Die Kirche St. Bonifatius in Abenheim bleibt nach einem schweren Vandalismusvorfall vorübergehend geschlossen. Die Gemeinde bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Foto: 2021 – Kirchengemeinde Westhofen

Große Bestürzung in Abenheim: In der Kirche St. Bonifatius haben Unbekannte am Sonntag, den 19.07.2026 erhebliche Schäden verursacht. Eine Beterin entdeckte am Sonntagnachmittag die Verwüstungen, als sie lediglich eine Kerze anzünden wollte. Die Täter beschädigten unter anderem die Weihwasserbecken, indem sie diese verunreinigten. Außerdem wurden die Haken an den Kirchenbänken, die zum Aufhängen von Handtaschen dienen, gewaltsam abgeschlagen, Bänke zerkratzt und eine barocke Beichtstuhltür aus den Angeln gehoben. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass sich jemand mit großer Zerstörungswut in dem Gotteshaus ausgetobt hat.

Die Polizei wurde hinzugezogen, nahm den Schaden auf und hat eine Anzeige aufgenommen. Für Gemeindereferentin Martina Bugert wiegt der Vorfall jedoch nicht nur wegen des materiellen Schadens schwer: „Viel tiefer als der materielle Schaden wiegt der Schock, dass heutzutage blindwütiger Vandalismus selbst vor einem Gotteshaus nicht Halt macht“, zeigt sie sich enttäuscht und betroffen.

In Absprache mit der Polizei und den Verantwortlichen vor Ort wurde zunächst entschieden, die Kirche tagsüber bis auf Weiteres geschlossen zu halten. Über die weitere Vorgehensweise soll im Gemeindeausschuss beraten werden. Ein Hinweis am Kirchenportal informiert derzeit darüber, dass die Kirche wegen Vandalismus vorübergehend geschlossen ist.

Auch Propst Tobias Schäfer, leitender Pfarrer der Großpfarrei St. Nikolaus Worms-Wonnegau, zu der die Gemeinde Abenheim gehört, kennt ähnliche Vorfälle aus anderen Kirchen. Beschädigungen und Vandalismus habe es unter anderem bereits in der Martinskirche in Worms, im Martinshof sowie sogar im Dom gegeben.

„Eigentlich wollen wir unsere Kirchen, wo immer es möglich ist, für Beter und Besucher offen halten“, erklärt Propst Schäfer. Besonders wichtig seien dabei die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die sich um das Öffnen und Schließen der Gotteshäuser kümmern. Gleichzeitig werde es angesichts zunehmender Vorfälle schwieriger, diesem Anspruch gerecht zu werden.

Auch über technische Maßnahmen wie eine Videoüberwachung wird inzwischen nachgedacht. Für Propst Schäfer ist dies jedoch ein schwieriger Schritt: „Kirchen müssen Orte sein, wo jemand unbeobachtet einfach einmal beten oder eine Kerze anzünden kann und sollten nicht den Eindruck eines Hochsicherheitstraktes vermitteln.“ Dennoch müsse man angesichts der aktuellen Entwicklung über zusätzliche Schutzmaßnahmen beraten.

Die Verantwortlichen hoffen nun auf die Unterstützung der Bevölkerung. Wer am Sonntagmittag rund um die Abenheimer Kirche verdächtige Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich bei der Polizei oder im Pfarrbüro zu melden.

Text: SSP/Redaktion Die Knipser/Kath. Pfarrei St. Nikolaus Worms-Wonnegau