100 Jahre „Der Wormsgau“: Neuer Jahresband beleuchtet die Geschichte von Worms

Die wissenschaftliche Zeitschrift „Der Wormsgau“ feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Passend zum Jubiläum wird am Mittwoch, 28. Oktober 2026, um 18 Uhr der neue Jahresband 41 in der Stadtbibliothek Worms vorgestellt. Interessierte Besucher erwartet ein Einblick in aktuelle Forschungen zur Stadt- und Regionalgeschichte sowie ein Kurzvortrag über neue Erkenntnisse zur sogenannten Silberkammer am Wormser Dom. Der Eintritt ist frei.
Die Vorstellung findet im Kleinen Saal beziehungsweise MINT-Raum im ersten Obergeschoss der Stadtbibliothek statt. Herausgegeben wird die Zeitschrift vom Stadtarchiv Worms und dem Altertumsverein Worms e. V.
Neue Erkenntnisse zur Geschichte des Wormser Doms
Genau 100 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Heftes im Jahr 1926 widmet sich der neue Band erneut einem breiten Spektrum historischer Themen.
Gleich drei wissenschaftliche Beiträge beschäftigen sich mit der Baugeschichte des Wormser Doms. Im Mittelpunkt stehen unter anderem der Westchor und die sogenannte Silberkammer, die erst kürzlich genauer untersucht wurde.
Die Bauforscher Matthias Untermann und George Jameson aus Heidelberg liefern dazu neue Erkenntnisse und Einblicke in bislang wenig erforschte Bereiche des Bauwerks.
Im Rahmen der Buchvorstellung wird George Jameson in einem Kurzvortrag seine aktuellen Forschungen zur Silberkammer präsentieren und über unerwartete Befunde berichten.
Historische Dokumente und jüdisches Leben in Worms
Weitere Beiträge widmen sich bedeutenden Zeugnissen der Wormser Stadtgeschichte.
Gerold Bönnen vom Stadtarchiv Worms stellt den neu entdeckten ältesten erhaltenen Abdruck des Wormser Stadtsiegels aus dem Jahr 1226 vor.
Der Mainzer Theologe und Judaist Andreas Lehnardt untersucht erstmals bedeutende hebräische Handschriften und Drucke aus der ehemaligen Pfeddersheimer Synagoge. Die historischen Dokumente befinden sich heute im Stadtarchiv Worms.
Mit einem bislang wenig beachteten Kapitel der Religionsgeschichte beschäftigt sich Theresa Hüther aus Bonn. Sie untersucht die Entstehung altkatholischer Gemeinden in Worms und der Umgebung nach 1870 und beleuchtet damit die konfessionelle Vielfalt der Region im späten 19. Jahrhundert.
Wormser Baugeschichte und Industrie im Mittelpunkt
Auch die städtebauliche Entwicklung von Worms zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist Thema des neuen Jahresbandes.
Der Wormser Historiker Ferdinand Werner beschäftigt sich mit repräsentativen Gebäuden aus der wirtschaftlichen Blütezeit der Stadt um 1900.
Im Mittelpunkt stehen das 1910 eröffnete Cornelianum, das nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wiederaufgebaut wurde, sowie die damit verbundene Erweiterung des Rathauses an der Hagenstraße ab 1905/1906.
Ein weiterer Beitrag von Ulrich Nieß, dem ehemaligen Leiter des Stadtarchivs Mannheim, untersucht einen gescheiterten Zusammenschluss der Lederwerke Cornelius Heyl und Freudenberg aus Weinheim im Jahr 1930.
Der geplante Zusammenschluss kam damals nicht zustande, hatte jedoch erhebliche Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der beiden konkurrierenden Unternehmen.
Vorstellung mit Kurzvortrag und anschließendem Umtrunk
Ergänzt wird der 41. Band des „Wormsgau“ durch Besprechungen neuer historischer Veröffentlichungen sowie einen Forschungsbericht zur Wormser Geschichte seit 2005.
Die öffentliche Vorstellung beginnt am Mittwoch, 28. Oktober 2026, um 18 Uhr im Kleinen Saal/MINT-Raum im ersten Obergeschoss der Stadtbibliothek Worms.
Im Anschluss an die Präsentation erhalten die Mitglieder des Altertumsvereins ein Exemplar des neuen Jahresbandes. Ein gemeinsamer Umtrunk rundet die Veranstaltung ab.
Der Eintritt ist frei.
Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: Stadtverwaltung Worms
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