Austausch über Chancen und Herausforderungen der Kinder- und Jugendarbeit im Wormser Süden: Gerold Hirschler, Klaus Engelberty, Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst und Landtagsabgeordneter Dirk Beyer (von links) beim Besuch der Spiel- und Lernstube „Vorstadtkrokodile“. Foto: Patricia Sonek/SPD
Die Spiel- und Lernstube „Vorstadtkrokodile“ im Wormser Süden ist für viele Kinder und Familien weit mehr als eine Betreuungseinrichtung. Sie bietet Unterstützung, Orientierung und wichtige Entwicklungsperspektiven – insbesondere in einem Stadtteil mit besonderen sozialen Herausforderungen. Davon überzeugten sich der Landtagsabgeordnete Dirk Beyer und Worms‘ Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst bei einem Besuch vor Ort.
Begrüßt wurden die beiden von Einrichtungsleiter Gerold Hirschler sowie Klaus Engelberty, Leiter des Diakonischen Werks Rheinhessen und Trägervertreter der Einrichtung. Bei einem Rundgang durch das Gebäude und den großzügigen Außenbereich mit seinen vielfältigen Spiel- und Bewegungsangeboten erhielten die Gäste einen umfassenden Einblick in die tägliche Arbeit der Spiel- und Lernstube.
Aktuell besuchen 25 Kinder die Kindertagesstätte und weitere 35 Kinder den Schulkinderbereich. Im anschließenden Austausch wurden jedoch auch die Herausforderungen deutlich, mit denen die Einrichtung konfrontiert ist.
Ein zentrales Thema waren die seit 2023 erhobenen Elternbeiträge für die Schulkinderbetreuung. Zwar sei die Einrichtung mittlerweile wieder vollständig ausgelastet, berichtete Einrichtungsleiter Gerold Hirschler. Die Einführung der Beiträge habe jedoch zunächst zu zahlreichen Abmeldungen geführt. Zudem kämen inzwischen viele Kinder aus anderen Stadtteilen und nicht mehr unmittelbar aus dem Quartier.
Als Gründe nannten die Verantwortlichen vor allem das aufwendige Antragsverfahren sowie die finanzielle Belastung für Familien. Während die Betreuung zuvor kostenfrei gewesen sei, stelle die heutige Kostenbeteiligung für manche Eltern eine erhebliche Hürde dar.
„Gerade Familien, die auf diese Betreuungsangebote besonders angewiesen sind, dürfen nicht durch komplizierte Verfahren oder hohe Eigenanteile abgeschreckt werden“, betonte Dirk Beyer. Es müsse daher geprüft werden, wie Antragswege vereinfacht und finanzielle Belastungen reduziert werden könnten.
Diskutiert wurde außerdem die derzeitige Altersgrenze für die Hortbetreuung bis zum vollendeten 14. Lebensjahr. Nach Einschätzung der Verantwortlichen benötigen einige Kinder aufgrund ihrer individuellen Entwicklung auch darüber hinaus eine verlässliche Betreuung und Unterstützung. Hier könnten Einzelfallregelungen eine sinnvolle Lösung darstellen.
„Die Spiel- und Lernstube leistet eine herausragende sozialpädagogische Arbeit und bietet vielen Kindern wichtige Perspektiven. Deshalb sollten wir dort, wo Regelungen unnötige Hürden schaffen, prüfen, ob Verbesserungen möglich sind“, erklärte Beyer.
Timo Horst ergänzte: „Dabei müssen wir auch die anderen Einrichtungen mitnehmen, denn es geht um eine faire und gleichberechtigte Behandlung vergleichbarer Fälle.“
Beide Politiker sicherten den Verantwortlichen zu, die angesprochenen Themen weiterzuverfolgen. Dirk Beyer kündigte an, das Gespräch mit Sozialdezernent Waldemar Herder auf kommunaler Ebene zu suchen und mögliche Anpassungen der bestehenden Regelungen auch auf Landesebene anzusprechen.
Zum Abschluss unterstrich Beyer die Bedeutung der Einrichtung für den Stadtteil: „Die Vorstadtkrokodile sind ein unverzichtbarer Baustein der Kinder- und Jugendarbeit im Wormser Süden. Diese wichtige Arbeit verdient unsere volle Unterstützung.“
Text: RD/Redaktion Die Knipser/Wahlkreisbüro MdL Dirk Beyer





























