SchUM-Stätten entwickeln sich weiter: Lob für Fortschritte in Worms, Speyer und Mainz

Fortschritte beim Erhalt der historischen Stätten, neue Vermittlungsangebote und weitere Pläne für die Zukunft: Die SchUM-Stätten in Worms, Speyer und Mainz haben beim jährlichen Monitoring durch ICOMOS Deutschland eine positive Rückmeldung erhalten. Monitoringbeauftragte Prof. Brigitte Mang würdigte insbesondere die Weiterentwicklung der Vermittlungsarbeit und die Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen.
Im Mittelpunkt des regelmäßigen Vor-Ort-Termins stehen der Zustand und die weitere Entwicklung des ersten jüdischen UNESCO-Welterbes Deutschlands. Seit der Aufnahme der SchUM-Stätten in die UNESCO-Welterbeliste im Juli 2021 werden Schutz, Erhalt und Vermittlung durch ein präventives Monitoring begleitet.
Wormser Mikwe nach zehn Jahren wieder zugänglich
In Worms besichtigten die Beteiligten unter anderem den Synagogenbezirk. Dort stand die nach zehnjähriger Schließung kürzlich wiedereröffnete Mikwe im Fokus. Auch die neue Freiluftausstellung im neugestalteten Synagogengarten mit ihrer temporären Steganlage wurde begutachtet.
Darüber hinaus ging es um die Maßnahmen rund um die Synagoge und den aktuellen Planungsstand für deren Gesamtsanierung.
Auf dem Alten Jüdischen Friedhof „Heiliger Sand“ beschäftigten sich die Fachleute unter anderem mit den Auswirkungen des Klimawandels auf den Baumbestand. Ein weiteres Thema war die inzwischen dringlich gewordene statische Sicherung der Friedhofsmauer zum Willy-Brandt-Ring.
Pläne für neues Besuchszentrum in Worms
Im SchUM-Lab erhielten die Experten zudem Einblicke in die Planungen für das künftige Wormser Besuchszentrum am Neumarkt. Dort wurde auch die am 3. September eröffnete Ausstellung „5 Jahre UNESCO-Welterbe SchUM-Stätten. Fünf Jahre Schutz, Forschung und Vermittlung“ vorgestellt.
Besonders positiv bewertet wurden nach Angaben des SchUM-Vereins die Ansätze, das historische Erbe mit der Gegenwart zu verbinden und heutiges jüdisches Leben für Besucher sichtbar und erfahrbar zu machen.
„Besonders in der Vermittlungsarbeit gibt es innovative Ansätze, die einerseits das historische Erbe vermitteln und andererseits die heutige lebendige jüdische Alltagskultur sichtbar machen“, erklärte ICOMOS-Monitoringbeauftragte Prof. Brigitte Mang.
Arbeiten auch in Mainz und Speyer
Auch die weiteren Bestandteile des Welterbes standen bei der Begehung auf dem Programm. Auf dem Alten Jüdischen Friedhof „Judensand“ in Mainz wurden die laufenden Restaurierungsmaßnahmen an den Grabsteinen sowie der Umgang mit dem vom Klimawandel betroffenen Baumbestand thematisiert.
In Speyer begutachteten die Beteiligten unter anderem den Fortschritt bei der Sanierung der Westwand der Frauenschul und die Planungen für neue Vermittlungsräume am Judenhof.
Besondere Aufmerksamkeit gilt künftig auch dem Raumklima der Speyerer Mikwe. Da dieses offenbar weniger stabil ist als bislang angenommen, soll zu Beginn des kommenden Jahres ein mindestens zweijähriges Monitoring starten. Dabei sollen unter anderem die Ursachen für die steigende Raumfeuchtigkeit und ein möglicher Zusammenhang mit dem Besucherverkehr untersucht werden. Erkenntnisse aus den Untersuchungen in Worms sollen dabei ebenfalls berücksichtigt werden.
Risiken frühzeitig erkennen
Die Monitoring-Gruppe von ICOMOS Deutschland besteht aus rund 70 Fachleuten unterschiedlicher denkmalrelevanter Disziplinen. Ziel des präventiven Monitorings ist es, Probleme und Risiken an Welterbestätten frühzeitig zu erkennen und die Verantwortlichen fachlich zu beraten.
Einmal jährlich kommen dafür unter anderem das Site-Management der SchUM-Stätten, das Welterbesekretariat, Vertreter der Denkmalpflege und Archäologie sowie Verantwortliche der beteiligten Städte und Eigentümer der Welterbestätten zusammen.
„Als serielles Welterbe verbinden die SchUM-Stätten vier Komponenten in drei Städten, unterschiedliche Fachdisziplinen und zahlreiche Institutionen – daher ist der fachübergreifende Austausch vor Ort von großer Bedeutung“, erklärt Birgit Kita, Site-Managerin der SchUM-Stätten und Geschäftsführerin des SchUM-Vereins.
Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: SchUM-Städte e.V.
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