Archivfoto: Mirco Metzler/Die Knipser

Die hessischen Strafverfolgungsbehörden setzen ihren konsequenten Einsatz gegen Kindes- und Jugendmissbrauch sowie kinder- und jugendpornografische Inhalte auch 2026 fort. Bei der ersten Schwerpunktaktion dieses Jahres durchsuchten Ermittlerinnen und Ermittler der Polizei zwischen dem 12. und 16. Januar insgesamt 68 Wohnungen und Häuser in Hessen sowie vereinzelt in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Im Fokus standen 65 Beschuldigte – allesamt Männer im Alter zwischen 14 und 72 Jahren.

Die Maßnahmen erfolgten im Auftrag der hessischen Staatsanwaltschaften und wurden vom Hessischen Landeskriminalamt (HLKA) koordiniert. Den Beschuldigten wird überwiegend Herstellung, Besitz und Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie vorgeworfen; in 15 Fällen stehen zudem Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen im Raum. Während der Durchsuchungen wurden 405 Datenträger unterschiedlichster Art sichergestellt, die nun ausgewertet und kriminalistisch bewertet werden. Zehn Beschuldigte wurden vorläufig zur Vernehmung auf die Dienststellen gebracht, ein Haftbefehl wurde vollstreckt.

Die Durchsuchungen erstreckten sich über zahlreiche hessische Städte und Landkreise, darunter Darmstadt, Frankfurt am Main, Gießen, Hanau, Kassel, Wiesbaden sowie Landkreise wie Fulda, Hochtaunus, Lahn-Dill, Main-Kinzig oder Rheingau-Taunus.

FOKUS – Hessens spezialisierte Einheit gegen Kindesmissbrauch

Zur gezielten Bekämpfung und Aufklärung von Sexualstraftaten an Kindern und Jugendlichen wurde bei der hessischen Polizei vor über fünf Jahren die Einheit FOKUS (Fallübergreifende Organisationsstruktur gegen Kinderpornografie und sexuellen Missbrauch von Kindern) eingerichtet. Mit mittlerweile über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter rund 170 Ermittlerinnen und Ermittler, bündelt die Einheit alle polizeilichen Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornografie in Hessen.

Hinweise auf Missbrauch und kinder- und jugendpornografische Inhalte gelangen über verschiedene Kanäle an die Ermittler: von Bürgeranzeigen über die Polizeiwachen und die Online-Wache, aus laufenden Verfahren, sowie zunehmend über internationale Netzbetreiber und das National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC). Im vergangenen Jahr gingen allein über NCMEC 4.290 Hinweise nach Hessen ein.

Erfolgsgeschichte der hessischen Ermittlungsarbeit

Die Arbeit der FOKUS-Einheit zeigt Wirkung: Alleine im vergangenen Jahr wurden in Hessen über 1.600 Durchsuchungsbeschlüsse sowie 48 Haftbefehle vollstreckt, knapp 1.620 Beschuldigte vernommen und mehr als 15.400 Datenträger sichergestellt. Die Sonderdezernate der Staatsanwaltschaften sorgen dafür, dass Verfahren zügig verfolgt und die Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche konsequent umgesetzt werden.

Die hessischen Strafverfolgungsbehörden betonen: „Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat für uns höchste Priorität. Wir setzen unsere Arbeit entschlossen fort und gehen konsequent gegen jede Form des Missbrauchs vor.“

Text: LC/Redaktion Die Knipser/Hessisches Landeskriminalamt