Lichtdurchflutete Stoffpaneele formen einen geschützten Kokon: Der neue „Raum der Stille“ im Hochstift Hospiz bietet Gästen, Angehörigen und Mitarbeitenden einen Rückzugsort über den Dächern der Stadt. Fotos: Mirco Metzler/Die Knipser
Mit einer schlichten Zeremonie und großer Anteilnahme ist im Wormser Hochstift Hospiz der neue „Raum der Stille“ eingeweiht worden. Die Einrichtung erfüllt einen Wunsch, der seit der Eröffnung des stationären Hospizes vor drei Jahren Bestand hatte: einen Ort zu schaffen, der Ruhe ermöglicht und Menschen einen geschützten Rückzug bietet – unabhängig von Religion oder Weltanschauung.
Ein Raum, der ohne Worte wirkt
Bereits beim Betreten zeigt der Raum seine Wirkung. Pastellfarbene Stoffpaneele formen eine ovale, schwebende Struktur, die Besucher einhüllt, ohne zu erdrücken. Durch die leichten Stoffbahnen fällt warmes Licht, das den Raum in eine beruhigende Atmosphäre taucht.
Mit einem Handgriff lassen sich die Paneele öffnen. Dann gibt der Raum den Blick frei auf die Dächer von Worms, den Heiligen Sand und den Wasserturm – ein Panorama, das bewusst Teil des Konzepts ist.
Mit einem Handgriff lassen sich die Paneele öffnen. Dann gibt der Raum den Blick frei auf die Dächer von Worms, den Heiligen Sand und den Wasserturm – ein Panorama, das bewusst Teil des Konzepts ist.
„Dieser Raum schafft ein Gefühl von Geborgenheit“, sagte Hospizleiterin Verena Wolff. Er diene Gästen ebenso wie Angehörigen und Mitarbeitenden als Ort zum Innehalten. Stille, so Wolff, bedeute nicht Leere, sondern Schutz.
Künstlerische Handschrift und handwerkliche Präzision
Gestaltet wurde der „Raum der Stille“ vom Künstlerpaar Constanze und Norbert Illig, das einen vom Förderverein ausgelobten Wettbewerb gewonnen hatte. Ihr Konzept verbindet architektonische Klarheit mit emotionaler Tiefe. Im Zentrum des Raumes schwebt eine Installation aus zahlreichen kleinen Figuren, die Menschen in alltäglichen Haltungen zeigen – ein Sinnbild für Verletzlichkeit und Vielfalt menschlicher Existenz.
Auch die beteiligten Handwerksbetriebe, darunter die Schreinerei Victor, sprachen von einem außergewöhnlichen Projekt, das weit über eine handwerkliche Routine hinausgegangen sei.
Wertschätzung aus Politik und Kommune
Bei der Einweihung sprachen sowohl kommunale Vertreter als auch das Land Rheinland-Pfalz.
Stephanie Lohr, Bürgermeisterin der Stadt Worms, bezeichnete das Hospiz als „ein Projekt, das die Verbundenheit der Stadt sichtbar macht“.
Die rheinland-pfälzische Sozialministerin Dörte Schall betonte die Bedeutung des Hospizgedankens: „Wir reden viel über Heilung, aber kaum über diejenigen, die nicht mehr gesund werden können.“ Dass das Hospiz mitten in der Stadt liege, sei Ausdruck eines gesellschaftlichen Anspruchs: Nähe statt Abgrenzung.
Stephanie Lohr, Bürgermeisterin der Stadt Worms, bezeichnete das Hospiz als „ein Projekt, das die Verbundenheit der Stadt sichtbar macht“.
Die rheinland-pfälzische Sozialministerin Dörte Schall betonte die Bedeutung des Hospizgedankens: „Wir reden viel über Heilung, aber kaum über diejenigen, die nicht mehr gesund werden können.“ Dass das Hospiz mitten in der Stadt liege, sei Ausdruck eines gesellschaftlichen Anspruchs: Nähe statt Abgrenzung.
Positive Resonanz beim ersten Rundgang
Die zahlreich erschienenen Gäste nutzten die Gelegenheit, den neuen Raum ausgiebig zu erkunden. Viele zeigten sich beeindruckt von der ruhigen, klar strukturierten Gestaltung und der offenen Sicht über Worms. Gespräche mit dem Künstlerpaar und dem Hospizteam verdeutlichten, wie viel Abstimmung und Feingefühl in das Konzept eingeflossen sind.
Der „Raum der Stille“ ist nun fester Bestandteil des Hochstift Hospizes – ein Ort, der nicht nur Trost spendet, sondern auch Orientierung.
Ein Raum für Menschen in Übergangssituationen, der leise wirkt, aber nachhaltig nachhallt.
Ein Raum für Menschen in Übergangssituationen, der leise wirkt, aber nachhaltig nachhallt.
Text: SR/MM/Redaktion Die Knipser




























