Der Bahnübergang im Ziegelhüttenweg in Osthofen ist baulich modernisiert, bleibt wegen technischer Nacharbeiten an der Sicherungstechnik jedoch weiterhin für den Verkehr gesperrt. Fotos: Mirco Metzler/Die Knipser

Der modernisierte Bahnübergang im Ziegelhüttenweg in Osthofen ist zwar baulich fertiggestellt, für den Verkehr jedoch weiterhin nicht freigegeben. Grund dafür sind zusätzliche technische Arbeiten, die nach Abschluss der eigentlichen Bauphase notwendig wurden. Nach Angaben der Deutschen Bahn müssen neue Komponenten noch mit der bestehenden Stellwerkstechnik abgestimmt werden. Eine Öffnung könnte sich deshalb noch bis ins Frühjahr verzögern.
 
Ursprünglich war vorgesehen, die Bauarbeiten bereits im Oktober durchzuführen. Letztlich begannen sie erst im Dezember. Die geplante Bauzeit von rund vier Wochen konnte zwar eingehalten werden, dennoch bleibt die wichtige Verbindung zwischen der Landesstraße 439 und dem nordöstlichen Stadtgebiet weiterhin gesperrt. Hinweisschilder im Stadtgebiet weisen auf die Umleitung hin.

 

Modernisierung der Anlage

Die Schrankenanlage am Ziegelhüttenweg stammte aus dem Jahr 1977 und entsprach nicht mehr den heutigen technischen Anforderungen. Im Zuge der Erneuerung wurde die gesamte Sicherungstechnik auf den aktuellen Stand gebracht. Ziel der Maßnahme ist es, die Zuverlässigkeit zu erhöhen und die Störanfälligkeit deutlich zu reduzieren.
 
Neben der technischen Modernisierung wurden auch die Verkehrsflächen angepasst: Sowohl die Fahrbahn als auch die Geh- und Radwege wurden verbreitert. Damit soll der Übergang künftig mehr Sicherheit und Komfort für alle Verkehrsteilnehmenden bieten. Die Verbindung ist insbesondere für den Zugang zur KZ-Gedenkstätte im Nordosten der Stadt von Bedeutung.

Technische Herausforderungen im Stellwerk

Während der Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik traten jedoch unerwartete Schwierigkeiten auf. Diese betreffen vor allem die Abstimmung zwischen der neu installierten Technik am Bahnübergang und der bestehenden Infrastruktur im Stellwerk Osthofen. Um einen sicheren Bahnbetrieb gewährleisten zu können, sind daher weitere Anpassungen erforderlich. Die Deutsche Bahn betont, dass Sicherheit oberste Priorität habe – sowohl für Fahrgäste als auch für Mitarbeitende.

 

Keine zusätzliche Abbiegespur geplant

Im politischen Raum war zuletzt spekuliert worden, dass der Bau einer zusätzlichen Abbiegespur zur nahegelegenen Gedenkstätte die Verzögerung verursache. Dem widerspricht die Deutsche Bahn. Statt einer Abbiegespur seien im Bereich der Zufahrt spezielle Lichtsignale installiert worden. Diese sollen sicherstellen, dass Fahrzeuge den Bahnübergang rechtzeitig räumen können und alle geltenden Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.
 
Zu den Gesamtkosten des Projekts wurden keine konkreten Zahlen genannt. Nach Angaben der Bahn bewegen sich die Ausgaben im Rahmen vergleichbarer Modernisierungsmaßnahmen. Die Finanzierung erfolgt entsprechend der gesetzlichen Vorgaben gemeinsam durch die beteiligten Kreuzungspartner.
 
Bis zur endgültigen Freigabe bleibt der Bahnübergang weiterhin gesperrt. Verkehrsteilnehmende müssen daher auch in den kommenden Wochen mit Umleitungen rechnen.
 
Text: SSP/Redaktion Die Knipser