Der ADAC hat zehn aktuelle E-Scooter getestet. Sieben Modelle erhielten die Note „gut“, während Sicherheitsmängel bei einzelnen Fahrzeugen für deutliche Abzüge sorgten. Foto: ADAC/Jan Steinhauer

E-Scooter werden in Europa immer beliebter. Der ADAC hat zehn aktuelle Modelle mit Straßenzulassung auf Herz und Nieren geprüft. Das erfreuliche Ergebnis: Sieben der getesteten Fahrzeuge erhielten die Gesamtnote „gut“. Allerdings zeigte der Test auch deutliche Unterschiede bei Reichweite, Sicherheit und Verarbeitung.

Getestet wurden E-Scooter in einer Preisspanne von 499 bis 799 Euro. Bewertet wurden unter anderem Fahrverhalten, Bremsleistung, Bedienkomfort, Sicherheit, Haltbarkeit, Reichweite sowie mögliche Schadstoffbelastungen.

Als klarer Testsieger setzte sich der Segway Ninebot F3 Pro D mit der Gesamtnote 2,0 durch. Besonders überzeugen konnte der E-Scooter mit seinem komfortablen Fahrverhalten, leistungsstarken Motor, gut abgestimmten Bremsen und einer hochwertigen Beleuchtung. Positiv hervorgehoben wurden zudem das informative Display sowie die zugehörige Smartphone-App. Einziger Kritikpunkt ist die vergleichsweise lange Ladezeit des Akkus von mehr als acht Stunden.

Weniger erfreulich fiel das Ergebnis für den Navee N65i II und den Streetbooster Sirius aus. Beide Modelle erhielten lediglich die Note 4,5. Grund dafür waren erhebliche Sicherheitsmängel: In der Belastungsprüfung brachen die Lenker der beiden E-Scooter. Der ADAC legt bei seinen Tests strengere Maßstäbe an als die gesetzlichen Vorgaben, da die vorgeschriebenen Prüfverfahren nach Ansicht des Automobilclubs die tatsächlichen Belastungen im Alltag nicht ausreichend berücksichtigen.

Auch die von den Herstellern angegebenen Reichweiten entsprechen häufig nicht der Realität. So wirbt der Hersteller Odys für seinen Ultron i75 mit einer Reichweite von bis zu 75 Kilometern. Im ADAC-Test schaffte das Modell jedoch lediglich knapp 48 Kilometer und erhielt die Gesamtnote 2,5.

Verbesserungspotenzial sieht der ADAC außerdem bei der Beleuchtung. Beim Modell des Herstellers SoFlow blendete das fest verbaute Frontlicht den Gegenverkehr. Positiv ist hingegen, dass alle getesteten Fahrzeuge bereits mit Blinkern ausgestattet waren – eine Ausstattung, die ab dem kommenden Jahr gesetzlich vorgeschrieben sein wird. Allerdings waren diese bei einigen Modellen seitlich nur eingeschränkt oder gar nicht sichtbar.

Wer sich einen E-Scooter anschaffen möchte, sollte vor dem Kauf das eigene Nutzungsprofil berücksichtigen. Für hügelige Strecken empfiehlt der ADAC Modelle mit leistungsstarkem Motor und guter Federung. Zudem sollten Interessenten möglichst eine Probefahrt absolvieren, um sich selbst von Fahrverhalten und Komfort zu überzeugen.

Unabhängig vom Modell spricht der ADAC eine klare Empfehlung aus: Beim Fahren eines E-Scooters sollte stets ein Helm getragen werden. Unfallstatistiken zeigen, dass insbesondere Kopf- und Gesichtsverletzungen häufig auftreten und schwerwiegende Folgen haben können.

Text: SSP/Redaktion Die Knipser/ADAC Kommunikation