BU: Ein Nadelöhr weniger: Die verbreiterte Unterführung im Norden von Worms – Herzstück der B9-Baustelle, die im Oktober wieder für den Verkehr geöffnet wird. Foto: Mirco Metzler/Die Knipser
Aufatmen für alle Pendler: Die B9 im Norden von Worms wird Anfang Oktober wieder befahrbar sein. Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit gibt der Landesbetrieb Mobilität (LBM) die wichtige Verkehrsader zumindest teilweise frei.
 
Zunächst stehen zwar nur zwei der künftig vier Spuren zur Verfügung, doch die Umleitung über Dr.-Otto-Röhm-Straße und Hafenstraße gehört dann der Vergangenheit an. Bis zur endgültigen Fertigstellung müssen sich Autofahrer allerdings noch etwas gedulden: Erst in der ersten Jahreshälfte 2026 soll die B9 bis kurz vor den Autobahnzubringer Worms-Nord vollständig vierspurig befahrbar sein.

 

Übergangslösung unter fließendem Verkehr

„Eigentlich sind alle vier Fahrbahnen fertig, auch die Pfrimmbrücke wurde bereits verbreitert“, erklärt LBM-Leiter Bernhard Knoop. Doch vor allem im Bereich der Einmündung Dr.-Otto-Röhm-Straße sind noch Umbauarbeiten notwendig. Um Sperrungen zu vermeiden, wird der Verkehr daher zunächst auf die beiden westlichen Spuren verlegt. Sobald die Einmündung neu gestaltet und die Straßendecke unter den Bahngleisen fertiggestellt ist, können auch die östlichen Fahrstreifen freigegeben werden.

 

Stadt übernimmt Verantwortung

Besonderheit am Projekt: Seit Anfang 2024 liegt die Verantwortung für die innerstädtische B9 offiziell bei der Stadt Worms. Grund dafür ist der Bevölkerungszuwachs über die Marke von 80.000 Einwohnern – ein Wert, ab dem nach Landesstraßenrecht die Stadt selbst Träger der Straßenbaulast für Ortsdurchfahrten ist.
 
Weil die B9 in schlechtem Zustand war, hatte das Land zugesagt, sie vor der Übergabe grundlegend zu sanieren. Allein der letzte Abschnitt zwischen Petrus-Dorn-Straße und der neuen Eisenbahnunterführung schlug mit einer halben Million Euro zu Buche, die der Stadtrat zwar freigeben musste, die aber vom Land erstattet wird.

 

Kosten, Belastung und Zeitplan

Das Gesamtprojekt kostet am Ende rund 23,6 Millionen Euro. Täglich rollen fast 25.000 Fahrzeuge über die B9, 13 Prozent davon Schwerlastverkehr. Umso wichtiger, dass die Hauptschlagader der Stadt bald wieder leistungsfähiger ist.
 
Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst (SPD) zeigt sich zufrieden: „Der Zeitplan wurde eingehalten und die Erweiterung verbessert den Verkehrsfluss auf einer der wichtigsten Achsen unserer Stadt spürbar.“

 

Spektakulärer Baufortschritt

Eines der spektakulärsten Kapitel des Projekts war der Einschub der neuen Eisenbahnunterführung im März 2024. Der 4.500 Tonnen schwere Koloss wurde dabei hydraulisch Millimeter für Millimeter unter die Gleise geschoben – in gerade einmal drei Stunden.
 
Damit bleibt die B9-Sanierung im Zeitplan. Ab Oktober rollt der Verkehr wieder – wenn auch zunächst eingeschränkt.
 
Text: VM /Redaktion Die Knipser