Beim ASB hat die Kinder- und Jugendhilfe seit jeher einen festen Platz: In mehr als 900 Einrichtungen und Diensten sowie über 430 Kitas engagieren sich rund 7.200 Beschäftigte für Familien, Kinder und Jugendliche. Foto: ASB Deutschland e. V.
Ein Bündnis aus 38 Organisationen und Verbänden, darunter der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland (ASB), fordert von der Bundesregierung sowie den Bundestagsfraktionen von Union und SPD, geplante Verschärfungen bei der Reform der Grundsicherung (SGB II) zurückzunehmen. In einem Offenen Brief warnen die Unterzeichnenden davor, dass insbesondere Familien mit Kindern von den vorgesehenen Änderungen betroffen wären.
Nach Ansicht des Bündnisses würden die Reformpläne das Ziel verfehlen, Vertrauen zu stärken und die Integration in Arbeit nachhaltig zu fördern. Stattdessen erhöhe sich der Druck vor allem auf Menschen mit Betreuungsverantwortung. Kritisiert werden insbesondere Sanktionen, die nicht nur einzelne Leistungsbeziehende träfen, sondern ganze Haushalte belasteten. Auch geplante Änderungen bei den Wohnkosten sowie strengere Zumutbarkeitsregelungen für Eltern kleiner Kinder stoßen auf Ablehnung.
Der ASB-Hauptgeschäftsführer Dr. Uwe Martin Fichtmüller betont, Sanktionen dürften nicht zulasten von Kindern gehen. Jede dritte Bedarfsgemeinschaft im SGB-II-Bezug sei eine Familie mit minderjährigen Kindern. Leistungskürzungen träfen daher häufig auch Schutzbefohlene unmittelbar. Unsichere Wohnverhältnisse und finanzielle Instabilität verschärften die ohnehin angespannte Situation vieler Familien – besonders bei Alleinerziehenden.
Das Bündnis fordert unter anderem:
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Keine Sanktionen, die durch Kürzungen des Regelbedarfs Kinder mitbetreffen
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Die Beibehaltung der Karenzzeit mit Übernahme der tatsächlichen Wohnkosten im ersten Jahr
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Eine realitätsnahe Berechnung der Regelbedarfe zur Sicherung des Existenzminimums
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Vorrang von Qualifizierung vor kurzfristiger Arbeitsvermittlung
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Verlässliche und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung als Voraussetzung für Erwerbstätigkeit
Zudem sprechen sich die Organisationen für einen zusätzlichen Unterstützungsbedarf für Trennungsfamilien sowie für eine angemessene Berücksichtigung bestimmter Lebenshaltungskosten aus.
Der vollständige Offene Brief wurde nach Angaben des Bündnisses an die Bundesregierung und die zuständigen Bundestagsfraktionen übermittelt.
Der Arbeiter-Samariter-Bund ist eine politisch und konfessionell unabhängige Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation. Nach eigenen Angaben engagiert sich der Verband seit mehr als 135 Jahren in Bereichen wie Rettungsdienst, Pflege, Bevölkerungsschutz, Sozialer Arbeit und humanitärer Hilfe. Auch in der Kinder- und Jugendhilfe ist der ASB bundesweit aktiv.
Text: LC/Redaktion Die Knipser/ASB Deutschland e. V.





























