Archivfoto: Mirco Metzler/ Die Knipser

Die Verkehrsdirektion Mainz, mit Sitz im rheinhessischen Wörrstadt, ist eine Fachdirektion des Polizeipräsidiums Mainz. Neben den Polizeiautobahnstationen (PASt) Heidesheim und Gau-Bickelheim, gehört die Abteilung Zentrale Verkehrsdienste mit speziell geschulten Beamtinnen und Beamten sowie spezieller Ausrüstung zur Verkehrsdirektion. Die Polizeiautobahnstationen bewältigen die täglichen polizeilichen Aufgaben. Ihr Dienstgebiet umfasst 171 Streckenkilometer der Bundesautobahnen 60, 61, 63 und 643. Mit dem Mainzer Ring betreut die Verkehrsdirektion eine der wichtigsten Mainzer Verkehrsadern und gleichzeitig 2 der wichtigsten Verbindungen nach Hessen. Die BAB 61 wiederum gehört zu den wichtigsten Nord-Süd-Routen Deutschlands. Die Zentralen Verkehrsdienste überwachen den gewerblichen Personen- und Güterverkehr und betreiben die (teil-)automatisierte Überwachung von Geschwindigkeits- und Abstandsverstößen im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mainz. Zudem ist eine operative Fahndungseinheit insbesondere spezialisiert auf fernstraßentypische Kriminalitätsbekämpfung wie Schmuggel und Verstöße gegen ausländerrechtliche Bestimmungen.

Im Vergleich zu 2022 ist die Anzahl der Verkehrsunfälle um 231 auf 2073 gestiegen. Damit waren es bei wachsender Verkehrsdichte 81 Unfälle, rund 4 % mehr, als vor Corona im Jahr 2019. In 493 Fällen kamen LKW-Fahrer, in 160 Senioren ab 65 und in 252 Fällen junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren als Hauptunfallverursacher in Betracht. Leider geschah auch ein tödlicher Verkehrsunfall, als eine 84-jährige Dame mit ihrem Hund bei Dunkelheit über die Fahrbahn der BAB 63 lief. Insgesamt wurde bei 269 Verkehrsunfällen mindestens eine Person verletzt. Das waren 32 mehr als im Vorjahr jedoch nur 19 mehr als vor Corona im Jahr 2019. Hauptunfallursachen waren mit 58 %, in 2022 waren es noch 59 %, überhöhte Geschwindigkeit und mangelnder Sicherheitsabstand. Dabei gab es im Vergleich zu 2022 insbesondere im Bereich der BAB 60 erheblich mehr Unfälle bei denen Geschwindigkeit als Ursache angenommen wurde. Eine deutliche Schwerpunktsetzung der Geschwindigkeitsüberwachung auf diesen Bereich ist in 2024 die Folge. Während 2022 noch in 44 Fällen Alkohol und / oder Drogenbeinflussung bei unfallbeteiligten Fahrzeugführenden beobachtet wurde, waren es in 2023 nur 40. Im Jahr vor Corona 2019, fielen nur 24 Personen diesbezüglich auf.

Bei Verkehrskontrollen unabhängig von Unfallgeschehen wurden 328 Fahrzeugführer unter dem Einfluss berauschender Mittel festgestellt. 2022 waren es noch 359. Im Rahmen der Unfallursachenbekämpfung maß die Abteilung Zentrale Verkehrsdienste Abstand- und Geschwindigkeit und stellte dabei 510.867 Geschwindigkeitsverstöße fest. Mit 250 km/h bei erlaubten 130 km/h tat sich der rücksichtsloseste Fahrzeugführer hervor. 20.417 Fahrer / Fahrerinnen fielen wegen zu geringen Abstandes auf. Bei Kontrollen von Lkw über 3,5t wurden insbesondere durch Fachkräfte für den Güter- und Personenverkehr 2935 Fahrzeuge kontrolliert. In 722 Fällen wurden gegen Fahrer bzw. Halter Verfahren wegen Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten eingeleitet. Jede vierte Kontrolle zog damit teils empfindliche Folgen nach sich. Maßnahmen der operativen Fahndungseinheit BAB führten im Jahr 2022 in 395 Fällen zu Strafanzeigen und 141 Mal zur Anzeige von Ordnungswidrigkeiten. 51 Fahrzeugführer mussten sich nach einem Zusammentreffen mit der Fahndungseinheit wegen Fahren unter Alkohol bzw. Drogeneinfluss verantworten. Zur Bekämpfung übermäßigen Alkoholkonsums von Lkw-Fahrenden vor ihrer Abfahrt von Park- und Rastanlagen, wurden im Jahr 2023 bei 37 sogenannte Abfahrtskontrollen vorbeugend rund 640 Lkw-Fahrer überprüft. Dreiundzwanzig von hundert Kontrollierten waren alkoholisiert. Immerhin sechs von hundert so stark, dass ihre Abfahrt bis zur Ernüchterung unterbunden wurde. Der höchste gemessene Wert lag bei 2,75 Promille.