TG Osthofen fordert Drittliga-Absteiger lange – erst in der Schlussphase zieht Homburg davon

Die TG Osthofen hat dem nächsten Schwergewicht der Handball-Regionalliga einen intensiven Kampf geliefert. Gegen Drittliga-Absteiger TV Homburg hielt der Aufsteiger über weite Strecken auf Augenhöhe mit, musste sich am Ende jedoch mit 28:33 (15:17) geschlagen geben am 20.09.2026. Deutlicher, als es der Spielverlauf lange vermuten ließ. Erst in der entscheidenden Phase nutzten die Gäste einige Osthofener Fehler konsequent aus und sorgten für die Vorentscheidung.
Dabei musste die TGO mit erheblichen personellen Problemen zurechtkommen. Vor allem im Innenblock fehlten wichtige Alternativen. Neben Julius Herbert, der noch mehrere Wochen ausfallen wird, standen gegen Homburg auch Tim Knobel und Ales Muhovec nicht zur Verfügung. Yanik Knobel nahm zumindest auf der Bank Platz. Unterstützung erhielt die Mannschaft dafür von Tim Kratz aus der zweiten Mannschaft.
Die Ausfälle zwangen Osthofen dazu, defensiv umzubauen. Während der Trainingswoche hatte die Mannschaft deshalb an einer offensiveren Abwehrformation gearbeitet – und die zeigte gegen die spielstarken Saarländer Wirkung. Homburgs Robin Egelhof wurde über weite Strecken eng bewacht und damit aus vielen Aktionen herausgenommen.
Von einem Klassenunterschied war zunächst nichts zu sehen. Osthofen startete mutig, spielte mit hoher Intensität und ließ sich vom favorisierten Drittliga-Absteiger nicht beeindrucken. Bis zur 18. Minute legte die TGO immer wieder vor, Homburg musste jeweils nachziehen.
Auch danach blieb die Begegnung offen. In der Schlussphase der ersten Halbzeit wechselte die Führung mehrfach. Erst unmittelbar vor der Pause konnten sich die Gäste einen kleinen Vorteil verschaffen. Mit einem 15:17 aus Osthofener Sicht ging es in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel blieb die TGO hartnäckig. Homburg konnte sich zunächst nicht entscheidend lösen, während die Wonnegauer immer wieder den Anschluss herstellten. Besonders Paul Bonin und Luca Steinführer sorgten aus dem Rückraum für Gefahr. Bonin kam auf acht Treffer, Steinführer erzielte sieben Tore, davon drei per Siebenmeter.
Die Gastgeber fanden immer wieder Lücken in der Homburger Defensive und hielten die Partie dadurch bis weit in die zweite Hälfte hinein völlig offen. Der Lohn folgte in der 44. Minute: Kreisläufer Aaron Steinfurth traf zum 23:23-Ausgleich.
Zu diesem Zeitpunkt war für die TGO gegen den favorisierten Gegner sogar mehr als nur ein respektables Ergebnis möglich. Doch ausgerechnet in der entscheidenden Phase leisteten sich die Gastgeber einige Fehler, die Homburg konsequent bestrafte.
Ein Siebenmeter blieb ungenutzt. Hinzu kamen zwei Fehlwürfe auf das verwaiste Homburger Tor, nachdem die Gäste ihren Torhüter zugunsten eines siebten Feldspielers herausgenommen hatten. Statt selbst die Gelegenheit zur Führung oder zum Ausgleich zu nutzen, geriet Osthofen wieder ins Hintertreffen.
Beim 24:26 in der 48. Minute war die Partie zwar weiterhin offen, anschließend verschob sich das Kräfteverhältnis jedoch zunehmend zugunsten der Gäste. Homburg nutzte die Osthofener Fehler und setzte sich innerhalb weniger Minuten deutlich ab. Beim Stand von 24:30 in der 55. Minute war die Vorentscheidung gefallen.
Osthofen gab sich dennoch nicht auf und kämpfte bis zum Ende weiter. Den entstandenen Rückstand konnte die TGO allerdings nicht mehr entscheidend verkürzen. Nach 60 Minuten stand die 28:33-Niederlage fest.
Das Endergebnis erzählt dabei nur einen Teil der Geschichte. Rund drei Viertel der Begegnung hatte Osthofen dem Drittliga-Absteiger einen offenen Kampf geliefert. Trotz der personellen Probleme funktionierte die neu einstudierte Defensive, während die TGO auch offensiv über lange Phasen Lösungen gegen die Homburger Abwehr fand.
Für den Aufsteiger bleibt damit zwar erneut nichts Zählbares gegen einen der stärkeren Gegner der Regionalliga, die Leistung dürfte der Mannschaft für die kommenden Aufgaben dennoch Selbstvertrauen geben. Entscheidend wird sein, solche engen Begegnungen künftig auch in den Schlüsselmomenten auf die eigene Seite zu ziehen. Gegen Homburg waren es am Ende wenige ungenutzte Chancen und Fehler innerhalb einer kurzen Phase, die aus einer völlig offenen Partie eine Fünf-Tore-Niederlage machten.
Text: SPP/Redaktion Die Knipser
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Fotos: Mirco Metzler/Die Knipser
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