Störungszonen beeinflussen.

Kleinere Erdbeben sind im Oberrheingraben deshalb kein ungewöhnliches Phänomen. Viele davon werden ausschließlich von empfindlichen Messgeräten erfasst und bleiben von der Bevölkerung unbemerkt. Ob und wie stark ein Erdbeben tatsächlich gespürt wird, hängt neben seiner Magnitude auch von der Tiefe des Erdbebenherdes und der Entfernung zum Epizentrum ab.

Für die wissenschaftliche Einordnung werden die Messdaten der seismologischen Stationen ausgewertet. Nach einer ersten automatischen Erfassung können Fachleute die genaue Lage, Tiefe und Stärke eines Bebens anhand weiterer Daten überprüfen und gegebenenfalls korrigieren.

Mit dem jüngsten Erdstoß bei Bobenheim-Roxheim setzt sich die Serie seismischer Ereignisse in der Region fort. Ob weitere Erdbeben folgen werden, lässt sich daraus allerdings nicht zuverlässig vorhersagen. Für die Bevölkerung bleibt vor allem die Erkenntnis, dass die Erde unter Worms und Umgebung gelegentlich in Bewegung gerät – auch wenn davon an der Oberfläche meist kaum etwas zu bemerken ist.

Text: MM/Redaktion Die Knipser · Quelle: LGB-RLP