25 Jahre Mainzer Tafel: Wo Lebensmittelrettung zu gelebter Solidarität wird

Seit einem Vierteljahrhundert rettet die Mainzer Tafel Lebensmittel und unterstützt damit Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Was am 12. September 2001 mit einer kleinen Gruppe engagierter Menschen begann, ist inzwischen zu einem Netzwerk mit rund 150 regelmäßig aktiven Ehrenamtlichen, etwa 380 Mitgliedern und mehr als 100 Partnerbetrieben aus Mainz und der Region gewachsen.
Das Jubiläum steht dabei für mehr als 25 Jahre Vereinsgeschichte. Die Arbeit der Mainzer Tafel verbindet zwei gesellschaftliche Herausforderungen: den Kampf gegen Lebensmittelverschwendung und die Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können, aber noch einwandfrei sind, werden von den Partnerbetrieben zur Verfügung gestellt und anschließend an Menschen weitergegeben, die Unterstützung benötigen.
„25 Jahre Mainzer Tafel – das ist weit mehr als eine Zahl. Es ist ein Vierteljahrhundert gelebte Solidarität in unserer Stadt, getragen von Menschen, die hinschauen, wo andere wegsehen, und die handeln, wo Bedürftigkeit spürbar wird. Unsere Arbeit wird gebraucht – und genau deshalb müssen wir sichtbar machen, wie wichtig gesellschaftlicher Zusammenhalt ist“, sagt Dieter Hanspach, 1. Vorsitzender des Mainzer Tafel e.V.
Aus einer kleinen Initiative wird ein großes Netzwerk
Die erste Ausgabestelle der Mainzer Tafel eröffnete wenige Wochen nach der Vereinsgründung in der Großen Langgasse. Nach einem weiteren Standort am Frauenlobplatz befindet sich die Tafel inzwischen seit mehr als 20 Jahren in der Heidelbergerfaßgasse 16.
Dort übernehmen die Ehrenamtlichen zahlreiche Aufgaben. Sie holen Lebensmittel bei den Partnerbetrieben ab, sortieren und verteilen sie, kümmern sich um Organisation und Verwaltung und sorgen dafür, dass die Unterstützung zuverlässig bei den Menschen ankommt.
Ein wichtiger Bestandteil des Netzwerks sind die mehr als 100 Lebensmittelbetriebe aus der Region. Sie stellen Waren zur Verfügung, die zwar nicht mehr verkauft werden können, aber weiterhin bedenkenlos verzehrt werden können. Damit tragen die Unternehmen gemeinsam mit den Ehrenamtlichen dazu bei, Lebensmittel vor der Verschwendung zu bewahren.
Finanziert wird die Arbeit der Mainzer Tafel ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Der Verein ist daher auf die Unterstützung von Privatpersonen, Unternehmen, Institutionen und weiteren Partnern angewiesen.
Hilfe kommt direkt bei den Menschen an
In der Ausgabestelle in der Heidelbergerfaßgasse können Menschen mit Anspruch auf Unterstützung von Dienstag bis Freitag Lebensmittel erhalten. Die Ausgabe ist wie ein kleiner Laden organisiert. Zum Angebot gehören unter anderem Brot und Backwaren, Obst und Gemüse, Milch- und Molkereiprodukte, Fleisch und Fisch sowie Drogerieartikel.
Voraussetzung für die Nutzung der Ausgabe ist ein MainzPass. Für die Lebensmittel wird ein symbolischer Beitrag von einem Euro erhoben.
Auch Menschen, die aufgrund einer Behinderung oder eingeschränkter Mobilität nicht selbst zur Ausgabestelle kommen können, werden unterstützt. Ehrenamtliche stellen individuelle Lebensmitteltüten zusammen, die anschließend von Pflegediensten abgeholt und zu den Betroffenen nach Hause gebracht werden.
Seit acht Jahren gibt es zudem die sogenannte Blitzausgabe am Freitagnachmittag. Lebensmittel, die nicht bis zum nächsten regulären Ausgabetag gelagert werden können, werden ab 13.30 Uhr kostenlos ausgegeben.
Jubiläum mit Festakt und Infostand
Im Jubiläumsjahr will die Mainzer Tafel nicht nur auf die vergangenen 25 Jahre zurückblicken, sondern insbesondere das Engagement der vielen Ehrenamtlichen sichtbar machen.
Den Auftakt bildet der Festakt am 12. September 2026 im Atrium Hotel Mainz. Gemeinsam mit geladenen Gästen, Wegbegleitern und Unterstützern blickt der Verein auf ein Vierteljahrhundert Engagement zurück und bedankt sich bei den Menschen, die die Arbeit der Tafel ermöglichen.
Moderiert wird die Veranstaltung von Dennis Rink, Chefredakteur der Allgemeinen Zeitung Mainz. Geplant sind unter anderem ein Grußwort des Vorstands, ein Grußwort von Oberbürgermeister Nino Haase, ein musikalischer Beitrag des Mainzer Akkordeon-Orchesters sowie eine Keynote der Journalistin Gundula Gause, bekannt aus dem „heute journal“.
Am 26. September 2026 wird die Mainzer Tafel außerdem mit einem Infostand beim Marktfrühstück am Schillerplatz vor dem Osteiner Hof vertreten sein. Dort möchte der Verein mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen, über seine Arbeit informieren und für die Themen Lebensmittelrettung, Ehrenamt und gesellschaftliche Verantwortung sensibilisieren.
Nach 25 Jahren zeigt die Geschichte der Mainzer Tafel vor allem eines: Lebensmittelrettung und soziale Unterstützung funktionieren dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen und gemeinsam anpacken. Aus einer kleinen Initiative ist so ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Mainz geworden.
Text: LC/ Redaktion Die Knipser · Quelle: Mainzer Tafel e.V.
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