Bürgermeister Steffen Jung (rechts) mit dem diesjährigen Träger der Georg-Scheu-Plakette, Jean-Claude Juncker. Die Stadt Alzey zeichnet den ehemaligen Präsidenten der Europäischen Kommission 2026 mit ihrem Weinkulturpreis aus. Foto: Stadtverwaltung Alzey

Die Stadt Alzey schlägt ein neues Kapitel in der Geschichte ihres renommierten Weinkulturpreises auf: Erstmals geht die Georg-Scheu-Plakette an eine Persönlichkeit aus dem Ausland. Mit dem ehemaligen Präsidenten der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker zeichnet die Stadt einen überzeugten Europäer aus, der wie kaum ein anderer für Dialog, Verständigung und grenzüberschreitende Zusammenarbeit steht.

Als 25. Träger des sogenannten Scheupreises erhält Juncker damit eine Auszeichnung, die weit über die Region hinaus für gelebte Weinkultur und gesellschaftliches Engagement steht. Für Bürgermeister Steffen Jung ist die Entscheidung ein bewusstes Zeichen: „Jean-Claude Juncker steht für Europa, für Verständigung und für den Blick über Grenzen hinweg. Genau das passt hervorragend zu Rheinhessen und zu einer Weinkultur, die Menschen verbindet.“

Feierliche Verleihung beim Winzerfest

Die Verleihung der Georg-Scheu-Plakette findet im Rahmen der traditionellen Winzerfestweinprobe am Samstag, 19. September 2026, statt. Mit der Ehrung würdigt die Stadt einen Politiker, der Europa über Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt hat.

Juncker war von 1995 bis 2013 Premierminister Luxemburgs und gleichzeitig viele Jahre Finanzminister seines Landes. Als Vorsitzender der Euro-Gruppe und später als Präsident der Europäischen Kommission gestaltete er zentrale politische Entwicklungen Europas mit und setzte sich stets für Zusammenhalt und gemeinsame Lösungen ein.

Auch Armin Burkart, der an der Auswahl der Preisträger beteiligt war, sieht in der Entscheidung ein starkes Signal: „Jean-Claude Juncker bringt eine internationale Perspektive in den Weinkulturpreis der Stadt Alzey, ohne dabei die Nähe zu den Menschen zu verlieren.“

Weinkultur mit europäischer Strahlkraft

Die Auszeichnung soll zugleich die Weiterentwicklung des Alzeyer Weinkulturpreises unterstreichen. Mit der Georg-Scheu-Plakette werden Persönlichkeiten geehrt, die für Werte wie Haltung, Qualität, Ausdauer und gesellschaftlichen Zusammenhalt stehen – Eigenschaften, die auch den Weinbau prägen.

„Rheinhessen ist weltoffen – und der Wein ist es auch“, betont Bürgermeister Jung. „Mit Jean-Claude Juncker zeichnen wir einen Mann aus, der Europa nicht nur politisch geprägt hat, sondern auch für den Gedanken steht, dass Zusammenarbeit stärker macht.“

Auch Juncker selbst zeigte sich erfreut über die Ehrung. Wein sei in Europa weit mehr als ein Genussmittel, erklärte er. Er stehe für Kultur, Landschaft und Lebensart. Die Verbindung zur rheinhessischen Weinkultur bedeute ihm deshalb viel.

Persönliche Laudatio von Udo van Kampen

Für eine besondere persönliche Note bei der Preisverleihung sorgt die Laudatio von Udo van Kampen. Der Journalist und frühere Scheupreisträger kennt Jean-Claude Juncker seit vielen Jahren persönlich. Beide begegneten sich immer wieder im politischen und journalistischen Umfeld und verbindet eine langjährige Wertschätzung.

Die Stadt erwartet deshalb eine ebenso persönliche wie besondere Würdigung des diesjährigen Preisträgers.

Mit der Wahl Junckers öffnet sich der Weinkulturpreis der Stadt Alzey noch stärker nach außen – als Auszeichnung mit regionalen Wurzeln und zugleich europäischer Ausstrahlung.

Text: LC/Redaktion Die Knipser/Stadtverwaltung Alzey