Politik

Wärmeplan für VG Wörrstadt beschlossen: Dezentrale Lösungen statt klassischer Wärmenetze

Wärmeplan für VG Wörrstadt beschlossen: Dezentrale Lösungen statt klassischer Wärmenetze
Mit dem Kommunalen Wärmeplan hat die Verbandsgemeinde Wörrstadt die strategische Grundlage für ihre zukünftige Wärmeversorgung beschlossen. Dabei sollen vor allem dezentrale und gebäudespezifische Lösungen eine Rolle spielen. Symbolfoto: Pixabay

Wie können Gebäude in der Verbandsgemeinde Wörrstadt künftig mit Wärme versorgt werden? Einen strategischen Rahmen dafür soll der neue Kommunale Wärmeplan liefern. Der Verbandsgemeinderat hat das Konzept einstimmig bei einer Enthaltung beschlossen und damit die gesetzlich vorgeschriebene Wärmeplanung deutlich vor der Frist am 30. Juni 2028 abgeschlossen.

Ein wesentliches Ergebnis: Klassische Wärmenetze kommen für die Verbandsgemeinde nach derzeitigem Planungsstand kaum infrage. Aufgrund der ländlichen Siedlungsstruktur und vergleichsweise geringer Wärmedichten seien keine entsprechenden Netze identifiziert worden, die wirtschaftlich betrieben werden könnten.

Stattdessen soll die zukünftige Wärmeversorgung vor allem auf dezentralen Lösungen basieren, die an einzelne Gebäude, Gemeinden und Quartiere angepasst werden.

„In den meisten Fällen werden gebäudespezifische Lösungen die einzig sinnvolle Möglichkeit sein“, erklärt Bürgermeister Markus Conrad. Umgesetzt werden müssten diese jeweils von den Eigentümern. Die Verbandsgemeinde wolle im Rahmen ihrer Möglichkeiten Beratungs- und Unterstützungsangebote bereitstellen.

Energetische Sanierungen spielen zentrale Rolle

Neben der Wärmeversorgung sieht die Verbandsgemeinde in der energetischen Sanierung bestehender Gebäude einen wichtigen Ansatz, um den Wärmebedarf dauerhaft zu reduzieren.

Grundlagen dafür gibt es bereits: Für neun Ortsgemeinden sowie die Stadt Wörrstadt wurden Quartierskonzepte erarbeitet. Darin werden unter anderem Möglichkeiten zur Energieeinsparung und zur Verringerung von CO₂-Emissionen im Gebäudebestand untersucht.

In Spiesheim und Ensheim wurden bereits energetische Sanierungssatzungen beschlossen. Gebäudeeigentümer können dort unter bestimmten Voraussetzungen steuerliche Vorteile für energetische Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen nutzen. Die entsprechenden Kosten können über einen Zeitraum von zwölf Jahren vollständig abgeschrieben werden.

Zu den möglichen Maßnahmen zählen beispielsweise der Austausch von Fenstern und Türen, Fassadensanierungen, Dachdämmungen und Dachbegrünungen sowie die Sanierung von Heizungsanlagen. Auch Maßnahmen zur Barrierefreiheit können berücksichtigt werden.

Die Möglichkeit einer solchen steuerlichen Abschreibung soll künftig auf weitere Gemeinden ausgeweitet werden. In Armsheim laufen bereits vorbereitende Untersuchungen.

Weitere Konzepte sollen geprüft werden

Die Stabsstelle Klimaschutz, der Fachbereich Bauen und Umwelt sowie der Energie- und Servicebetrieb Wörrstadt sollen nun gemeinsam weitere dezentrale Konzepte entwickeln und deren wirtschaftliche Umsetzbarkeit prüfen.

„Mit dem Wärmeplan haben wir jetzt einen gemeinsamen strategischen Rahmen“, sagt Conrad. Der beschlossene Plan solle nicht als Abschluss, sondern als Grundlage für die nächsten Schritte verstanden werden.

Die Verpflichtung zur Kommunalen Wärmeplanung ergibt sich aus dem Wärmeplanungsgesetz des Bundes. In Rheinland-Pfalz wurde die Aufgabe unter anderem auf die Verbandsgemeinden übertragen.

Für die Erstellung ihres Wärmeplans erhielt die Verbandsgemeinde Wörrstadt im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative eine Förderung von 90 Prozent. Die Fördersumme beträgt 74.541,60 Euro.

Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: Verbandsgemeinde Wörrstadt