Schulwegewoche in Alzey: Mit Stempeln gegen gefährliche Elterntaxis

Weniger Autos vor dem Schultor und mehr Sicherheit für Kinder: Mit einer besonderen Aktion möchte die Albert-Schweitzer-Schule in Alzey auf die Gefahren durch sogenannte Elterntaxis aufmerksam machen. Seit Montag, 26. Oktober 2026, läuft dort die Schulwegewoche. Schülerinnen und Schüler, die zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Roller oder dem Bus zur Schule kommen, erhalten einen Stempel. Am Ende der Woche wartet auf die erfolgreichste Klasse der Schulwegpokal.
Hintergrund der Aktion ist die angespannte Verkehrssituation in der Donnersbergstraße. Besonders kurz vor Unterrichtsbeginn kommt es dort regelmäßig zu gefährlichen Situationen. Eltern halten mit ihren Fahrzeugen im absoluten Halteverbot, blockieren den Zebrastreifen oder fahren dicht an Schulbussen vorbei. Bisherige Elternbriefe und Hinweise führten nach Angaben der Schule meist nur kurzfristig zu Verbesserungen.
Stempel sollen Kinder und Eltern motivieren
Mit der Schulwegewoche setzt Schulleiterin Nadine Terwey-Schmitt deshalb auf einen spielerischen Ansatz. Gemeinsam mit Lehrkräften und Eltern verteilt sie morgens Stempel an Kinder, die ohne Elterntaxi direkt vor dem Schulgebäude ankommen.
Die gesammelten Stempel werden am Ende der Aktionswoche klassenweise ausgezählt. Die Klasse mit den meisten Stempeln gewinnt einen besonderen Preis und den Schulwegpokal.
Bereits am ersten Aktionstag zeigte sich nach Angaben der Schule eine deutliche Veränderung. Vor dem Schulgebäude hielten weniger Autos, während zahlreiche Kinder auf ihren Stempel warteten.
Eltern und Lehrkräfte kontrollieren in gelben Warnwesten die Zufahrtswege und den Schuleingang. Dabei weisen sie Autofahrer auch auf das bestehende absolute Halteverbot hin. Verstöße können mit einem Bußgeld von 60 Euro geahndet werden.
Kinder sollen ihre Eltern zum Umdenken bewegen
Die Idee hinter dem Wettbewerb ist, dass die Schülerinnen und Schüler selbst zu einem sicheren Schulweg beitragen. Wer einen Stempel sammeln und seiner Klasse zum Sieg verhelfen möchte, soll auch zu Hause mit den Eltern über alternative Möglichkeiten für den Schulweg sprechen.
Die Schulwegewoche wird bereits seit mehreren Jahren einmal jährlich an der Albert-Schweitzer-Schule durchgeführt. Neben der Verkehrssicherheit stehen auch Bewegung und Selbstständigkeit der Kinder im Mittelpunkt.
Unterstützt wird die Aktion von der Elternschaft, den Lehrkräften und dem Kommunalen Vollzugsdienst der Stadt Alzey, der während der Woche ebenfalls die Verkehrssituation vor Ort beobachtet.
Bürgermeister unterstützt die Aktion
Auch Alzeys Bürgermeister Steffen Jung machte sich am Montagmorgen ein Bild von der Schulwegewoche. Er begrüßte den Ansatz, Kinder durch einen Wettbewerb für sichere Schulwege zu begeistern, anstatt ausschließlich auf Verbote und Ermahnungen zu setzen.
Die Aktion zeige, dass bereits kleine Veränderungen im Verhalten der Verkehrsteilnehmer die Situation vor Schulen verbessern können. Gleichzeitig profitieren die Kinder von zusätzlicher Bewegung vor Unterrichtsbeginn.
Allerdings bleibt die Verkehrssituation in der Donnersbergstraße auch über die Aktionswoche hinaus eine Herausforderung. Ziel ist deshalb, Eltern und Kinder langfristig für einen sicheren Schulweg zu sensibilisieren.
Kinder-Reporter berichten im Podcast
Begleitend zur Schulwegewoche haben die Kinder-Reporter der Albert-Schweitzer-Schule eine eigene Podcastfolge aufgenommen. Darin berichten sie über ihre Erfahrungen auf dem Schulweg, gefährliche Verkehrssituationen und den Wettbewerb um die meisten Stempel.
Die Podcastfolge ist auf der Internetseite der Stadt Alzey abrufbar.
Die Schulwegewoche läuft noch bis Ende Oktober 2026.
Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: Stadtverwaltung Alzey
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