Blaulicht

Blaulicht, Jubiläum und große Schau – Feuerwehr Osthofen feiert 150 Jahre

Blaulicht, Jubiläum und große Schau – Feuerwehr Osthofen feiert 150 Jahre
Zwei Tage im Zeichen von 150 Jahren Feuerwehr Osthofen: Nach der Jubiläumsfeier mit geladenen Gästen aus Feuerwehr, Politik und Kommune am 5. September öffnete die Wehr am 6. September ihr Gerätehaus für die Bevölkerung und präsentierte mit historischen Fahrzeugen, Kinderprogramm, Schauübung und Musik die ganze Bandbreite des Feuerwehrlebens. Foto: Mirco Metzler/Die Knipser

150 Jahre Feuerwehrgeschichte sind ein besonderer Anlass – und in Osthofen wurde dieses Jubiläum Anfang September gleich an zwei Tagen gewürdigt. Während am Samstag, 5. September, zunächst geladene Gäste aus Feuerwehr, Politik und Kommune im Gerätehaus zusammenkamen, stand am Sonntag, 6. September, beim Tag der offenen Tür die Bevölkerung im Mittelpunkt. Damit verband die Feuerwehr ihren runden Geburtstag mit einem Blick zurück auf eine lange Geschichte und zugleich mit einem Einblick in die heutige Arbeit der Einsatzkräfte.

Das Jubiläum ist dabei nicht auf dieses Wochenende beschränkt. Die Freiwillige Feuerwehr Stadt Osthofen begeht ihr 150-jähriges Bestehen mit einem ganzen Jubiläumsjahr und verschiedenen Veranstaltungen. Nach eigenen Angaben zählt die Wehr derzeit 45 aktive Mitglieder, 16 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr sowie rund 400 Mitglieder im Förderverein. Ihr Aufgabenspektrum reicht vom Brandschutz über die technische Hilfe und Gefahrguteinsätze bis hin zum Katastrophenschutz und zur Führungsunterstützung.

Den Auftakt des Jubiläumswochenendes bildete am Samstag eine interne Feier im Feuerwehrgerätehaus. Eingeladen waren neben Angehörigen und Wegbegleitern der Feuerwehr auch Vertreter aus Politik und Kommunen. Unter den Gästen befanden sich unter anderem der Bundestagsabgeordnete Jan Metzler, der Landtagsabgeordnete Joshua Schmitt, Osthofens Stadtbürgermeister Thomas Goller und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wonnegau, Walter Wagner.

Im Mittelpunkt des Abends stand das 150-jährige Bestehen der Osthofener Wehr und damit insbesondere die Leistung der vielen Generationen von Feuerwehrleuten, die sich seit der Gründung für die Sicherheit der Bevölkerung engagiert haben. Aus einer Feuerwehr, deren technische Möglichkeiten vor eineinhalb Jahrhunderten noch kaum mit den heutigen vergleichbar waren, ist eine moderne Einheit mit einem umfangreichen Einsatzspektrum entstanden.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung am Samstag vom Wonnegauer Blasorchester. In diesem festlichen Rahmen bot sich den geladenen Gästen Gelegenheit, gemeinsam auf die Entwicklung der Feuerwehr zurückzublicken und das ehrenamtliche Engagement der Einsatzkräfte zu würdigen.

Einen Tag später öffneten sich die Tore des Gerätehauses dann für die Öffentlichkeit. Von 10 bis 17 Uhr lud die Feuerwehr am Sonntag zum Tag der offenen Tür ein. Dabei sollte das Jubiläum nicht nur gefeiert, sondern Feuerwehrarbeit für Besucher aller Altersgruppen unmittelbar erlebbar gemacht werden.

Insbesondere für Familien wurde ein umfangreiches Kinderprogramm angeboten. Dazu gehörten Kinderschminken, eine Spiel-und-Spaß-Station sowie eine Fotostation. Gleichzeitig konnten sich die Besucher mit der Geschichte und Technik des Feuerwehrwesens beschäftigen. Historische Feuerwehrgeräte und besondere Oldtimer wurden ausgestellt und verdeutlichten, wie sehr sich Fahrzeuge, Ausrüstung und Einsatzmöglichkeiten über die Jahrzehnte verändert haben.

Einer der Programmhöhepunkte folgte um 14 Uhr: Die Höhenretter aus Frankenthal präsentierten bei einer Schauübung ihre Arbeit. Damit bekamen die Besucher einen Einblick in einen besonders anspruchsvollen Bereich des Feuerwehr- und Rettungswesens.

Auch für Essen und Getränke war während des Tages gesorgt. Für die musikalische Unterhaltung stand zudem die Winestreet Pipeband auf dem Programm. So entwickelte sich der Tag der offenen Tür nicht nur zu einer Präsentation moderner und historischer Feuerwehrtechnik, sondern auch zu einem Treffpunkt für die Bevölkerung.

Das Jubiläum macht zugleich deutlich, wie umfangreich die Aufgaben einer modernen Feuerwehr inzwischen sind. Die Osthofener Einsatzkräfte werden längst nicht ausschließlich zu Bränden gerufen. Technische Hilfeleistungen beispielsweise bei Verkehrsunfällen oder Türöffnungen gehören ebenso zum Alltag wie Einsätze mit Gefahrstoffen oder Aufgaben im Katastrophenschutz. Zum Fuhrpark zählen unter anderem ein Teleskopgelenkmast, Lösch- und Hilfeleistungslöschfahrzeuge sowie spezielle Fahrzeuge für Gefahrgut-, Mess- und Dekontaminationseinsätze.

Wie stark die Einheit gefordert wird, zeigen auch die veröffentlichten Einsatzzahlen. Für 2023 weist die Feuerwehr 171 Einsätze aus, 2024 waren es 139. Hinzu kommen weitere Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Feuerwehreinsatzzentrale.

Das Wochenende am 5. und 6. September verband damit zwei Seiten des Jubiläums: Am Samstag standen die Geschichte der Wehr, ihre Wegbegleiter und die Würdigung des ehrenamtlichen Engagements im Mittelpunkt. Am Sonntag präsentierte sich die Feuerwehr anschließend der Bevölkerung und zeigte mit Kinderprogramm, historischen Exponaten, moderner Technik und Schauübung, wie vielseitig Feuerwehrarbeit heute ist.

Nach 150 Jahren bleibt dabei eine Konstante bestehen: Die Feuerwehr Osthofen lebt vom freiwilligen Engagement der Menschen, die einen erheblichen Teil ihrer Freizeit für Ausbildung, Übungen und Einsätze aufbringen. Das Jubiläumswochenende bot Gelegenheit, genau diese Arbeit sichtbar zu machen – und gleichzeitig gemeinsam mit der Bevölkerung ein außergewöhnliches Stück Osthofener Geschichte zu feiern.

Text: ML/Redaktion Die Knipser

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Fotos: Mirco Metzler/Die Knipser