Bürgermeisterin Stephanie Lohr erkundet gemeinsam mit den Kindern der Paternusschule die Tierwelt im Wasser. Foto: Stadt Worms
Seit zwei Jahrzehnten vermittelt die „Schule im Grünen“ im Wormser Erlebnisgarten Kindern auf anschauliche Weise Wissen über Natur, Umwelt und Geschichte. Mehr als 70.000 Schülerinnen und Schüler – überwiegend aus Grundschulen – haben das handlungsorientierte Bildungsangebot bereits genutzt. Das Jubiläum wurde nun mit einer ersten Klasse der Paternusschule und dem Projekttag „Tiere im Teich“ gefeiert.
Ausgestattet mit Kescher, Lupe und Mikroskop machten sich die Kinder gemeinsam mit ihrer Lehrerin Antje Fries auf Entdeckungstour. Im Mittelpunkt stand die faszinierende Tierwelt eines Teiches. Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sammelten vorsichtig Kleinstlebewesen, bestimmten diese und betrachteten sie anschließend unter dem Mikroskop. Dabei konnten sie unter anderem Wasserflöhe aus nächster Nähe beobachten und lernten, dass die Weibchen ihre Eier auf dem Rücken tragen.
Lehrerin Antje Fries betont die Bedeutung solcher Lernorte: „Immer weniger Kinder lernen Tiere und Pflanzen in ihrer natürlichen Umgebung kennen. Wenn sie erleben, dass sie etwa einen Wasserfloh gefahrlos beobachten können, wächst ihre Neugier ganz von allein. Wir verbinden Wissen mit eigenen Erfahrungen und fördern so einen respektvollen Blick auf die Natur.“
Auch Bürgermeisterin Stephanie Lohr beteiligte sich aktiv am Projekttag und griff selbst zum Kescher. Sie lobte das Konzept: „Solche Angebote sind von unschätzbarem Wert. Sie wecken Neugier, fördern Verständnis und schaffen eine wichtige Verbindung zwischen Umweltbildung und nachhaltigem Handeln.“
Ziel des Projekttages war es, die Entwicklungsstadien von Wassertieren – vom Ei über die Larve bis zum ausgewachsenen Tier – kennenzulernen und Berührungsängste gegenüber der Natur abzubauen.
Die „Schule im Grünen“ bietet an vier Tagen pro Woche Projekttage für Schulklassen an. Das Angebot reicht inzwischen von Mainz bis Ludwigshafen, der Schwerpunkt liegt jedoch weiterhin auf Worms und der Region. Thematisch deckt das Programm ein breites Spektrum ab – von Natur- und Umweltthemen wie Bienen, Insekten, Wald oder Kräutern bis hin zu naturwissenschaftlichen Inhalten wie Magnetismus, Strom oder Farben.
Auch geschichtliche Themen gehören fest zum Programm. Projekttage zu den Römern, Kelten, der Steinzeit, dem Mittelalter oder Martin Luther am Reichstag zu Worms 1521 vermitteln historische Lebenswelten anschaulich und praxisnah.
Das Erfolgsrezept der „Schule im Grünen“ ist seit 20 Jahren unverändert: Kinder dürfen entdecken, ausprobieren und selbst forschen – und nehmen dabei Erfahrungen mit, die weit über den klassischen Unterricht hinausgehen.






























