Genießt das Leben in der WG und hat den Umzug nicht bereut: Hans Lautenschläger lebt mit seinen 96 Jahren im Caritas-Haus St. Sebastian in Worms-Abenheim.  Foto: Caritasverband Worms e.V.

In den Senioren-Wohngemeinschaften des Caritasverband Worms e.V. steht eines im Mittelpunkt: ein selbstbestimmtes Leben im Alter – verbunden mit Gemeinschaft, individueller Betreuung und verlässlicher Pflege. Ein Konzept, das für viele ältere Menschen eine Alternative zwischen ambulanter Versorgung und Pflegeheim darstellt.

Ein Beispiel dafür ist die Senioren-WG St. Sebastian in Worms-Abenheim. Hier beginnt der Tag ruhig und strukturiert. Für den 96-jährigen Bewohner Hans Lautenschläger gehört die morgendliche Zeitung fest zur Routine. „Seit ich hier lebe, muss ich mir um nichts mehr Gedanken machen“, sagt er. Dabei fiel ihm der Schritt aus dem eigenen Haus zunächst nicht leicht.

Ein neuer Lebensabschnitt mit mehr Lebensqualität

Vor rund zwei Jahren traf Lautenschläger die Entscheidung zum Umzug. Treppensteigen war für ihn zur täglichen Herausforderung geworden. Der Wechsel in die Wohngemeinschaft bedeutete zunächst Abschied vom vertrauten Zuhause – im Rückblick jedoch eine deutliche Verbesserung seiner Lebensqualität.

Heute schätzt er vor allem die Kombination aus Rückzugsmöglichkeiten und Gemeinschaft. „Wenn ich Gesellschaft will, finde ich sie hier, wenn nicht, ziehe ich mich auf mein Zimmer zurück“, beschreibt er seinen Alltag. Gemeinsame Aktivitäten wie Gymnastik, Spielenachmittage oder das tägliche Kaffeetrinken sorgen für Struktur und soziale Kontakte.

Alltag in Gemeinschaft

Ein zentraler Bestandteil des WG-Lebens ist das gemeinsame Essen. In der offenen Küche wird täglich frisch gekocht – ein bewusst gesetzter Schwerpunkt. Für Sabine Schatt, Leiterin der Wohngemeinschaften, ist das mehr als reine Versorgung: „Am Tisch tauscht man sich aus, kommt ins Gespräch, erlebt Gemeinschaft.“

Insgesamt betreibt der Caritasverband vier Häuser mit Senioren-WGs in Worms und Mörstadt. Die Angebote richten sich sowohl an Menschen mit als auch ohne Demenz. Bereits 2007 wurde die erste Einrichtung eröffnet – als eine der ersten dieser Art in Rheinland-Pfalz.

Individuelle Betreuung im Mittelpunkt

Das Konzept setzt bewusst auf kleinere Einheiten und eine enge Betreuung. „Uns ist es wichtig, dass unsere Mieterinnen und Mieter so selbstbestimmt wie möglich leben können“, betont Katja Zamzow, Fachbereichsleiterin Altenhilfe. Ziel sei ein würdiges Leben mit Teilhabe und Geborgenheit – unabhängig davon, ob eine Demenzerkrankung vorliegt.

Ein fester Pflegeschlüssel von 1:6 ermöglicht dabei eine intensive Betreuung. Gleichzeitig profitieren auch Angehörige von der Struktur der Wohngemeinschaften. „Wenn sie ihre Mutter oder ihren Vater gut versorgt wissen, ist das eine echte Entlastung“, so Zamzow.

Alternative zum Pflegeheim

Die Senioren-WGs sind zwischen ambulanter Pflege und vollstationärer Versorgung angesiedelt. Durch die überschaubare Größe können individuelle Bedürfnisse flexibel berücksichtigt werden – sowohl im Alltag als auch in der Pflege.

Für Hans Lautenschläger steht fest, dass er den Schritt nie bereut hat. „Wenn ich etwas Schlechtes über das Haus oder die Mitarbeiterinnen sagen würde, würde ich lügen“, sagt er. Während sich der Gemeinschaftsraum langsam füllt und das Mittagessen serviert wird, begrüßt er lächelnd seine Mitbewohnerinnen und Mitbewohner – ein Alltag, der für ihn längst zur neuen Normalität geworden ist.

Weitere Informationen zu den Senioren-Wohngemeinschaften des Caritasverbandes Worms e.V. sind online unter www.caritas-worms.de/wohngemeinschaften sowie direkt beim Verband erhältlich.

Text: LC/Redaktion Die Knipser/Caritasverband Worms e.V.