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Der Flughafenverband ADV rechnet für das Jahr 2026 mit einem Wachstum der Passagierzahlen an deutschen Flughäfen um 4,2 Prozent, sofern die von der Bundesregierung geplanten Entlastungen umgesetzt werden und weitere Standortnachteile abgebaut werden. Insgesamt sollen mehr als 225 Millionen Fluggäste an den ADV-Mitgliedsflughäfen unterwegs sein – rund 91 Prozent des Vorkrisenniveaus von 2019.

Die Zuwächse verteilen sich unterschiedlich: Im innerdeutschen Verkehr wird ein Plus von 2,9 Prozent erwartet, auf Verbindungen zu europäischen Zielen 5,2 Prozent, auf der Langstrecke 3,1 Prozent. Besonders im Tourismus- und Privatreisesegment bleibt die Nachfrage hoch. Grundlage der Prognose sind die Streckenplanungen der Airlines sowie die Nachfrageentwicklung in den einzelnen Teilmärkten.

ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel ordnet die Zahlen ein: „Wir sehen erfreuliche Signale für das Jahr 2026 – getrieben von stabiler Nachfrage und steuerpolitischen Kurskorrekturen. Für das neue Jahr rechnen wir mit 225 Millionen Reisenden an unseren Mitgliedsflughäfen. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 entspricht dies einem Recovery-Niveau von rund 91 Prozent. Der Luftverkehrsstandort Deutschland wächst, bleibt aber strukturell im Nachteil. Es bedarf weiterer Entlastungen bei Steuern und Gebühren, damit Airlines an den deutschen Flughäfen wieder neue Strecken aufnehmen. Aber die Zuversicht kommt zurück: Nach einer langen Phase des politischen Stillstands findet ein Umdenken statt. Die Flughäfen werden als das erkannt, was sie sind – strategisch wichtige Infrastrukturen mit enormer volkswirtschaftlicher Hebelwirkung.“

Mit einem prognostizierten Plus von 4,2 Prozent liegt die ADV nur knapp unter dem Forecast des Airline-Weltverbands IATA, der für 2026 weltweit ein Wachstum von 4,4 Prozent erwartet. Die 225 Millionen Fluggäste in Deutschland entsprechen rund vier Prozent des globalen Passagieraufkommens.

Für den Sommerflugplan 2026 sieht die ADV zusätzliche Impulse: Die Senkung der Luftverkehrsteuer zum 1. Juli 2026 soll Standortnachteile reduzieren. Außerdem werden zuvor stillgelegte Flugzeuge wieder eingesetzt, wodurch mehr Kapazitäten entstehen. Airlines zeigen Bereitschaft, ihre Flugpläne anzupassen, sofern die politischen Rahmenbedingungen stimmen.

Beisel betont abschließend: „Der Sommer 2026 könnte ein Wendepunkt sein – wenn die politischen Signale jetzt in dauerhafte Standortpolitik übersetzt werden.“