Durch das Repowering auf der Herrnsheimer Höhe steigt die Leistung des Windparks trotz weniger Anlagen deutlich. Archivfoto: Mirco Metzler/Die Knipser
Auf der Herrnsheimer Höhe startet in den kommenden Tagen die Erneuerung eines Teils des Windparks Worms. Drei ältere Windkraftanlagen werden zurückgebaut und durch zwei moderne, deutlich leistungsfähigere Anlagen ersetzt. Die Stadt Worms hatte das sogenannte Repowering bereits im vergangenen Jahr genehmigt.
Der erste Bauabschnitt zur Runderneuerung des südlichen Teils des Windparks beginnt am Montag, 26. Januar. In einem Gemeinschaftsprojekt der Juwi GmbH aus Wörrstadt und der wiwi consult GmbH & Co. KG aus Mainz werden drei Windenergieanlagen des Herstellers General Electric aus dem Jahr 2001 abgebaut. Der Rückbau erfolgt in den kommenden zwei Wochen mithilfe eines Großkrans. Der Baustellenverkehr wird über die Kreisstraße K18 zwischen Herrnsheim und Abenheim abgewickelt.
Ein Großteil der anfallenden Materialien soll direkt vor Ort wiederverwertet werden. Die Betonteile und Fundamente der alten Anlagen werden zu Recycling-Schotter gebrochen und als Unterbau für die neuen Windräder genutzt. Dadurch reduziert sich sowohl der Abtransport von Material als auch der Bedarf an neuen Naturrohstoffen. Einzelne Komponenten der alten Anlagen werden als Ersatzteile weiterverwendet. Nach dem vollständigen Rückbau der Fundamente werden die bisherigen Standorte rekultiviert und wieder landwirtschaftlich genutzt.
Die beiden neuen Windkraftanlagen des Herstellers Enercon vom Typ E-160 verfügen jeweils über eine Leistung von 5,56 Megawatt und erreichen eine Gesamthöhe von 246,6 Metern. Trotz einer Anlage weniger steigt die Gesamtleistung des südlichen Windparkteils von bislang 4,5 auf künftig 11,12 Megawatt. Durch die Nutzung stärkerer und gleichmäßigerer Windverhältnisse in höheren Luftschichten erhöht sich der jährliche Energieertrag auf rund 24 Millionen Kilowattstunden. Damit kann rechnerisch der Strombedarf von etwa 8.000 Durchschnittshaushalten in Deutschland gedeckt werden. Die Inbetriebnahme der neuen Anlagen ist noch für dieses Jahr geplant.
Die Juwi-Gruppe zählt seit rund 30 Jahren zu den führenden Projektentwicklern im Bereich der erneuerbaren Energien und ist Teil der Mannheimer MVV Energie AG. Wiwi consult wurde 2016 gegründet und entwickelt sowie betreibt Wind-, Solar- und Batteriespeicherprojekte in Rheinland-Pfalz mit einem Gesamtvolumen von rund 1.000 Megawatt.
Parallel zu den Maßnahmen auf der Herrnsheimer Höhe plant auch das Wormser Unternehmen Renolit den Ausbau der eigenen Stromerzeugung aus Windenergie. Ziel des Kunststoffverarbeiters ist es, bis 2045 klimaneutral zu werden. Nach intensiven politischen Diskussionen und Anpassungen der Flächenausweisung können östlich der Autobahn 61 sowie südlich der Bundesstraße 47 nun bis zu drei Windkraftanlagen errichtet werden. Nach der Freigabe des Vorranggebiets im November wurden erste vorbereitende Maßnahmen eingeleitet, darunter die Beauftragung notwendiger Gutachten. Eine Inbetriebnahme ist frühestens Mitte 2030 vorgesehen.
Text: SR/Redaktion Die Knipser




























