Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste waren in der Silvesternacht landesweit stark gefordert. Trotz überwiegend friedlicher Feiern kam es in Rheinland-Pfalz zu zahlreichen Einsätzen, insbesondere wegen Bränden und alkoholisierter Auseinandersetzungen. Fotos: Mirco Metzler/Die Knipser
Insgesamt liefen die Feierlichkeiten im Land nach einer ersten Bilanz überwiegend friedlich. Die Polizei Rheinland-Pfalz bewältigte in der Silvesternacht eine Vielzahl von ereignistypischen Einsätzen. Einige meist alkoholbedingte Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Beleidigungen wurden registriert. Darüber hinaus kam es zu mehreren Bränden.
„Mein herzlicher Dank gilt allen, die den Jahreswechsel friedlich gefeiert haben und insbesondere den Kräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Sie haben rund um die Feiertage und an Silvester für unsere Sicherheit in Rheinland-Pfalz gesorgt. Mit Bedauern sehe ich eine gestiegene Anzahl von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten im Kontext der Silvesterfeierlichkeiten und verurteile dies. Wir wollen friedlich feiern, dazu passen weder Übergriffe, noch Gewalt – nicht gegen andere Feierende und nicht gegen Einsatzkräfte“, sagte Innenminister Michael Ebling.
Polizeiliche Einsatzlage rund um den Jahreswechsel
Insgesamt wurden mit 216 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit Silvesterfeierlichkeiten etwa die doppelte Anzahl im Vergleich zu den Vorjahren erfasst (2024: 101). 89 Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzungen (2024: 43), 41 wegen Sachbeschädigungen (2024: 27) und neun wegen Beleidigungen (2024: sechs) wurden eingeleitet. Gegen Störer wurden 115 Platzverweise ausgesprochen und somit erheblich mehr als im vergangenen Jahr (2024: 43). Es wurden 14 freiheitsentziehende Maßnahmen (2024: 15) durchgesetzt. Ein Polizeibeamter wurde durch den Bewurf mit Feuerwerk verletzt. (2024: keiner).
Im Rahmen einer Silvesterfeier in Neuwied-Block kam es zu einer Schlägerei unter den Veranstaltungsteilnehmenden. Es wurden mehrere Strafanzeigen erfasst, hierunter eine Bedrohung mittels Schreckschusswaffe.
Anlässlich der Silvesternacht führte die Polizei Koblenz ein Sondereinsatz durch, um die polizeilichen Einsatzmaßnahmen durchzuführen. Räumliche Schwerpunkte waren der Bereich Deutsches Eck und die Koblenzer Innenstadt.
Zu Beginn des Einsatzes kam es nach Böllerwürfen zu einer Beschädigung eines Supermarktes. Die Ermittlungen zur Verursachung dauern an. Ab ca. 23:30 Uhr konnte ein starker Zulauf zum Deutschen Eck festgestellt werden. Gegen Mitternacht befanden sich dort ca. 2.500 Personen, welche fast ausschließlich friedlich feierten. Vier Strafanzeigen im Zusammenhang mit Körperverletzungsdelikten wurden erfasst. Bei einer Person wurde eine Schreckschusswaffe aufgefunden und sichergestellt. Sechs Platzverwiese wurden ausgesprochen, eine Person in Gewahrsam genommen.
In Trier kamen bis zu 1.000 Personen im Bereich der Porta Nigra zusammen. Kurz nach Mitternacht wurden Feuerwerkskörper auf Personen geschossen. Mehrere Personenkontrollen fanden statt.
Die Polizei war mit ihren Planungen auch in diesem Jahr gut auf die Besonderheiten der Silvesternacht vorbereitet und landesweit mit rund 680 Beamtinnen und Beamten im Einsatz. Die fünf Flächenpräsidien vor Ort wurden dabei durch Kräfte der Bereitschaftspolizei unterstützt.
Einsatzlage im Brand- und Katastrophenschutz rund um den Jahreswechsel
Im Zusammenhang mit dem Jahreswechsel und insbesondere den Feuerwerken kam es in der Nacht zu einem typischen Anstieg an Einsätzen. Im gesamten Land waren Feuerwehren, Rettungsdienst und teilweise auch Katastrophenschutzeinheiten im Einsatz. Das Lagezentrum Bevölkerungsschutz im Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz hat die Lage dauerhaft beobachtet und stand im engen Austausch mit den sieben integrierten Leitstellen.
Insgesamt wurden am 31.12.2025 193 Einsätze im Brand- und Katastrophenschutz (ohne Rettungsdiensteinsätze) erfasst. Am Neujahrstag, im Zeitraum bis 01.01.2026, 6.00 Uhr, waren es bereits 271 Einsätze. In den ersten sechs Stunden des neuen Jahres gab es in Rheinland-Pfalz 243 Brandeinsätze, wobei mit 194 Einsätzen der überwiegende Teil auf niedrigschwellige „Brand 1 – Einsätze“ (z.B. Mülltonnenbrand, Heckenbrand, Fahrzeugbrand) entfiel. Dennoch gab es auch einige größere Einsätze mit verletzten Personen oder großem Sachschaden:
In Bad Kreuznach geriet ein Müllverschlag in Brand. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von ca. 10.000€.
In Kaiserslautern geriet aus bislang ungeklärter Ursache zunächst eine Gartenlaube in Brand. Das Feuer griff auf das angrenzende Einfamilienhaus über, der Dachstuhl geriet in Vollbrand. Die Bewohner konnten das Haus selbstständig verlassen, verletzten sich jedoch leicht durch das Einatmen von Rauchgasen. Der Sachschaden wird auf 200.000€ geschätzt.
Im Sertoriusring in Mainz-Finthen kam es zu einem Balkonbrand, der auf die Wohnung übergriffen hat. Es wurden keine Personen verletzt. Das gesamte 1. OG ist nicht bewohnbar. 50 Personen wurden evakuiert und wurden durch Einheiten des Katastrophenschutzes betreut. Schadenshöhe und Brandursache sind derzeit noch nicht bekannt.
In Mainz-Hechtsheim geriet aus bisher ungeklärter Ursache der Dachstuhl eines Reitstalls in Vollbrand. Hierdurch wurde auch ein angrenzendes Restaurant in Mitleidenschaft gezogen. Personen wurden nicht verletzt. Auch die Pferde konnten aus dem brennenden Stall gerettet werden. Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde durch die Feuerwehr Mainz vorsorglich eine Information der Bevölkerung ausgelöst. Als Brandursache kann eine fehlgeleitete Silvesterrakete nicht ausgeschlossen werden. Die Schadenshöhe lässt sich derzeit noch nicht beziffern.
In Neuwied-Niederbieber geriet ein leerstehendes Haus in Flammen. Eine Brandstiftung kann zum derzeitigen Ermittlungsstand nicht ausgeschlossen werden. In dem Objekt konnten mehrere Brandherde festgestellt werden. Es entstand ein Sachschaden von rund 100.000 € bis 150.000 €.





























