Im Fachbereich Informatik starten Prof. Dr. Marie-Luise Sessler und Prof. Dr. Paul Langer mit ihrer Schwerpunktprofessur Forschung ein praxisnahes Vorhaben, das ältere Menschen beim sicheren und selbstbestimmten Umgang mit digitalen Technologien unterstützen soll. Foto: Anastasia Baum
Die Hochschule Worms richtet mit einer neuen Schwerpunktprofessur im Fachbereich Informatik den Fokus auf die digitale Teilhabe älterer Menschen. Im Zentrum steht das Forschungsprojekt „Digital Life in the Post-Work-Phase“, das Seniorinnen und Senioren aktiv in wissenschaftliche Prozesse einbindet und generationenübergreifendes Lernen fördert.
Ältere Menschen als Mitgestaltende der Forschung
Ziel des Projekts ist es, ältere Menschen nicht nur als Zielgruppe zu betrachten, sondern sie aktiv in die Forschung einzubeziehen. Der Citizen-Science-Ansatz sieht vor, dass Seniorinnen und Senioren gemeinsam mit Forschenden an Workshops teilnehmen, Ideen entwickeln und digitale Anwendungen im Alltag erproben.
Damit sollen Forschungsprozesse stärker an realen Bedürfnissen ausgerichtet werden. Gleichzeitig wird untersucht, welche Hürden ältere Menschen im Umgang mit digitalen Technologien erleben – etwa Unsicherheiten oder Überforderung bei der Nutzung von Online-Diensten.
Digitale Teilhabe im Alltag stärken
Ob Online-Banking, Terminbuchungen, Kommunikation oder digitale Verwaltungsangebote: Viele Lebensbereiche sind zunehmend digital geprägt. Das Projekt setzt genau hier an und entwickelt Ansätze, um digitale Kompetenzen im höheren Lebensalter zu stärken und Zugangshürden abzubauen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf psychologischen Aspekten wie der Angst, Fehler zu machen. Daraus sollen niedrigschwellige und verständliche Lernangebote entstehen, die auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten sind.
Generationenübergreifendes Lernen an der Hochschule
Bereits bestehende Formate wie der „Miteinander-Montag“ am Fachbereich Informatik dienen als Grundlage für den weiteren Ausbau des Projekts. Dort kommen Seniorinnen und Senioren regelmäßig mit Studierenden der Hochschule Worms in den Austausch über digitale Fragestellungen.
Ziel ist die Entwicklung eines skalierbaren Schulungskonzepts, das über die Hochschule hinaus Anwendung finden kann. Neben älteren Menschen sollen auch Studierende, Kommunen und Pflegeeinrichtungen eingebunden werden.
Förderung durch Bund und Land
Die Schwerpunktprofessur wird im Rahmen des Programms „FH-Personal“ mit dem Projekt „Prof.In Worms“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie das Land Rheinland-Pfalz gefördert.
Nach Angaben der Projektverantwortlichen soll digitale Teilhabe nicht nur wissenschaftlich untersucht, sondern gemeinsam mit den Betroffenen praktisch gestaltet werden. So soll ein nachhaltiger Beitrag zur digitalen Inklusion älterer Menschen entstehen.
Text: LC/Redaktion die Knipser/Hochschule Worms






























