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210.000 Euro für neuen Betreuungsverein – Drei Landkreise bündeln ihre Kräfte

210.000 Euro für neuen Betreuungsverein – Drei Landkreise bündeln ihre Kräfte
Staatssekretär Denis Alt (4. v. l.) überreicht den Förderbescheid über 210.000 Euro an Vertreter der drei beteiligten Landkreise. Mit dabei sind Landrat Heiko Sippel (3. v. l.), Oliver Kohl (5. v. l.) und Güngör Aydin (6. v. l.) sowie Mitarbeitende der Betreuungsbehörden und Sozialämter. Foto: Simone Stier / Kreisverwaltung Alzey-Worms

Die Landkreise Alzey-Worms, Donnersbergkreis und Bad Kreuznach wollen dem zunehmenden Mangel an beruflichen Betreuerinnen und Betreuern gemeinsam entgegenwirken. Dafür gründen sie den „Kommunalen Betreuungsverein Rheinhessen-Nahe-Pfalz e.V.“. Zur Umsetzung des Projekts hat Staatssekretär Denis Alt einen Förderbescheid des Landes Rheinland-Pfalz in Höhe von 210.000 Euro an den federführenden Landkreis Alzey-Worms übergeben.

Der neue Verein soll Menschen unterstützen, die aufgrund ihrer persönlichen Lebenssituation Hilfe bei der Regelung ihrer rechtlichen Angelegenheiten benötigen. Gleichzeitig sollen die vorhandenen Fachkräfte gezielter eingesetzt und die Betreuungsangebote langfristig gesichert werden.

Für die gemeinsame Organisation stellt jeder der drei Landkreise eine sozialpädagogische Fachkraft zur Verfügung. Zusätzlich ist eine gemeinsam finanzierte Verwaltungskraft vorgesehen. Durch die Zusammenarbeit sollen gegenseitige Vertretungen bei Krankheit oder Urlaub ermöglicht, regelmäßige Fallbesprechungen durchgeführt und doppelte Verwaltungsstrukturen vermieden werden. Auch das Ehrenamt im Betreuungswesen soll gestärkt werden.

Wie dringend zusätzliche Betreuungskapazitäten benötigt werden, zeigen die Zahlen aus dem Landkreis Alzey-Worms. Während im Jahr 2023 für 110 neue Betreuungen oder Betreuerwechsel berufliche Betreuer eingesetzt werden mussten, stieg diese Zahl im Jahr 2024 auf 196 Fälle. Gleichzeitig wird es zunehmend schwieriger, Nachwuchskräfte für diesen Bereich zu gewinnen.

„Menschen, die auf rechtliche Betreuung angewiesen sind, brauchen verlässliche Unterstützung. Gleichzeitig stoßen unsere Betreuungsbehörden angesichts steigender Fallzahlen und des Fachkräftemangels zunehmend an ihre Grenzen“, erklärte Landrat Heiko Sippel. Mit dem gemeinsamen Betreuungsverein solle eine langfristig tragfähige Grundlage geschaffen werden.

Auch Staatssekretär Denis Alt betonte die Vorteile der Zusammenarbeit. Durch die Bündelung von Kompetenzen und Ressourcen könnten Fachkräfte gezielter eingesetzt, Kosten reduziert und die Qualität der Betreuung verbessert werden.

Die Landesförderung in Höhe von 210.000 Euro soll insbesondere zusätzliche Personal- und Sachausgaben beim Aufbau der gemeinsamen Strukturen abdecken. Das Projekt wird im Rahmen der Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit unterstützt.

Text: ML/ Redaktion die Knipser · Quelle: Kreisverwaltung Alzey-Worms