Der Stadtrat Alzey hat in seiner Sitzung am 22. Juni 2026 zentrale Zukunftsprojekte beschlossen – darunter neues Wohnen, Ganztagsbetreuung, Klimaschutzmaßnahmen und den Glasfaserausbau. Archivfoto: Mirco Metzler/Die Knipser

Der Stadtrat Alzey hat in seiner Sitzung eine Reihe von Beschlüssen gefasst, die zentrale Bereiche der Stadtentwicklung betreffen. Im Mittelpunkt standen Wohnungsbau, Bildung, Infrastruktur, Klimaschutz und die finanzielle Entwicklung der Stadt.

Ein bedeutender Schritt ist der Start für das neue Wohngebiet „Am Steinmannsrech“ im Südwesten der Stadt. Auf einer Fläche von rund 19 Hektar sollen neue Baugrundstücke entstehen, zunächst werden die ersten drei Bauabschnitte mit rund 7,8 Hektar erschlossen. Ziel ist es, der steigenden Nachfrage nach Wohnraum in Alzey gerecht zu werden. Der Stadtrat stimmte dem Aufstellungsbeschluss mit drei Gegenstimmen und einer Enthaltung zu.

Auch im Bereich Bildung und Betreuung wurden wichtige Weichen gestellt. Ab dem Schuljahr 2026/2027 greift bundesweit der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder schrittweise ein. Alzey baut seine bestehenden Ferien- und Betreuungsangebote weiter aus und ergänzt diese um neue, gesetzlich vorgeschriebene Leistungen. Die Stadt beteiligt sich dazu an einer interkommunalen Vereinbarung mit dem Landkreis Alzey-Worms. Die Kosten für zusätzliche Angebote werden teilweise von Eltern getragen, nicht gedeckte Mehrkosten übernimmt zunächst der Landkreis.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die erneute Bewerbung um Bundesfördermittel für die klimafreundliche Umgestaltung des Schlossparks. Ziel ist eine deutliche ökologische Aufwertung mit mehr Grünflächen, weniger Versiegelung und besserer Regenwasserspeicherung. Die Förderquote liegt bei bis zu 80 Prozent. Ob Alzey zum Zug kommt, entscheidet sich voraussichtlich Ende 2026.

Im Bereich Digitalisierung beteiligt sich die Stadt am kreisweiten Förderantrag für den Glasfaser- und Gigabitausbau. Einzelne Bereiche, darunter Teile der Albiger Straße, sollen dadurch besser mit schnellem Internet versorgt werden. Die Stadt stellt hierfür rund 126.500 Euro bereit.

Auch die finanzielle Lage der Stadt war Thema: Bei der Gewerbesteuer zeichnen sich Mindereinnahmen von rund drei Millionen Euro gegenüber dem Planansatz ab. Zusätzlich entwickeln sich auch die Einkommens- und Umsatzsteueranteile leicht rückläufig. Nach der Sommerpause soll ein Zwischenbericht Klarheit über mögliche Gegenmaßnahmen geben.

Bei der Grundsteuer setzt die Stadt vorerst keine differenzierten Hebesätze um. Grund dafür sind laufende Gerichtsverfahren in anderen Bundesländern sowie Empfehlungen des Städtetags Rheinland-Pfalz.

Positiv hervorzuheben ist zudem die Erweiterung der interkommunalen Zusammenarbeit im Bereich Feuerwehr. Die Feuerwehr Alzey übernimmt künftig auch technische Dienstleistungen für die Verbandsgemeinde Monsheim und baut damit ihre Rolle als regionaler Partner weiter aus.

Insgesamt zeigt die Sitzung ein breites Spektrum an Zukunftsentscheidungen – von Wohnraum über Bildung bis hin zu Klimaschutz und Infrastruktur.

Text: SSP/Redaktion Die Knipser/Stadtverwaltung Alzey