Nach 25 Jahren Ermittlungen wurde der Fall des „Mädchens aus dem Main“ aufgeklärt. Ein 67-jähriger Tatverdächtiger wurde festgenommen. Archivfoto: Mirco Metzler/Die Knipser

Im Zusammenhang mit einem seit fast 25 Jahren ungeklärten Tötungsdelikt hat das Hessische Landeskriminalamt (LKA) einen 67-jährigen deutschen Staatsangehörigen festgenommen. Er steht im dringenden Verdacht, im Jahr 2001 seine damals 16-jährige Tochter getötet und deren Leichnam in den Main geworfen zu haben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat Untersuchungshaft wegen des Verdachts des Mordes beantragt.

Der Beschuldigte wurde am 12. Mai 2026 festgenommen und noch am selben Tag einer Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Frankfurt am Main vorgeführt, die Untersuchungshaft anordnete.

Internationale Fahndungskampagne führte zum Durchbruch

Entscheidende Hinweise kamen nach Angaben der Ermittler im Zuge der internationalen Fahndungskampagne „Identify Me“, die im Oktober 2024 gestartet wurde. Ziel der Initiative ist die Identifizierung unbekannter weiblicher Todesopfer in mehreren europäischen Ländern sowie die Aufklärung ungeklärter Tötungsdelikte.

Nach mehreren Hinweisen aus der Bevölkerung wurden die Ermittlungen intensiv fortgeführt und führten schließlich zur Identifizierung des sogenannten „Mädchens aus dem Main“ sowie zur Festnahme des Tatverdächtigen.

Tatvorwurf: Tötung im Jahr 2001

Dem 67-Jährigen, der in Pakistan geboren wurde, wird vorgeworfen, seine Tochter zwischen dem 28. und 31. Juli 2001 in der damaligen Familienwohnung in Offenbach durch massive Gewalteinwirkung getötet zu haben. Anschließend soll er die Leiche in ein Bettlaken gewickelt, verschnürt und an einem Sonnenschirmständer befestigt in den Main in Frankfurt geworfen haben. Der Leichnam wurde am 31. Juli 2001 von Passanten entdeckt.

Die Ermittlungen dauern weiterhin an.

Text: LC/Redaktion Die Knipser/Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main/Hessisches Landeskriminalamt