Foto: Stadt Worms / Stadtbibliothek Worms

Bücher laden ein, in fremde Welten einzutauchen, neues kennenzulernen und eben auch das eigene Selbstvertrauen zu stärken. Und wie intensiv Lesen sein kann, haben zehn Schüler grandios beim Bezirksentscheid des 67. Vorlesewettbewerbs in Worms gezeigt.

Schüler aus zehn Städten traten am 15. April an und ließen ihre Lieblingsgeschichten lebendig werden. Mit viel Mut, Leidenschaft und Ausdruck stellten sie ihre ausgewählten Textstellen vor Publikum und Jury vor und zeigten dabei, dass Vorlesen weit über Technik hinausgeht: Es braucht auch viel Gefühl, Interpretation und Persönlichkeit.

Besonders in Zeiten, in denen die digitalen Medien eine große Rolle im Alltag spielen, hat Lesen eine enorme Bedeutung. Es stärkt die Konzentrationsfähigkeit, die Sprachkompetenz und Empathie. Außerdem fördert es Fantasie, kritisches Denken und eröffnet den Blick auf neue Perspektiven. So setzt auch der Vorlesewettbewerb alle Jahre wieder ein wichtiges Zeichen für Bildung, Chancengleichheit und die Freude an Geschichten.

„Beim Vorlesewettbewerb geht es um weit mehr als fehlerfreies Lesen. Es geht um den Mut, die eigene Stimme zu finden, und um die Kunst, andere mit einer Geschichte zu berühren. Alle Teilnehmer sind hier bereits Botschafter für die Welt der Literatur“, betont Wenke Zeibe, Leiterin der Wormser Kinder- und Jugendbücherei und Gastgeberin des Wettbewerbs.

Nach einem vorbereiteten Text stellten die Teilnehmer ihr Können auch mit einem unbekannten Abschnitt aus einem fremden Buch unter Beweis. Diese Herausforderung meisterten alle mit beeindruckender Souveränität. Die Jury – bestehend aus Christian Kazempour (Vertreter des Rotary Club Worms-Nibelungen), Marina Held (Journalistin Wormser Zeitung), Dr. Fran Apprich (Vertreterin des Lions Club Worms) und Dr. Walter Ferbert (Ehrenamtlicher Vorlesepate und Vertreter des Rotary Club Worms-Nibelungen) – würdigte die Leistung aller Beteiligten und betonte dabei das sehr hohe Niveau des Wettbewerbs.

Am Ende konnten sich Lilli Altherr aus Ramstein-Miesenbach und Can Demir aus Mainz durchsetzen und werden den Bezirk im Mai auf Landesebene vertreten. Doch gewonnen haben an diesem Tage alle Teilnehmer: an Erfahrung und an Selbstvertrauen.

Hintergrund

Beim Kreisentscheid des 67. Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels lesen die Sieger der Stadtentscheide in der Stadtbibliothek Worms um die Wette. Mit circa 600.000 Teilnehmern jährlich ist der 1959 ins Leben gerufene Vorlesewettbewerb einer der ältesten und größten Wettbewerbe für Schüler in Deutschland. An den regionalen Entscheiden der Städte und Landkreise beteiligen sich bundesweit über 7.000 Schüler der 6. Klassenstufe. Die über 650 Regionalwettbewerbe organisieren Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und weitere kulturelle Einrichtungen. Alle teilnehmenden Kinder erhalten eine Urkunde sowie das Buch „Jakob und Jelena“ von Tamara Bach (Carlsen Verlag).

Der Vorlesewettbewerb wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels veranstaltet. Er soll Begeisterung für Bücher in die Öffentlichkeit tragen, die Lesekompetenz von Kindern stärken und sie dabei unterstützen, ihren Horizont zu weiten, gesellschaftliche Veränderungen einzuordnen und Offenheit für Neues zu entwickeln. Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.