Foto: HMLU

Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) setzt das Land Hessen gemeinsam mit den betroffenen Landkreisen in Südhessen auf die nächste Phase der Seuchenbekämpfung. Das Hessische Landwirtschaftsministerium (HMLU) informierte dazu im Rahmen von Dialogveranstaltungen in Pfungstadt und Kiedrich über den aktuellen Stand sowie die weiteren Perspektiven im Umgang mit der Tierseuche.

Seit Juni 2024 arbeitet Hessen intensiv daran, die Ausbreitung der ASP einzudämmen. Zu den bisherigen Maßnahmen zählen unter anderem der Bau fester Schutzzaun-Systeme, die Suche und Bergung verendeter Wildschweine sowie die Reduzierung des Schwarzwildbestands. Nun rückt die schrittweise Rückstufung von Sperrzonen als nächstes Etappenziel in den Fokus.

Fortschritte bei Eindämmung – nächste Schritte geplant

„Auch wenn positive ASP-Fälle in der Region immer seltener werden: Hessen befindet sich weiterhin aktiv in der Seuchenbekämpfung. Die ASP-Maßnahmen müssen konsequent fortgeführt werden. Und auch Bürgerinnen und Bürger können weiter mithelfen, indem sie die Tore der Zäune schließen“, erklärte Staatssekretär Michael Ruhl, Leiter des ASP-Führungsstabes im HMLU.

Ruhl betonte zudem die enge Zusammenarbeit mit Jägern, Landwirten und Schweinehaltern. Ziel sei es, die Seuche vollständig zu tilgen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Große Beteiligung bei Informationsveranstaltungen

Rund 400 Jäger, Landwirte, Winzer, Privatwaldbesitzer sowie Vertreter aus Kommunen und interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen an den Informationsveranstaltungen teil. Fachleute aus dem Landwirtschaftsministerium und den Landkreisen standen vor Ort für Fragen zur Verfügung und erläuterten das aktuelle Vorgehen im Detail.

Strenge Kriterien für mögliche Rückstufung

Im Mittelpunkt standen dabei auch die Voraussetzungen für eine mögliche Rückstufung von Sperrzonen. Diese sind streng geregelt und durch EU-Vorgaben definiert. Voraussetzung ist unter anderem, dass mindestens zwölf Monate lang kein neues Wildschwein positiv auf ASP getestet wurde und die Seuche im Wildbestand nachweislich getilgt ist.

Dies wird durch kontinuierliche Kadaversuchen, den Einsatz von Suchhunden und Drohnen sowie dokumentierte Jagdstrecken überprüft. Auch Biosicherheitsmaßnahmen in Hausschweinebeständen spielen eine wichtige Rolle.

Ein erneuter Ausbruch würde den Prozess deutlich verzögern: In einem Radius von mindestens zehn Kilometern wären Rückstufungen dann erneut für mindestens zwölf Monate ausgeschlossen.

Antrag auf Teilrückstufung bereits gestellt

Bereits Ende März hatte Hessen gemeinsam mit weiteren Ländern einen Antrag auf Teilrückstufung für bestimmte Gebiete im Ausbruchsraum gestellt. Dieser wurde über das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft an die Europäische Kommission weitergeleitet und dort bereits akzeptiert.

Aktuell steht die Entscheidung auf EU-Ebene noch aus. Bei einem positiven Votum könnten unter anderem Teile des Rheingau-Taunus-Kreises sowie angrenzende Gebiete im Main-Taunus-Kreis, Hochtaunuskreis und in den Städten Wiesbaden und Frankfurt als ASP-frei eingestuft werden.

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, das sieht auch das Bundesministerium so. Jetzt hoffen wir auch auf eine positive Rückmeldung von der EU“, so Ruhl.

Zusammenarbeit bleibt entscheidend

Die Verantwortlichen betonten erneut die enge Kooperation aller Beteiligten. Maßnahmen wie Zaunbau, verstärkte Bejagung, Kadaversuche mit Drohnen sowie umfassende Informationsarbeit zeigten bereits Wirkung.

Besonders wichtig bleibe der konsequente Umgang mit den Schutzmaßnahmen im Gelände: Zäune und Tore müssten weiterhin geschlossen gehalten und Schäden umgehend gemeldet werden. Nur so könne verhindert werden, dass sich die Seuche erneut ausbreitet.

Abschließend appellierte Staatssekretär Ruhl an die Jägerschaft, die weiterhin eine zentrale Rolle bei der Eindämmung spielt: Nur eine konsequent wildschweinfrei gehaltene Pufferzone könne mögliche Infektionsketten dauerhaft unterbrechen.

„Es geht darum, wirtschaftlichen Schaden von der Region abzuwenden. Dafür brauchen wir Besonnenheit und die Mithilfe aller Beteiligten“, so Ruhl.

Text: LC/Redaktion Die Knipser/Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt,Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat