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Aus dem Spatenstich wird ein Rohbau – und bald folgt schon der Erstbezug: Nur rund sechs Monate nach dem Baustart hat die Alzeyer Baugesellschaft (ABG) an der Alten Stadtgärtnerei Richtfest gefeiert. Gemeinsam mit Handwerksbetrieben, Planern, beteiligten Firmen sowie Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Alzey und der ABG wurde damit ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu 28 neuen geförderten Wohnungen in der Mainzer Straße markiert. Zugleich ist das Projekt der Auftakt einer größeren Wohnungsbauoffensive: Bis zum Jahr 2030 soll der Wohnungsbestand der ABG um rund 250 Einheiten auf mehr als 700 Wohnungen wachsen.

Dass im Norden der Stadt zwischen Spatenstich und Richtfest nur ein halbes Jahr liegt, zeigt: Das Projekt kommt sehr gut voran und liegt voll im Zeitplan. Bereits im November dieses Jahres – und damit nur rund ein Jahr nach dem Baustart des bedarfsgerechten Vorhabens – sollen die Wohnungen an ihre neuen Bewohnerinnen und Bewohner übergeben werden.

„Während andernorts noch über Beschleunigung und Bauturbo diskutiert wird, packen wir in der Stadt Alzey längst an“, sagte Bürgermeister Steffen Jung beim Richtfest. „Hier wird ganz konkret sichtbar, was unsere gemeinsame Wohnungsbauoffensive leisten kann: Bezahlbarer Wohnraum, modernes Bauen und Nachhaltigkeit schließen sich nicht aus, sondern gehen Hand in Hand.“

28 Wohnungen für unterschiedliche Lebenssituationen

Auf dem rund 2.662 Quadratmeter großen Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei entstehen zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 28 geförderten Mietwohnungen. Vorgesehen ist ein breiter Wohnungsmix von 1- bis 5-Zimmer-Wohnungen. Die Mieten liegen je nach Förderweg bei 7 bzw. 8,10 Euro pro Quadratmeter. Das Angebot richtet sich damit an unterschiedliche Zielgruppen – etwa Familien, Alleinerziehende, ältere Menschen oder alleinlebende Mieterinnen und Mieter mit geringen bis mittleren Einkommen.

Schon bei der Planung wurde großer Wert auf Barrierefreiheit gelegt. Beide Gebäude erhalten einen Aufzug, sodass alle Wohnungen barrierefrei erreichbar sind. Jede Wohnung verfügt außerdem über einen Balkon oder eine Terrasse.

Auch in Sachen Energie und Nachhaltigkeit setzt das Projekt klare Akzente: Die Wärmeversorgung erfolgt über Wärmepumpen, auf den Flachdächern ist eine Dachbegrünung vorgesehen und an den Gebäuden wird teilweise eine bodengebundene Fassadenbegrünung umgesetzt. Hinzu kommt ein begrünter Innenhof zur nachbarschaftlichen Begegnung sowie eine ökologische Kalkschutzanlage zum Schutz der Trinkwasser-Qualität sowie der Trinkwasserinstallation. So entstehen nicht nur neue Wohnungen, sondern qualitätsvoller Wohn- und Lebensraum.

Und genau das ist neben der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ein zentrales Ziel der Wohnungsbauoffensive der ABG, wie Geschäftsführer Volker Riedel betonte: „Wohnen ist mehr als nur die Wohnung. Sich in einem Quartier wohlzufühlen, ist viel mehr, als nur in den eigenen vier Wänden zu leben.“ Diesem Anspruch will die ABG auch bei den kommenden Projekten gerecht werden.

Serielle Bauweise sorgt für schnelles Vorankommen

Volker Riedel hob beim Richtfest außerdem hervor, dass das Projekt beispielhaft zeige, wie bezahlbarer Wohnraum trotz steigender Preise und einer angespannten Lage in der Bauwirtschaft effizient, hochwertig und terminsicher entstehen kann. Errichtet werden die Gebäude in serieller Bauweise mit industriell vorgefertigten Systemelementen. Auch die Bäder wurden als fertige Module angeliefert und auf der Baustelle eingesetzt.

Mario Bernd Liebchen, Niederlassungsleiter der Goldbeck Südwest GmbH, beschrieb diese Bauweise anschaulich mit einem einfachen Bild: „Es ist wie Lego spielen für Erwachsene.“ Viele Bauteile werden bereits im Werk vorbereitet und auf der Baustelle anschließend passgenau montiert. Das ermöglicht ein schnelles, ressourcenschonendes und wirtschaftliches Bauen.

Der Effizienzgewinn schafft zugleich Spielraum für zusätzliche Qualitätsmerkmale im Quartier – etwa für die Dach- und Fassadenbegrünung, die barrierearme Erschließung und weitere nachhaltige Ausstattungsmerkmale.

„Mit diesem Projekt schaffen wir nicht nur dringend benötigten Wohnraum, sondern setzen zugleich ein Zeichen dafür, dass nachhaltige Bauweisen und bezahlbare Mieten kein Widerspruch sind, sondern mit den richtigen Partnern zusammengehen können“, so Riedel.

Starke Partner und regionale Betriebe

Beim Richtfest wurde auch deutlich, dass hinter dem Bauprojekt viele engagierte Partner stehen. Neben der ABG, dem Architekten Jörg Deibert und dem ausführenden Unternehmen Goldbeck waren zahlreiche Handwerksbetriebe aus der Region vor Ort. Darauf hatte die ABG im Vorfeld besonderen Wert gelegt.

Auch Bürgermeister Steffen Jung betonte, wie wichtig die Zusammenarbeit mit regionalen Firmen für die Stadt Alzey und den Wirtschaftsstandort Alzey-Worms ist. Das Projekt stärkt damit nicht nur den Wohnungsmarkt in der Stadt Alzey, sondern ist zugleich auch Wirtschaftsförderung vor Ort.

Ein besonderer Dank galt zudem dem Land Rheinland-Pfalz sowie der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB). Durch die Förderung mit Darlehen und Zuschüssen wird ein Bauvorhaben dieser Größenordnung im geförderten Wohnungsbau überhaupt erst möglich.

Auftakt für weitere Projekte in der Stadt Alzey

Das Richtfest an der Alten Stadtgärtnerei macht die Wohnbauoffensive der ABG nun auch baulich sichtbar. Denn das Projekt in der Mainzer Straße ist erst der Anfang: In den kommenden Jahren folgen in der Stadt Alzey weitere große Wohnbauvorhaben, darunter die Nibelungenhöfe, die Kurfürstenhöfe, die Entwicklung rund um die Schlossgasse sowie weitere Maßnahmen im Alzeyer Osten. Insgesamt sollen so in den nächsten Jahren mehr als 200, perspektivisch rund 250 zusätzliche Wohnungen entstehen.

„Wohnraum ist eine der großen Aufgaben unserer Zeit“, sagte Steffen Jung. „Deshalb freuen wir uns heute über dieses Richtfest – und auf viele weitere Spatenstiche, Richtfeste und Einweihungen, die noch vor uns liegen.“

Blick hinter die Kulissen

Nach den Ansprachen folgten der traditionelle Richtspruch sowie Führungen durch die bereits fertiggestellten Rohbauten. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild vom Baufortschritt zu machen und mehr über die Bauweise und das künftige Wohnkonzept zu erfahren.

Die Vermietung der Wohnungen startet in den kommenden Monaten. Die ABG wird dazu rechtzeitig gesondert informieren.