Höchstspannungsfreileitungen mit 220 und 380 Kilovolt werden auch im Raum Alzey-Worms, Worms und im Rhein-Pfalz-Kreis per Helikopter überprüft. Foto: Amprion GmbH / Günther Bayerl
Eine stabile und zuverlässige Stromversorgung ist für den Alltag der Menschen und die Wirtschaft von zentraler Bedeutung. Wie sensibel die Energieinfrastruktur ist, wurde zuletzt durch den mehrtägigen Stromausfall nach einem Brandanschlag auf Energieanlagen in Berlin deutlich. Stromleitungen gelten als die Lebensadern der Volkswirtschaft. Größere Stromausfälle sind in Deutschland dennoch die Ausnahme.
 
„Die Bedrohungslage aufgrund von Sabotage kritischer Infrastrukturen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Darauf reagieren wir. Wir beobachten die Lage aufmerksam und stehen in engem Austausch mit den zuständigen Sicherheitsbehörden“, erklärt Lucian Grümer Projektsprecher des Übertragungsnetzbetreibers Amprion.
 
Unabhängig von äußeren Einflüssen unterliegen auch Stromleitungen einem natürlichen Verschleiß. Wie bei allen technischen Anlagen können im Laufe der Zeit Abnutzungserscheinungen auftreten. Um die Versorgungssicherheit dauerhaft zu gewährleisten setzt Amprion im regulären Netzbetrieb auf eine Vielzahl von Prüf und Wartungsmaßnahmen. Dazu zählen auch regelmäßige Leitungskontrollen.
 
Vom 12. Januar bis voraussichtlich Mitte Februar führt Amprion deshalb Leitungskontrollen per Helikopter im eigenen Netzgebiet durch. Kontrolliert werden Höchstspannungsfreileitungen mit 220 und 380 Kilovolt unter anderem auch in Worms im Kreis Alzey Worms sowie im Rhein Pfalz Kreis. Die Befliegungen sind stark witterungsabhängig. Daher können sich Termine kurzfristig verschieben oder ändern. Genaue Flugzeiten sind im Vorfeld nicht möglich.
 
Bei einer Fluggeschwindigkeit von etwa 30 bis 40 km pro Stunde werden die Leitungen mit hochauflösenden Infrarotkameras überprüft. Aus der Luft lassen sich viele Schäden besser erkennen als vom Boden aus. Im Fokus stehen insbesondere Seilschäden sowie thermische Auffälligkeiten die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind.
 
Die während der Flüge erfassten Daten werden im Anschluss ausgewertet. Festgestellte Mängel werden gezielt behoben. Gravierende Schäden wie etwa ein defekter Isolator werden sofort gemeldet und umgehend repariert.
 
Kontrollen mittels Infrarot Thermographie werden bei Amprion bereits seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt. Sie ergänzen visuelle Prüfungen sowie Kontrollen vom Boden aus bei denen insbesondere Schäden an Masten verbogene Streben oder defekte Fundamente überprüft werden.
 
Für die eingesetzten Helikopterpiloten stellen die Leitungsbefliegungen eine besondere Herausforderung dar. Teilweise müssen sie in sehr niedriger Flughöhe bis auf wenige Meter an Masten und Leitungen heranfliegen. Gleichzeitig müssen die Wetterbedingungen für einen sicheren Start und die präzisen Aufnahmen stimmen.
 
Durch diese Einsätze erhält Amprion innerhalb weniger Wochen einen umfassenden Überblick über viele tausend Kilometer des Höchstspannungsnetzes und leistet damit einen wichtigen Beitrag für eine sichere und zuverlässige Stromversorgung im Nibelungenland.
 
Text: Redaktion Die Knipser/Amprion GmbH