Archivfoto: Mirco Metzler/Die Knipser

Der Arbeitsmarkt in Worms zeigt im April 2026 eine leichte Entspannung. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen ist im Vergleich zum Vormonat gesunken, auch die Arbeitslosenquote ging leicht zurück und liegt nun bei 9,2 Prozent.

„Der Zugang an gemeldeten Arbeitsstellen blieb auf Vormonatsniveau“, erklärt Susanne Decker, Leiterin der Wormser Geschäftsstelle der Arbeitsagentur. Gleichzeitig bleibe die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen verhalten. Als Gründe nennt sie unter anderem wirtschaftliche Unsicherheiten sowie internationale Entwicklungen wie den Iran-Krieg, die sich weiterhin auf Lieferketten und damit auch auf den Arbeitsmarkt auswirkten.

Weniger Arbeitslose, aber höher als im Vorjahr

Im April waren insgesamt 4.419 Menschen arbeitslos gemeldet – 88 weniger als im März, jedoch 265 mehr als im April des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte. Insgesamt waren 5.163 Personen als unterbeschäftigt registriert, ein leichter Rückgang gegenüber dem Vormonat, aber ein Anstieg im Jahresvergleich.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden 1.559 Arbeitslose gezählt, während im Bereich der Grundsicherung (SGB II) 2.860 Menschen arbeitslos gemeldet waren. Damit betreuten die Jobcenter rund 65 Prozent aller Arbeitslosen.

Bewegung am Arbeitsmarkt bleibt stabil

Im April meldeten sich 827 Menschen neu arbeitslos, darunter 269 direkt aus einer Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig konnten 932 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, wovon 264 eine neue Beschäftigung aufnahmen.

Auch auf der Nachfrageseite zeigt sich ein gemischtes Bild: 161 neue Stellen wurden gemeldet – etwas mehr als im März, jedoch weniger als vor einem Jahr. Insgesamt waren 721 offene Stellen bei der Arbeitsagentur registriert. Besonders gefragt sind weiterhin Arbeitskräfte in den Bereichen Gesundheits- und Sozialwesen, Dienstleistungen, Handel, Industrie sowie im Baugewerbe.

Kein Beschäftigungswachstum erwartet

Ein Blick auf die bundesweite Entwicklung zeigt eine eher gedämpfte Perspektive. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung wird 2026 erstmals seit 2009 kein Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung erwartet. Stattdessen könnte die Zahl der Beschäftigten um rund 30.000 auf 34,93 Millionen sinken. Als Ursachen gelten die schwache Konjunktur sowie der demografische Wandel mit steigenden Renteneintritten.

Appell an Unternehmen: Ausbildung sichern

Trotz der aktuellen Herausforderungen blickt die Arbeitsagentur auch nach vorn. Decker betont, dass frühere Krisen häufig zu einem anschließenden Beschäftigungsaufbau geführt hätten. Sie ruft Unternehmen dazu auf, weiterhin in Ausbildung zu investieren: „Das Interesse junger Menschen an einer dualen Ausbildung entwickelt sich positiv. Die Gewinnung von Nachwuchskräften ist entscheidend für die Zukunftssicherung der Betriebe.“

Unterschiedliche Entwicklung in der Region

In der Region Rheinhessen verlief die Entwicklung uneinheitlich. Während die Arbeitslosenquote insgesamt bei 5,9 Prozent stagnierte, blieb sie im Landkreis Mainz-Bingen unverändert bei 5,1 Prozent. In Worms sank sie leicht, ebenso im Landkreis Alzey-Worms auf 4,9 Prozent. In der Mainz hingegen stieg die Quote geringfügig auf 6,0 Prozent.

Text: LC/Redaktion Die Knipser/Agentur für Arbeit Mainz