Foto: Verbandsgemeinde Eich
Offiziell, was in den Gemeinden entlang des Altrheins schon lange gelebt wird: Die evangelischen Kirchengemeinden Alsheim, Mettenheim, Eich, Gimbsheim, Hamm, Ibersheim und Rheindürkheim schließen sich zur Gesamtkirchengemeinde Altrhein-Wonnegau zusammen. Drei Pfarrer:innen und ein zentrales Pfarrbüro in Hamm tragen künftig die neue Struktur.
Die Gründung wird mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 15. Februar 2026, um 10 Uhr in der evangelischen Kirche Gimbsheim gefeiert.
Hintergrund: Reformprozess ekhn2030
Der Zusammenschluss ist Teil des Reformprozesses ekhn2030 der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Ziel ist es, personelle Ressourcen zu bündeln, die Verwaltung effizienter zu gestalten und auf Mitgliederrückgang, sinkende Kirchensteuereinnahmen sowie Fachkräftemangel im Pfarrdienst zu reagieren.
Eine Gemeinschaft, die trägt
Dekanatspräses Alexander Ebert sieht in der neuen Gesamtkirchengemeinde ein starkes Zeichen gelebter Vielfalt: „Mit der Kirchengemeinde Altrhein-Wonnegau wird sichtbar, wie unterschiedlich geprägte Gemeinden zusammenwachsen – vom traditionellen Weinbau, direkt am Rhein gelegen, bis hin zu Orten im Landkreis.“ Das neue Siegel mit sieben Kreuzen symbolisiere die verschiedenen Gaben, die sich zu einem gemeinsamen Geist fügen. „Der neuen Gesamtkirchengemeinde wünsche ich Gottes reichen Segen.“
Dekanin Jutta Herbert betont die Dankbarkeit und Wertschätzung für alle Beteiligten: „Sieben Gemeinden sind zusammengewachsen – getragen von Vertrauen, Geduld und dem gemeinsamen Willen zu wachsen. Mein Dank gilt den Kirchenvorständen sowie allen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, die diesen Weg möglich gemacht haben.“
Viel Gutes trotz Herausforderungen
Pfarrerin Christina Groß, die im Gottesdienst predigen wird, hebt die positiven Impulse hervor, die durch die neue Zusammenarbeit entstanden sind: „Es gibt ein Miteinander über Ortsgrenzen hinweg, einen größeren Ideenpool, neue Gottesdienstformen und viele wertvolle Begegnungen.“
Bereits etablierte Formate sind unter anderem Sommerkirchen-Gottesdienste, Pilger- und Fahrradgottesdienste, regionale Gottesdienste an einem Sonntag im Monat, Tauffeste am See sowie ein ökumenisches Kirchenmusikfestival. „Wir haben ein buntes Gottesdienst-Jahresprogramm entwickelt, das immer besser angenommen wird“, so Groß.
In ihrer Predigt wird sie das Bild eines Segelschiffes aufgreifen: „Es ist bewusst ein traditionelles Bild: Das Wesentliche und Altbewährte soll erhalten bleiben – zugleich wagen wir neue Routen. Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel richtig setzen“, zitiert sie Aristoteles.
Organisatorischer Rückenwind
Schon vor der offiziellen Gründung arbeiteten die Gemeinden regelmäßig zusammen, etwa bei gemeinsamen Gottesdiensten, Pfarrer:innen-Treffen, Konfi-Freizeiten oder digitalen Formaten während der Corona-Zeit. Besonders die Sommerkirche habe dem Prozess „echten Schwung“ verliehen. Herausforderungen bleiben, etwa die Vakanzsituation im Pfarrdienst oder die Frage, wie ältere Menschen längere Wege zu Gottesdiensten bewältigen. Langfristig sei sogar die Anschaffung eines kleinen Busses denkbar.
Musik verbindet
Für besondere Freude sorgt die neu entstandene ortsübergreifende Kirchenband, die auch beim Gründungsgottesdienst musikalisch mitwirkt.
Die Verwaltung der neuen Gesamtkirchengemeinde erfolgt über das zentrale Gemeindebüro in Hamm am Rhein, Hauptstraße 24, Tel. 06246 / 263, E-Mail: gemeindebuero.altrhein-wonnegau@ekhn.de.































