Freiwilliges Engagement im Fokus: Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) fordert zum Jubiläum des Bundesfreiwilligendienstes die weitere Stärkung von BFD und FSJ statt einer Rückkehr zu Pflichtmodellen. Foto: ASB-Bundesverband/Ressel

Anlässlich des 15-jährigen Bestehens des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) zieht der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland (ASB) eine positive Bilanz und spricht sich zugleich klar gegen die Einführung eines Pflichtdienstes aus. Stattdessen fordert der Verband eine konsequente Stärkung der bestehenden Freiwilligendienste Bundesfreiwilligendienst (BFD) und Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) sowie deren Gleichstellung mit dem freiwilligen Wehrdienst.

ASB-Bundesvorsitzender Knut Fleckenstein betont: „BFD und FSJ zeigen: Engagement wächst durch Freiwilligkeit. Die Strukturen der Freiwilligendienste zu stärken und ihre Attraktivität weiter auszubauen, ist deshalb das Gebot der Stunde für die Bundesregierung.“

Seit der Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011 wurde der Bundesfreiwilligendienst als freiwilliges, generationenübergreifendes Angebot geschaffen und ergänzt die bestehenden Jugendfreiwilligendienste FSJ und FÖJ. Der ASB sieht in den vergangenen 15 Jahren eine erfolgreiche Entwicklung, warnt jedoch davor, die Freiwilligendienste durch neue Pflichtmodelle oder Ersatzdienststrukturen zu schwächen.

Der Verband spricht sich stattdessen für ein modernes Dienstsystem aus, das auf Freiwilligkeit, Motivation und Bildung basiert. BFD, FSJ und der freiwillige Wehrdienst sollten nach Ansicht des ASB in Anerkennung, Ausstattung und Bildungszeit gleichgestellt werden.

Seit 2011 hat der ASB als Zentralstelle für BFD und FSJ rund 23.000 Freiwillige begleitet, darunter 7.840 im Bundesfreiwilligendienst. Die Erfahrungen zeigen laut Verband eine hohe Bindung: Ein Drittel der Freiwilligen möchte nach Dienstende in Kontakt mit dem ASB bleiben, rund zehn Prozent wechseln direkt in eine hauptamtliche Tätigkeit.

Bundesweit leisten jährlich zehntausende Menschen einen Freiwilligendienst in sozialen Einrichtungen, im Rettungsdienst, in der Pflege oder im Bevölkerungsschutz. Während der BFD jährlich rund 33.000 Teilnehmende zählt, absolvieren etwa 50.000 Personen ein FSJ und über 3.000 ein FÖJ.

Der ASB betont in seinem Positionspapier „Zwischen Freiwilligkeit und Pflicht – Die Dienste der Zukunft“ aus dem Jahr 2025, dass ein modernes Engagementsystem auf Motivation statt Zwang setzen müsse.

Der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V. ist eine unabhängige Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation und seit über 135 Jahren in der sozialen Arbeit, im Rettungsdienst, im Bevölkerungsschutz sowie in der humanitären Hilfe tätig.

Text: SSP/Redaktion Die Knipser/ASB Deutschland e. V.