Archivfotos: Mirco Metzler/Die Knipser

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) erhöht in der Auseinandersetzung um eine Vereinbarung zur Inflationsausgleichsprämie den Druck auf die Arbeitgeber. ver.di fordert für alle Konzernbeschäftigten der Deutschen Lufthansa AG eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3.000 Euro. Nach mehreren Monaten hat die Lufthansa noch immer kein Angebot vorgelegt. Daher hat ver.di die Beschäftigten an den Flughäfen Frankfurt am Main, München, Düsseldorf und Hamburg zu einem bundesweiten Aktionstag am 6. Juli aufgerufen. Unter dem Motto „Ohne uns kein Höhenflug!“ wird dabei die Personalstrategie des Konzerns kritisiert.
 
 
ver.di-Konzernbetreuer Marvin Reschinsky weist darauf hin, dass die Konzernbeschäftigten der Deutschen Lufthansa AG in den vergangenen Corona-Jahren auf Teile ihrer Einkommen verzichtet und damit erheblich zur Rettung des in die Krise geratenen Konzerns beigetragen hätten. Nach der unerwartet frühen Rückkehr in die Gewinnzone habe ver.di den Airline-Konzern zu Verhandlungen über eine einmalige Auszahlung einer steuer- und abgabenfreien Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3.000 Euro aufgefordert, um die genannten Gehaltsverluste bei anhaltend hoher Inflation auszugleichen und in Zeiten des Personalmangels ein positives Signal zu setzen. Der Konzern lehnte die Forderung vorerst ab und verwies auf spätere Tarifverhandlungen. Fast zeitgleich nach der Ablehnung wurden in der Hauptversammlung des Konzerns die Obergrenzen der Vorstandsvergütung um 30 Prozent erhöht. Dieser Vorgang löste bereits innerbetriebliche Protestaktionen aus. Mit tausenden von Unterschriften und Postkarten, die sie an den Vorstandsvorsitzenden richteten, machten die Konzernbeschäftigten auf ihre belastende Arbeitsrealität aufmerksam.
 
 
„Die Lufthansa hat verlernt, in die DNA des Konzerns, in das Personal, zu investieren. Besonders in Zeiten, in denen der Kranich seinen Passagieren nicht den gewohnten Service bieten kann, ist die Motivation des Personals das A und O. Denn die Beschäftigten sind es, die diese Mängel tagtäglich durch ihr Herzblut und ihre außerordentliche Hingabe für die Lufthansa und die Kunden glätten“, betont Reschinsky. „Passagiere und Beschäftigte leiden gleichermaßen unter dem Personalmangel, der bei der Lufthansa noch immer eine deutliche Einschränkung im Service an Bord und Boden bedeutet. Der Konzern muss sich nach den Krisenjahren wieder als attraktive Arbeitgebermarke und Airline etablieren und erfahrenes Personal halten. Deshalb ist die Auszahlung der 3.000 Euro Inflationsausgleichsprämie für alle Konzernbeschäftigten noch in diesem Sommer nötig. Überlastetes und später krankes Personal oder gar Streiks gilt es abzuwenden. Die Passagiere erwarten vom Konzernvorstand zu recht einen laufenden Betrieb.“
 
 
Bei dem bundesweiten Aktionstag werden Beschäftigtendelegationen aus den einzelnen Konzerngesellschaften an den Flughäfen Passagiere der Lufthansa Group informieren, um Unterstützung für mehr Investitionen in Personal und Produkt werben und ihren Protest zur aktuellen Personalstrategie deutlich machen. Die Beschäftigten versammeln sich dazu mit ihren Riesenbannern in bzw. an den Terminals und unterstreichen damit die ver.di-Forderung zur Auszahlung der Inflationsausgleichsprämie an alle Konzernbeschäftigten.