Wo Feuer, Hammer und Dorfgeist zusammenkommen: Schafhausen schmiedet sein eigenes Ortsschild

Zehn Kinder, ein Schmied und ein Maiwochenende voller Feuer und Tatendrang: In Schafhausen ist ein ganz besonderes Ortsschild entstanden – von den Menschen im Dorf, für ihr Dorf.
Es gibt Projekte, die weit mehr sind als das Ergebnis, das am Ende sichtbar ist. Sie schaffen Gemeinschaft, stiften Identität und bleiben in Erinnerung. In Schafhausen ist genau so ein Projekt entstanden: ein neues Ortsschild, das nicht einfach bestellt und aufgestellt wurde, sondern im wahrsten Sinne des Wortes selbst geschmiedet ist.
Die Idee dazu hatte Evgenija „Evi“ Wisner, Mitglied des Ortsbeirats. Ihr Wunsch war von Anfang an klar: Es sollte etwas für Schafhausen entstehen – aber vor allem mit den Menschen aus Schafhausen. Die Idee eines selbst gestalteten Ortsschilds überzeugte den Ortsbeirat schnell. Aus einem ersten Gedanken wurde so ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem insbesondere die jungen Schafhäuserinnen und Schafhäuser selbst Hand anlegen durften.
Mit Hammer, Zange und jeder Menge Begeisterung
An einem Maiwochenende wurde es heiß: Rund zehn Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 17 Jahren griffen zu Hammer und Zange und machten sich gemeinsam ans Werk. Unter fachkundiger Anleitung von Joachim Harbut aus Armsheim, bekannt mit seiner „Zauberschmiede“, wurde geschmiedet, gebogen und gedengelt.
Dabei ging es nicht darum, perfekte Handwerkergebnisse abzuliefern. Viel wichtiger war, selbst etwas auszuprobieren, eigene Ideen einzubringen und gemeinsam etwas entstehen zu lassen. Feuer, Funken und der Klang der Hämmer sorgten dabei für die passende Atmosphäre. Und weil gemeinsames Arbeiten auch gemeinsam gefeiert werden will, durfte ein Grillfest zum Abschluss natürlich nicht fehlen.
Die aufwendigen Feinarbeiten übernahm Joachim Harbut anschließend in seiner Armsheimer Werkstatt. Dort fügte er die vielen einzelnen geschmiedeten Elemente zu einem außergewöhnlichen Gesamtwerk zusammen.
Heute steht das Ergebnis am Ortseingang von Schafhausen – und begrüßt dort alle, die in den Stadtteil kommen.
Ein Ortsschild mit Geschichte
Das Besondere an dem neuen Schild ist nicht allein sein handwerkliches Erscheinungsbild. Es erzählt eine Geschichte: von einem Dorf, das gemeinsam anpackt, von Kindern und Jugendlichen, die ihre Ideen einbringen, und von Menschen, die bereit sind, Verantwortung für ihren Ort zu übernehmen.
Gerade die jüngsten Schafhäuserinnen und Schafhäuser haben dabei von Anfang an eine besondere Rolle gespielt. Sie waren nicht nur Zuschauer, sondern wurden zu Gestaltern. Sie haben selbst Hand angelegt, ausprobiert und mit ihren eigenen Beiträgen dafür gesorgt, dass das Schild heute tatsächlich ein Stück Schafhausen ist.
Das kommt auch im Dorf an. Das Feedback auf das neue Ortsschild sei durchweg positiv, berichtet Evi Wisner.
Ortsvorsteherin Petra Sieker sieht in dem Projekt ein starkes Zeichen für die Dorfgemeinschaft: „Die Aktion zeigt eindrucksvoll, was eine engagierte Dorfgemeinschaft gemeinsam erreichen kann.“
Auch Bürgermeister Steffen Jung würdigt das Engagement der Schafhäuserinnen und Schafhäuser: „Gemeinsam und mit viel Einsatz ist in Alzeys kleinstem Stadtteil etwas entstanden, das Bestand hat und Identität stiftet. Ein besonderer Dank gilt Evi Wisner – ohne ihre Idee und ihr Engagement von der Planung bis zur Umsetzung wäre dieses Stück Schafhäuser Dorfgeschichte nicht entstanden.“
So ist in Schafhausen nicht einfach ein neues Ortsschild entstanden. Entstanden ist ein sichtbares Zeichen dafür, was möglich ist, wenn Menschen ihren Ort nicht nur bewohnen, sondern gemeinsam gestalten.
Text: ML/Redaktion Die Knipser · Quelle: Stadtverwaltung Alzey
Weitere Artikel aus Lokales

Fußballherz für kleine Patienten: Bayern-Fanclub spendet 1.500 Euro
Fußball verbindet, und manchmal sorgt gemeinsames Anfeuern auch dafür, dass Gutes entsteht.
30. August 2026

Schafhausen hat seinen Weg zurück: Kartenberger Weg offiziell freigegeben
Schnee, Frost, Regen und später extreme Sommerhitze: Der Ausbau des Kartenberger Wegs in Schafhausen hat den Beteiligten einiges abverlangt.
30. August 2026

„Heute geht’s nur um Lappalien“ – doch in Mauchenheim ging es um die Wahrheit
Ein zerbrochener Krug, ein Richter mit reichlich Dreck am Stecken und eine Wahrheit, die sich einfach nicht unter den Teppich kehren lässt: Mit Heinrich von Kleists Komödie „Der zerbrochne Krug“ sind die Theatertage Alzeyer Land im Mauchenheimer Pfarrgarten …
30. August 2026

